Diplomarbeit, 2010
95 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Das Bild als Medium
2.1 Begriffsklärung
2.2 Charakteristika
2.3 Einsatzbereiche
2.3.1 Funktionen
2.3.2 Dysfunktionen
2.4 Bildkompetenz
3 Glaubwürdigkeit
3.1 Begriffsklärung
3.2 Bedeutungsabgrenzung
3.3 Beurteilungskriterien
3.3.1 Soziale Kommunikation
3.3.2 Massenmedien
3.3.3 Bildmedien
3.4 Untersuchungsmethoden
4 Bildmanipulation
4.1 Begriffsklärung
4.1.1 Bildverarbeitung
4.1.2 Bildmanipulation
4.2 Zulässigkeit – Bildmanipulation vs. Bildfälschung
4.3 Verfahrensweise
5 Manipulationserkennung
5.1 Datenkennzeichnung
5.1.1 Metadaten
5.1.2 Digitale Signaturen
5.1.3 Digitale Wasserzeichen
5.2 Bildforensik
5.2.1 Gütekriterien
5.2.2 Messverfahren
Diese Arbeit untersucht die Glaubwürdigkeit digitaler Bilder in einer medienorientierten Informationsgesellschaft, in der visuelle Botschaften massenmedial allgegenwärtig sind. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit digitale Bilder trotz fortschreitender Manipulationsmöglichkeiten als glaubwürdig betrachtet werden können und welche Kriterien sowie technischen Analysemethoden zur Manipulationserkennung existieren.
2.2 Charakteristika
Um die Wirkmächtigkeit von Bildern zu verstehen, die Art und Weise, wie sie vom Publikum rezipiert werden und welche Chancen und gleichwohl Risiken der Einsatz visueller Elemente in der massenmedialen Kommunikation mit sich bringt, muss eingangs auf eine Reihe grundlegender Eigenschaften eingegangen werden, die allen Bildmedien per se inhärent sind.
(1) Subjektivität: Dass Bilder niemals vollständig objektiv sein können, sie daher immer nur einen stark umgrenzten Ausschnitt und eine einzelne Perspektive des visuell Abgebildeten verkörpern, ist hinlänglich bekannt. Wie groß der „Betrachteranteil“ (BOEHME-NESSLER 2010, S. 67) bei der Wahrnehmung und Interpretation visueller Reize jedoch ist, wird weithin unterschätzt. Von substanzieller Bedeutung ist hierbei der Umstand, dass „Sinnsysteme ihre Sinnzusammenhänge“, also den Kontext und die Kausalität ihrer Beobachtungen, „und die daraus gewonnenen Erfahrungen stets selbst, d. h. autopoetisch, und das heißt ohne jeden Kontakt zur Umwelt, herstellen“ (WASSER 1995, S. 10). WASSER spricht diesbezüglich auch von „selbstproduzierten, selbststrukturierten und selbstgestalteten Sinnzusammenhängen“ (ebd). Folglich geht es bei der Erfassung und Verarbeitung visueller Reize weniger um die „geistige Abbildung“ von Sinneseindrücken, sondern vielmehr um deren „geistige Konstruktion“ (vgl. BOEHME-NESSLER 2010, S. 67). Die Grenzen zwischen dem als tatsächlich konstatierten Objekt einerseits sowie den vielfältigen subjektiven Empfindungen desselben andererseits bewegen sich demnach in einer Unschärfe, über die, wenngleich man ihr nicht habhaft werden kann, so denn zumindest ein Bewusstsein vorhanden sein muss.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung visueller Botschaften in einer von Informationsflut geprägten Gesellschaft und stellt die Frage nach der Glaubwürdigkeit digitaler Bilder in den Mittelpunkt.
2 Das Bild als Medium: Dieses Kapitel definiert den Bildbegriff medienwissenschaftlich und erläutert wesentliche Eigenschaften wie Subjektivität, Emotionalität, Geschwindigkeit und Konkretheit sowie die verschiedenen Funktionen und Dysfunktionen von Bildern.
3 Glaubwürdigkeit: Hier wird der Begriff der Glaubwürdigkeit als Zuschreibung zwischen Image und Vertrauen analysiert und es werden Beurteilungskriterien aus der sozialen Kommunikation auf den Medienkontext übertragen.
4 Bildmanipulation: Das Kapitel differenziert zwischen Bildverarbeitung, Manipulation und Fälschung und untersucht die technischen Möglichkeiten der Einflussnahme auf Bildinhalte sowie die Zulässigkeit dieser Verfahren.
5 Manipulationserkennung: Dieses Kapitel stellt technische Methoden zur Kennzeichnung von Bilddaten wie Metadaten, Signaturen und Wasserzeichen vor und führt in die forensischen Grundlagen der Bildanalyse ein.
Bildwissenschaft, Glaubwürdigkeit, Bildmanipulation, Bildfälschung, Medientechnik, Bildforensik, Bildkompetenz, Digitale Signatur, Bildverarbeitung, Metadaten, Manipulationserkennung, Bildmedien, Massenmedien, Informationsträger, Authentizität.
Die Arbeit analysiert die Messbarkeit der Glaubwürdigkeit digital veränderter Bilder und untersucht, wie man trotz technischer Manipulationsmöglichkeiten die Authentizität und den Wahrheitsgehalt visueller Medien bewerten kann.
Die zentralen Felder sind die medienwissenschaftliche Theorie des Bildes, die sozialwissenschaftliche Definition von Glaubwürdigkeit sowie die technische Analyse von Bildmanipulation und deren forensische Erkennung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie die Glaubwürdigkeit digitaler Bilder heute noch verlässlich bewertet werden kann, insbesondere im Hinblick auf sowohl nicht-technische Kriterien als auch technische Nachweisverfahren.
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus medienwissenschaftlicher Literaturanalyse, der Explikation des Bild- und Glaubwürdigkeitsbegriffs sowie einer technischen Auseinandersetzung mit Verfahren der Bildforensik und Datenkennzeichnung.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Bildes als Medium, die Kriterien der Glaubwürdigkeitsbeurteilung, die Methoden der Bildmanipulation (z.B. retuschierende oder kontextuelle Eingriffe) und technische Erkennungsmethoden wie Bildforensik und digitale Wasserzeichen.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Bildwissenschaft, Glaubwürdigkeit, Bildmanipulation, Bildfälschung, Bildforensik, Bildkompetenz und Digitale Signatur.
Der Kontext, in dem ein Bild veröffentlicht wird, beeinflusst die Bewertung maßgeblich. Faktoren wie die Reputation des Mediums, das Image des Senders und die inhaltliche Konsistenz spielen eine zentrale Rolle bei der Zuweisung von Glaubwürdigkeit.
Die Grenze ist fließend, da technische Korrekturen wie Helligkeitsanpassungen oft als legitim gelten, während das Entfernen von Elementen oder irreführende Kontextualisierungen oft erst durch detektivische Arbeit oder Vorwissen als manipulative Fälschung identifizierbar sind.
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