Masterarbeit, 2015
172 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Methodik der Arbeit
2.1 Ein interdisziplinärer Ansatz
2.2 Hermeneutik und Filmanalyse
2.3 Der Analysegegenstand: die BEFORE …-Reihe
3. Theorien über die Zeit
3.1 Die Zeit in der Geschichte
3.2 Die Zeit in der Gesellschaft
3.2.1 Zeit als soziale Zeit
3.2.2 Lebenszeit und Alltagszeit
3.2.3 Beschleunigung & Tempo-Virus
3.2.4 Entschleunigung und Slow Movements
3.2.5 Analysekategorien aus der soziologischen Theorie
3.3 Die Zeit im Individuum
3.3.1 Zeit als subjektive Zeit
3.3.2 Zeiterleben: Dauer, Folge und Verzerrungen
3.3.3 Zeithandeln und Zeitperspektive
3.3.4 Gedächtnis und Erinnerung
3.3.5 Analysekategorien aus der psychologischen Zeitforschung
3.4 Die Zeit im Film
3.4.1 Zeit als Filmzeit und als filmische Zeit
3.4.2 Narration und Dramaturgie
3.4.3 Montage
3.4.4 Weitere Gestaltungsmittel: Mise-en-Scène und Ton
3.4.5 Analysekriterien aus der Filmwissenschaft
4. Analyse der BEFORE…-Reihe
4.1 Dimension Zeit in der Gesellschaft
4.2 Dimension Zeit im Individuum
4.3 Dimension Zeit im Film
5. Fazit: Zeit in der BEFORE ...-Reihe
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Zeit in der "Before"-Filmreihe von Richard Linklater mittels einer interdisziplinären hermeneutischen Filmanalyse. Die Forschungsfrage lautet: Wie wird Zeit und ihr Einfluss in den Filmen der BEFORE ...-Reihe dargestellt?
3.4.1 Zeit als Filmzeit und als filmische Zeit
Die Kunst allein schaffe einen Raum der reinen Dauer – wie sie Bergson als durée138 definierte – „sie allein stelle absolute Gegenwärtigkeiten her, sie produziere eine subjektive Zeitlichkeit, die in der gesellschaftlichen Realität verloren sei“, so fasst Kappelhoff Rolf Dieter Brinkmanns apodiktische Sicht auf die Künste zusammen (Kappelhoff 1998: 97). Auch Walter Benjamin schreibt der ästhetischen Erfahrung das Erleben subjektiver Zeitlichkeit und leibhafter Gegenwärtigkeit zu, welche es im Alltagsbewusstsein so nicht gäbe (vgl. ebd.: 98). Literatur, Theater, Musik und bildende Künste führen den Betrachter in eine neue Welt ein, reißen ihn aus der Weltzeit und dem realen Raum. Mit Blick speziell auf die Unterhaltungskultur spricht Kappelhoff weiterhin von einem „kompensatorischen Prinzip des Zeitvertreibs“ und einer „weitläufigen Praxis des Zeitvergessens“ (ebd.: 95). Schon die Malerei erlaubte dem Betrachter „sich auf Bergsons Durée einzulassen, die gefühlte Dauer medial zu erleben“ (Aab 2013: 64), erläutert Vanessa Aab in ihrer Dissertation zu KINEMATOGRAPHISCHEN ZEITMONTAGEN. Sie führt weiter aus: „Im Raum wirken und in die Zeit hineinreichen, dies waren stets reale Möglichkeiten der künstlerischen Darstellung.“ (ebd.: 158) In seiner 1932 erschienen Schrift FILM ALS KUNST vertritt Rudolf Arnheim die These, Film könne Kunst sein, würde er alle seine zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen (vgl. Arnheim 2008).
Sodann sei Film mehr als nur die Abbildung oder Nachahmung der Wirklichkeit – ein entscheidendes Kriterium für Kunst (vgl. ebd.: 24). Diese Mittel des Films, die Arnheim als Materialeigenschaften bezeichnet, umfassen unter anderem den „Wegfall der raum-zeitlichen Kontinuität“ (ebd.: 34ff.).139 Im Film sind erstmalig Orts- und Zeitsprünge möglich, vor allem durch das Instrument der Montage: Das Naturgesetz der raum-zeitlichen Kontinuität wird aufgehoben und neue Möglichkeiten der Wahrnehmung geschaffen (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen Zeit und Darlegung der Forschungsfrage sowie der Struktur der Masterarbeit.
2. Methodik der Arbeit: Erläuterung des interdisziplinären Ansatzes und der hermeneutischen Filmanalyse sowie Vorstellung des Analysegegenstandes.
3. Theorien über die Zeit: Umfassende Darstellung von Zeittheorien aus den Bereichen Geschichte, Soziologie, Psychologie und Filmwissenschaft zur Fundierung der Analyse.
4. Analyse der BEFORE…-Reihe: Empirische Anwendung der erarbeiteten Analysematrizen auf die drei Filme der Filmreihe.
5. Fazit: Zeit in der BEFORE ...-Reihe: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion des gewählten methodischen Vorgehens.
Zeit, Soziale Zeit, Subjektive Zeit, Filmanalyse, Richard Linklater, Before-Reihe, Zeitperspektive, Gedächtnis, Montage, Beschleunigung, Entschleunigung, Zeitwahrnehmung, Filmzeit, Erzählzeit, Hermeneutik.
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen Zeit in der "Before"-Filmreihe des Regisseurs Richard Linklater. Sie analysiert, wie diese Filmtrilogie Zeit auf gesellschaftlicher, individueller und filmischer Ebene thematisiert und darstellt.
Die zentralen Themen sind das Konzept der sozialen Zeit, das Zeiterleben des Individuums, psychologische Aspekte wie Gedächtnis und Zeitperspektive sowie die filmischen Gestaltungsmittel zur Zeitmanipulation.
Die Forschungsfrage lautet: "Wie wird Zeit und ihr Einfluss in den Filmen der BEFORE ...-Reihe dargestellt?" Das Ziel ist eine interdisziplinäre hermeneutische Filmanalyse.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der hermeneutische Filmanalyse mit soziologischen und psychologischen Theorien zur Zeitforschung verbindet.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen aus der Soziologie, Psychologie und Filmwissenschaft erarbeitet, bevor diese als strukturierte Analysematrizen auf die Filme Before Sunrise, Before Sunset und Before Midnight angewendet werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zeit, Filmanalyse, Soziale Zeit, Subjektive Zeit, Montage, Zeitperspektive und Gedächtnis charakterisiert.
Die Zeit wird unter anderem durch Ellipsen, den Verzicht auf künstliche Effekte, eine spezifische Schnittführung, Lichtgestaltung und den Einsatz von Musik manipuliert oder markiert, um subjektive Wahrnehmungen oder historische Zeiträume abzubilden.
Das Alter der Protagonisten und ihr Umgang mit verschiedenen Lebensphasen sind zentral. Die Filme reflektieren den Konflikt zwischen Erwartungen der Herkunftsgeneration und der eigenen Lebensgestaltung.
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