Magisterarbeit, 2011
137 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Der nicht wahrgenommene Dichter
2.2 Die europäische Avantgarde und die Ismen
2.2.1 Expressionismus, Futurismus, Kubismus, Dada
2.2.2 Surrealismus
2.3 Wirklichkeit und Erkenntnis. Alte und neue Welten
2.3.1 Baudelaire, Apollinaire und die Folgen.
2.3.2 Malerei und Poesie, Bilder und Worte
2.3.3 Traumhaftes, Hermetisches und Okkultes
2.3.3.1 Exkurs: Die Kabbala
2.4. Yvan Goll innerhalb der europäischen Avantgarde
2.4.1 Die wichtigsten Einflüsse
2.4.2 Yvan Golls theoretische Schriften
2.4.2.1 Texte 1917 - 1920
2.4.2.2 Texte 1921 - 1923
2.4.2.3 Manifest des Surrealismus
2.4.2.4 Manifest des Reismus
2.4.3 Yvan Golls Überrealismus und seine Poetik
2.5 Die späte Lyrik Yvan Golls
2.5.1 Zur Thematik der späten Lyrik
2.6. Traumkraut
2.6.1 Zur Editionsgeschichte
2.6.2 Bisher vorliegende Arbeiten zu "Traumkraut"
2.6.3 Zur Methodik und literaturwissenschaftlichen Einordnung
2.6.4 Auswahl und Anordnung der Gedichte
2.6.5 Textanalyse
2.6.5.1 Der Titel derSammlung
2.6.5.2 Die einzelnen Gedichte
2.6.6 Deutung. Die Traumkrautgedichte als Vermächtnis
3. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht Yvan Golls späte Lyrik, insbesondere die Sammlung "Traumkraut", und ordnet sie entgegen der gängigen Forschungspraxis nicht als reine "Liebesgedichte" ein, sondern als poetisches Vermächtnis im Kontext von Golls "Überrealismus". Ziel ist es, die einseitige Rezeption des Dichters als deutschsprachigen Expressionisten oder französischen Surrealisten zu korrigieren und seine Stellung als eigenständiger, europäischer Avantgardist zu verdeutlichen, der zwischen Sprachen, Gattungen und künstlerischen Strömungen vermittelte.
2.1 Der nicht wahrgenommene Dichter
Die bereits angesprochene nicht genügende und vor allem nicht adäquate Wahrnehmung eines im Französischen wie im Deutschen gleich beheimateten Dichters in beiden Ländern spiegelt sich auch in dessen Präsenz (oder besser Nicht - Präsenz ) in Sammelwerken wider. Um nur wenige Beispiele aus dem deutschen Sprachraum zu nennen: In der „Lyrik des Abendlandes“ ist Goll gar nicht vertreten, obschon im Nachwort als ausdrückliches Anliegen der Sammlung „das Nebeneinander, Überkreuzen und Überholen des gemeinabendländischen Sinnesspiegels“ genannt wird, ebenso fehlt er im „Museum der modernen Poesie“, in der „Deutschen Lyrik, Gedichte seit 1945“ und in den „Expeditionen deutscher Lyrik 1945“. Die Ausgabe „Das surrealistische Gedicht“ erwähnt nicht einmal seinen Namen. Auf der anderen Seite verfahren erst 1986 und 1987 herausgegebene Anthologien wie „Deutsche Gedichte“ und „Deutsche Lyrik vom Barock bis zur Gegenwart“ selektiv, indem sie nur frühe Gedichte aufnehmen. Lediglich im Band „Das grosse deutsche Gedichtbuch“ wird chronologisch der Versuch einer repräsentativen Auswahl vorgenommen.
Nicht nur in Gedichtsammlungen sucht man Goll oft vergeblich. Zur „Geschichte der deutschen Lyrik seit 1945“ gehört er offensichtlich nicht, glaubt man dem 1989 erschienenen Band. Im „Lexikon des Surrealismus“ findet man seinen Namen weder unter “Goll” noch unter “Surrealistische Zeitschriften“, nicht einmal unter “Manifeste des Surrealismus“. Selbst dort aber, wo es zu einer Erwähnung kommt, geschieht dies auf eine Weise, die der Bedeutung dieses Dichters nicht gerecht wird. So liest man bei Schneede: “Eine kleine Gruppe um den Dichter Yvan Goll erhebt - unter Berufung auf Apollinaire - ebenfalls Anspruch auf den Begriff Surrealismus. Goll bringt Ende Oktober {1924,Verf} eine Zeitschrift
1. Einleitung: Die Einleitung legt die Problematik der bisherigen, meist einseitigen Rezeption Yvan Golls dar und formuliert die Arbeitsthese, dass seine späte Lyrik als "Überrealismus" und poetisches Vermächtnis neu zu bewerten ist.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Golls Stellung innerhalb der europäischen Avantgarde, seine theoretischen Schriften sowie seine Auseinandersetzung mit dem Hermetischen und Okkulten, um schließlich die späte Lyrik "Traumkraut" textanalytisch neu zu interpretieren.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit bestätigt, dass Yvan Golls Werk als Synthese verschiedener Avantgarde-Einflüsse zu sehen ist und fordert eine differenziertere Nutzung des Surrealismus-Begriffs in der Literaturwissenschaft.
Yvan Goll, Europäische Avantgarde, Surrealismus, Überrealismus, Traumkraut, Lyrik, Literaturtheorie, Kabbala, Alchemie, Intermedialität, Editionsgeschichte, Wortkunst, Moderne, Hermetik, Sprachanalyse
Die Arbeit bietet eine umfassende literaturwissenschaftliche Neuinterpretation des Werks von Yvan Goll, wobei der Fokus auf seiner späten Lyrik ("Traumkraut") und seinen theoretischen Reflexionen liegt.
Zentrale Themen sind die Einordnung Golls in die europäische Avantgarde, seine Theorie des "Überrealismus", die Rolle von Hermetik, Alchemie und Kabbala in seinem Schaffen sowie das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit.
Ziel ist es, die bisherige, oft auf biografische Aspekte oder die bloße Einordnung als "Liebeslyriker" reduzierte Rezeption von Golls Spätwerk zu überwinden und dessen innovative, poetologische Dimension aufzuzeigen.
Es wird textanalytisch vorgegangen, wobei komparatistische, genetische, intertextuelle und diskursanalytische Gesichtspunkte kombiniert werden, um das Werk aus sich heraus und in seinen Kontexten zu verstehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historisch-theoretische Verortung Golls und die dezidierte Analyse der Sammlung "Traumkraut", deren Texte als bewusste Konstruktionen einer poetischen Gegenwelt gedeutet werden.
Wichtige Begriffe sind: Yvan Goll, Überrealismus, Avantgarde, Intermedialität, Kabbala, poetologisches Vermächtnis und Textgenese.
Goll lehnte den psychischen Automatismus und die Psychoanalyse als Dichtungsmethode ab; bei ihm steht der Dichter als aktiver "Schöpfer" einer neuen Welt im Zentrum, nicht als passiver Rezeptor unbewusster Prozesse.
YG interessierte sich für die kabbalistische Vorstellung, dass durch das Wort (das Benennen) Wirklichkeit geschaffen wird; dieses "Schöpferische des Wortes" integrierte er konsequent in seine Poetik der späten Gedichte.
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