Masterarbeit, 2012
66 Seiten
1 „Jetzt habe ich keine Angst mehr“
1.1 Fragestellung der Abschlussarbeit
2 Der Lehrgang Pflegehelferin SRK
2.1 In welchen Arbeitsbereichen ist die Pflegehelferin SRK tätig?
2.2 Aufbau des Lehrgangs Pflegehelferin SRK
2.3 Welches sind die Voraussetzungen, um den Lehrgang Pflegehelferin SRK besuchen zu können und wer sind die Teilnehmerinnen?
2.4 Beschreibung der Teilnehmergruppen
2.5 Wie ist der Lehrgang Pflegehelferin SRK aufgebaut?
2.6 Wo findet der Lehrgang Pflegehelferin SRK statt?
3 Migrantinnen im Lehrgang Pflegehelferin SRK
3.1 Definition von „Migrantinnen“ nach dem Eidgenössischen Departement des Innern
3.2 Kurzer geschichtlicher Überblick von Migration
3.3 Welche Migrantinnen nehmen am Lehrgang Pflegehelferin SRK teil?
3.3.1 Frau G. aus Haiti
3.3.2 Frau K. aus dem Kosovo
3.4 Abschliessende Gedanken
4 Mangelnde Sprachkompetenz als zentrales Problem der Migrantinnen
4.1 Sprachkompetenz – grobe Begriffsdefinition
4.2 Mangelnde Sprachkompetenz
4.2.1 Spracherwerb in Bezug auf die Familien- und Migrationsbiographie
4.2.2 Spracherwerb in Bezug auf den Herkunftskontext
4.2.3 Spracherwerb in Bezug auf den Aufnahmekontext
4.2.4 Spracherwerb in Bezug auf den ethnischen Kontext
5 Die Folgen mangelnder Sprachkompetenz
5.1 Folgen in Bezug auf die Ausbildung
5.2 Folgen in Bezug auf die Weiterbildung
5.3 Folgen in Bezug auf soziale Beziehungen
6 Möglichkeiten der Sprachförderung im berufsbildenden Fachunterricht bei erwachsenen Migrantinnen
6.1 Zweitspracherwerb
6.2 Das Konzept der Lernersprachen
6.2.1 Die Entstehung von Lernersprachen
6.2.2 Entstehung des Sprachbewusstseins
6.2.3 Code-switching
6.3 Sprachenlernen aus der konstruktivistischen Sichtweise
6.4 Fremdsprachenunterricht früher und heute
6.5 Sprache – die Herausforderung der beruflichen Integration
6.5.1 Verständlicher Input in der Unterrichtssprache/Fremdsprache – aber wie?
6.5.2 Umgang mit sprachlichen Fehlern von Migrantinnen im Fachunterricht – wie?
6.5.3 Prüfungen und Lernkontrollen – aber wie?
6.5.4 Fördern des Leseverständnisses im Fachunterricht bei Migrantinnen – wie?
6.5.5 Fördern der kommunikativen Kompetenz bei Migrantinnen – wie?
6.5.6 Fördern des Schreibens im Fachunterricht bei Migrantinnen – wie?
6.5.7 Gestalten von Gruppen im Fachunterricht mit Migrantinnen – wie?
6.5.8 Die Sache mit der Zeit im Fachunterricht mit Migrantinnen
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie im Rahmen des berufsbezogenen Lehrgangs "Pflegehelferin SRK" die kommunikative Kompetenz von Migrantinnen gestützt und gefördert werden kann, um deren berufliche Integration trotz sprachlicher Defizite zu erleichtern.
3.3.1 Frau G. aus Haiti
Frau G. war vor 15 Jahren von Haiti in die Schweiz gekommen, um ihre hier lebende Schwester zu besuchen. Sie hatte eine Aufenthaltsbewilligung, mit welcher sie für drei Monate in der Schweiz verweilen durfte. Und wie ihrer Schwester, ereilte Frau G. dasselbe hübsche Schicksal: Auch Frau G. begegnete in der Schweiz ihrer grossen Liebe, die sie heiratete und die bis heute glücklich gehalten hat. Frau G. kümmerte sich in diesen 14 Jahren ihrer Ehe um ihre Tochter und führte sehr besorgt und mit vollster Hingabe den Haushalt für die kleine Familie.
Da nun ihre Tochter 14 Jahre alt war, verspürte Frau G. den Wunsch, weil sie den Raum und die Zeit dazu hatte, noch etwas zu lernen. Schon als junge Frau in Haiti, hatte sie sich sehr gerne um ältere Menschen gekümmert und ihr war klar, dass sie nun, nach dem ihre Tochter selbständig genug war, betagte Menschen pflegen möchte. Frau G. hörte sich in ihrem Bekanntenkreis um und bekam den Tipp, vom Angebot des Lehrganges für Pflegehelferinnen SRK Gebrauch zu machen. Bei der Bewerbung für den Lehrgang wurde ihr empfohlen, vorab einen Deutschkurs für Fremdsprachige, welche in der Pflege einsteigen möchten zu besuchen. Das SRK bietet speziell für diese Personengruppe einen fachspezifischen Deutschkurs an, in welchem der fachsprachliche Wortschatz geübt wird.
Frau G. war enttäuscht über diese Empfehlung – wohnte sie doch bereits 15 Jahre hier in der Schweiz. Sie verstand nicht recht, weshalb sie dies nun machen musste, denn sie hatte das Gefühl, dass sie eigentlich sehr gut Deutsch verstehen würde. „Naja, mit dem Sprechen und dem Schreiben funktioniert es wohl nicht so gut, aber das kann doch nicht so wichtig sein für diesen Pflegegrundkurs…!“ dachte sie, aber absolvierte den Deutschkurs trotzdem. Aufgrund des Deutschkurses bemerkte sie zunehmend ihre sprachlichen Defizite und wurde unsicher, ob sie den Pflegegrundkurs überhaupt erfolgreich würde abschliessen können.
1 „Jetzt habe ich keine Angst mehr“: Die Autorin eröffnet die Arbeit mit einer Praxiserfahrung, die die Bedeutung von Selbstvertrauen und Sprachverständnis für Migrantinnen im Pflegebereich unterstreicht.
2 Der Lehrgang Pflegehelferin SRK: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau, das Zielpublikum und die Anforderungen des spezifischen Lehrgangs, der als Brücke zur beruflichen Integration dient.
3 Migrantinnen im Lehrgang Pflegehelferin SRK: Anhand von zwei Fallbeispielen wird das Profil der Teilnehmerinnen und deren individuelle Migrationsbiographien sowie ihr Wunsch nach beruflicher Teilhabe dargestellt.
4 Mangelnde Sprachkompetenz als zentrales Problem der Migrantinnen: Es wird theoretisch definiert, welche Aspekte von Sprachkompetenz entscheidend sind und wie verschiedene Kontexte den Zweitsprachenerwerb beeinflussen.
5 Die Folgen mangelnder Sprachkompetenz: Dieses Kapitel beleuchtet die negativen Auswirkungen unzureichender Sprachkenntnisse auf die Ausbildung, Weiterbildung und soziale Beziehungen.
6 Möglichkeiten der Sprachförderung im berufsbildenden Fachunterricht bei erwachsenen Migrantinnen: Das Kernkapitel diskutiert didaktische Ansätze und methodische Werkzeuge, um Sprache im Fachunterricht gezielt zu unterstützen und zu fördern.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Notwendigkeit, Migrantinnen als Potenzial zu begreifen und durch angepasste Lehrmethoden ihre berufliche Integration aktiv zu unterstützen.
Sprachförderung, Migrantinnen, Pflegehelferin SRK, beruflicher Fachunterricht, berufliche Integration, Sprachkompetenz, Zweitspracherwerb, Lernersprachen, Konstruktivismus, Didaktik, Kommunikation, Migrationsbiographie, Fehlermanagement, Erwachsenenbildung, soziale Integration.
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung und Sprachförderung von Migrantinnen im berufsbildenden Fachunterricht, konkret am Beispiel des Lehrgangs Pflegehelferin SRK.
Die zentralen Felder umfassen die berufliche Integration von Migrantinnen, die Herausforderungen des Zweitspracherwerbs, didaktische Strategien im Fachunterricht und die Rolle der Fachlehrperson.
Die zentrale Fragestellung lautet, wie die kommunikative Kompetenz bei erwachsenen Migrantinnen im fachlichen, berufsbildenden Unterricht gestützt und gefördert werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu Spracherwerb und Migration sowie auf den empirischen Erfahrungen der Autorin als Kursleiterin beim Schweizerischen Roten Kreuz.
Der Hauptteil analysiert die Probleme mangelnder Sprachkompetenz, die Folgen für Ausbildung und Beruf sowie konkrete didaktische Methoden zur Förderung von Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprachförderung, berufliche Integration, Pflegehelferin SRK, Zweitspracherwerb und konstruktivistische Didaktik.
Die Arbeit erwähnt, dass Dialekt für Migrantinnen eine zusätzliche Hürde darstellt, die das Erlernen der Standardsprache erschwert, weshalb im Unterricht auf die Standardsprache geachtet werden sollte.
Die Autorin plädiert für eine Fehlerkultur der Kommunikation statt Perfektion, bei der Fehler als notwendiger Teil des Lernprozesses akzeptiert und nur korrigiert werden, wenn die inhaltliche Verständlichkeit gefährdet ist.
Kinder können einerseits Anreize für das Erlernen der Zweitsprache bieten, andererseits aber auch als Übersetzer fungieren, was den notwendigen Druck zum eigenen Spracherwerb der Mutter verringern kann.
Das "Kugellager" ist eine didaktische Methode zur Förderung der kommunikativen Kompetenz, bei der durch gezielte Kreisformationen die Interaktion zwischen Lernenden strukturiert und unterstützt wird.
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