Doktorarbeit / Dissertation, 2014
272 Seiten, Note: cum laude
1.0 Einleitung
2.0 Cassatts Perzeption in den Medien von damals bis heute
3.0 Der Feministische Blick
3.1 Cassatt nach Pollock
3.2 Mary Cassatts Mutter-Kind-Darstellungen nach Pollock
3.3 „the ages of women“ – Cassatt als Malerin des weiblichen Lebenszyklus
3.4 Nacktheit - Sinnlichkeit – Erotik
3.5 Maria mit dem Jesuskind
3.6 Cassatts künstlerische Mittel nach Pollock
4.0 Visuelle Vorbilder Cassatts
5.0 Madonna mit Kind in der Malerei
5.1 Theotokos – Gottesgebärerin
5.2 Hodegetria
5.3 Maria Lactans
5.4. Eleusa
5.5 Pelagonitissa – Maria mit spielendem Kind
5.6 Mariendarstellungen nach dem 13.Jh. bis heute
5.7 Resümee europäisch-sakraler Mutter-Kind-Darstellungen
6.0 Cassatts Mutter-Kind-Bildnisse im direkten Vergleich sakraler Kunstwerke: Cassatts Theotokosinterpretation
6.1 Cassatts Hodegetria-Interpretation
6.2 Cassatts Maria Lactans-Adaption
6.3 Cassatts Eleusa-Adaption
6.4 Pelagonitissa und Cassatts mögliche Adaption
7.0 Sozial-historische Realitäten
7.1 Ariès Deutungsweise der Kindheit
7.2 Wirtschaftliche Realitäten Europas
7.3 Resümee
8.0 Cassatt postum
8.1 Georg Schrimpf: Mittagsrast
8.2 Vaclav Bostik: Die Jungfrau und das Jesuskind
8.3 Milton Avery: Maternity
8.4 Thomas Bayrle: Madonna Mercedes
8.5 Alfredo Bikondoa: Dei Genitrix
8.6 Cassatt und die zeitgenössische Kunst
9.0 Zusammenfassung
10.0 Short Summary: German/English
Die vorliegende Arbeit untersucht das Œuvre der Malerin Mary Cassatt unter besonderer Berücksichtigung ihrer Mutter-Kind-Darstellungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit Cassatts Werk trotz der oft simplifizierenden Einordnung als rein realistische Alltagsdarstellung tiefere ikonographische Bezüge zu sakralen Bildtraditionen (insbesondere zur Maria mit Kind) aufweist und wie diese durch zeitgenössische sowie feministische Interpretationsmuster beeinflusst werden.
2.0 Cassatts Perzeption in den Medien von damals bis heute
Um den gegenwärtigen kunsthistorisch als auch kulturellen Umgang mit Cassatts Malerei zu verstehen, ist ein Blick in die Wahrnehmung ihrer Malerei durch Zeitgenossen jener bis heutiger Zeit notwendig, weil aufschlussreich. Mit welchem Blick, welcher Beurteilung, welcher Kritik wurde ihre Malerei im Allgemeinen betrachtet?
Noch zu Cassatts Lebzeiten schrieb man über ihre Darstellungen. Das Art Journal schrieb 1876 n. Chr. im Zusammenhang über die Ausstellung in der Akademie der Künste von Philadelphia aus selbigem Jahr:
Two or three paintings by Miss Mary Cassatt are powerful, replete with thoughtful individuality. This lady’s works are known to the New York public, and are so peculiar that it is difficult to define them. (…) We should like to see more of this lady’s pictures, but we imagine that, as they have so distinct a character, she cannot paint many of them.
Zwei oder drei Bilder der Malerin sind als kraftvoll, angefüllt mit überlegter Individualität beschrieben. Ihre Arbeit sei eigentümlich, sodass es schwierig ist, sie zu kategorisieren. Man würde zwar gerne wesentlich mehr von dieser Art Malerei, von dieser Künstlerin sehen, dennoch sei es schwierig sich vorzustellen, dass dies möglich sei. Zumal ihre Malerei so charakteristisch ist, dass Cassatt unmöglich mehr davon malen könne. Aus diesem Zitat geht eine Wertschätzung von Cassatts Malerei als auch ihrer Persönlichkeit hervor. Selten ist zu jenen Zeiten der Wunsch nach mehr Malerei von einem Künstler zu lesen, schon gar nicht von einer Frau.
1.0 Einleitung: Vorstellung der Künstlerin Mary Cassatt, der Zielsetzung der Arbeit und der Metapher des „Zwielichts“, in dem sich ihre Anerkennung und Bedeutung befinden.
2.0 Cassatts Perzeption in den Medien von damals bis heute: Dokumentation der zeitgenössischen Kritik zu Lebzeiten der Künstlerin und der sich wandelnden Wahrnehmung ihres Werks im Laufe der Jahrzehnte.
3.0 Der Feministische Blick: Untersuchung der feministischen kunsthistorischen Gender-Forschung, die Cassatt primär als Malerin zeitgenössischer Frauen und psychologischer Innenwelten definiert.
4.0 Visuelle Vorbilder Cassatts: Einordnung der künstlerischen Einflüsse durch das Studium der „Alten Meister“ wie Correggio, Parmigianino und Rubens während ihrer Europareisen.
5.0 Madonna mit Kind in der Malerei: Überblick über die ikonographischen Marientypen (Theotokos, Hodegetria, Maria Lactans, Eleusa, Pelagonitissa) in der christlichen Kunstgeschichte.
6.0 Cassatts Mutter-Kind-Bildnisse im direkten Vergleich sakraler Kunstwerke: Cassatts Theotokosinterpretation: Analyse der gezielten Adaption und Transformation christlicher Bildmotive durch Cassatt unter Berücksichtigung ihrer individuellen Malweise.
7.0 Sozial-historische Realitäten: Kontextualisierung von Cassatts Werken vor dem Hintergrund realer sozialer Zustände wie Kinderarbeit, Kindermortalität und den damaligen Erziehungsmethoden.
8.0 Cassatt postum: Betrachtung der Rezeption von Cassatts Sujet durch zeitgenössische Künstler und deren teils provokative Umdeutungen des Mutter-Kind-Motivs.
9.0 Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse bezüglich der Verknüpfung von Cassatts Kunst mit der Tradition christlicher Ikonographie und der sozialen Realität.
10.0 Short Summary: German/English: Kompakte Zusammenfassung der Arbeit in deutscher und englischer Sprache.
Mary Cassatt, Mutter-Kind-Darstellungen, Kunstgeschichte, Feminismus, Gender-Forschung, Ikonographie, Impressionismus, Maria mit Kind, Sozialgeschichte, Kindheit, Kinderarbeit, Rezeption, Kunsttheorie, Transformation, Moderne
Die Dissertation untersucht das Werk von Mary Cassatt, insbesondere ihre berühmten Mutter-Kind-Darstellungen, und hinterfragt die kunsthistorische Einordnung ihres Œuvres zwischen reinem Impressionismus und tief verwurzelten ikonographischen Traditionen.
Die Themen umfassen die feministische Kunstbetrachtung, die Rolle historischer Vorbilder (sakrale Kunst), sozial-historische Rahmenbedingungen des 19. Jahrhunderts (wie Kinderarbeit und Kindermortalität) sowie die postume Rezeption durch moderne Künstler.
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit Cassatts Mutter-Kind-Bildnisse als bewusste Auseinandersetzung mit der christlichen Ikonographie zu verstehen sind, anstatt sie lediglich als „idyllische Alltagsbilder“ abzutun.
Die Arbeit nutzt eine komparative kunsthistorische Analyse, bei der Cassatts Gemälde direkt mit sakralen Vorbildern der Renaissance und des Barock sowie mit zeitgenössischen soziologischen Studien zur Kindheitsgeschichte (u.a. von Philippe Ariès) konfrontiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der zeitgenössischen Kritik, die Erörterung feministischer Interpretationen (Pollock), die Untersuchung künstlerischer Vorbilder sowie die Gegenüberstellung von Cassatts Idyllen mit den harten sozialhistorischen Realitäten ihrer Zeit.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Namen der Künstlerin vor allem Mutter-Kind-Darstellung, Ikonographie, Feminismus, Gender-Blick, Sozialgeschichte und die kritische Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Stigmata.
Die Autorin argumentiert, dass die radikale Leugnung jeglicher sakraler Anlehnung durch viele Kunsthistoriker (wie G. Pollock) nicht haltbar ist. Vielmehr nutzte Cassatt kompositorische Mittel christlicher Vorbilder, um diese modern zu transformieren.
Sozial-historische Daten zu Kinderarbeit und Armut dienen dazu, die „Idylle“ bei Cassatt zu hinterfragen. Die Dissertation zeigt, dass Cassatts Szenen eine wohlhabende bürgerliche Sphäre abbilden, die in starkem Kontrast zum Leben der breiten Masse stand, und dass dieses Ausblenden der sozialen Not ein bewusstes künstlerisches Mittel war.
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