Examensarbeit, 2012
69 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Militärische Bedeutung der Eisenbahn in Deutschland von den Anfängen bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864
2.1. Die Entdeckung der Eisenbahn als militärstrategisches Instrument
2.2. Die Eisenbahn entwickelt sich zum Hilfsmittel der Kriegsführung
2.2.1. Politische Weichenstellungen
2.2.2. Erste Etappen der militärischen Nutzung von Eisenbahnen in Deutschland
2.3. Lehrstücke für den militärischen Einsatz der Eisenbahn durch Kriege außerhalb Deutschlands
2.3.1. Der Norditalienische Krieg 1859 zwischen Frankreich und Österreich
2.3.2. Der Amerikanische Bürgerkrieg 1861-1865
3. Die Eisenbahn in Deutschland entwickelt sich während der Einigungskriege zum zentralen strategischen Faktor der Kriegsführung
3.1. Deutsch -Dänischer Krieg 1864
3.2. Deutsch-Österreichischer Krieg 1866
3.3. Deutsch-Französischer Krieg 1870/1871
4. Professionalisierung der militärischen Eisenbahnnutzung in Deutschland während der Friedensperiode 1871 bis 1914
4.1. Bau strategischer Bahnen
4.2. Optimierungen im Bereich der Feldeisenbahnabteilungen bzw. der Eisenbahntruppen
4.3. Stand der Eisenbahnen im Deutschen Reich vor Beginn des Ersten Weltkrieges
4.4. Eisenbahnstrategische Entwicklung und Schlieffenplan
5. Die Rolle der Eisenbahnen in Deutschland während des Ersten Weltkrieges
5.1. Julikrise und Kriegsausbruch
5.2. Bedeutung der Eisenbahnen für Vormarsch und Stellungskrieg im Westen
5.3. Taktische und operative Nutzung der Eisenbahnen im Ersten Weltkrieg
5.4. Eisenbahntruppen und Eisenbahnbau im Ersten Weltkrieg
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Eisenbahn auf die Kriegsführung in Deutschland im Zeitraum von den Anfängen der Eisenbahntechnik bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, mit dem Ziel, die Entwicklung dieses Verkehrsmittels von einem zivilen Projekt zu einem zentralen strategischen Instrument der modernen Militärplanung nachzuzeichnen.
Die Entdeckung der Eisenbahn als militärstrategisches Instrument
Erste Überlegungen zur militärischen Nutzung von Eisenbahnen entstanden bereits noch bevor die erste Strecke in Deutschland zwischen Nürnberg und Fürth im Jahre 1835 eröffnet wurde.
Die Entwicklung des Eisenbahnbaus in England, wo bereits 1825 der erste Personenzug von Stockton nach Darlington fuhr, beflügelte auch die Gedanken einiger Vordenker in Deutschland zur Nutzbarmachung der Eisenbahntechnik.
Im März 1833 veröffentlichte der Unternehmer Friedrich Harkort einen Text mit dem Titel „ Die Eisenbahn von Minden nach Cöln“. Harkort warb vornehmlich aus wirtschaftlichem Interesse für den Bau besagter Strecke. Um aber die finanzielle Unterstützung des Preußischen Staates zu erhalten, legte er auch den militärischen Nutzen dieses Projektes dar. Der Bedrohung des Rheinlandes durch Frankreich könnte durch eine Bahnverbindung von Ostwestfalen ins Rheinland entgegengetreten werden, so Harkort. Die starken militärischen Verbände östlich der Elbe würden bei einem drohenden französischen Angriff so viel zügiger an den Rhein gelangen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der militärischen Nutzung der Eisenbahnen und Darlegung der Forschungsfrage.
2. Die Militärische Bedeutung der Eisenbahn in Deutschland von den Anfängen bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864: Untersuchung der frühen theoretischen Überlegungen und ersten praktischen Transportversuche durch das Militär.
3. Die Eisenbahn in Deutschland entwickelt sich während der Einigungskriege zum zentralen strategischen Faktor der Kriegsführung: Analyse des Wandels der Eisenbahn zum entscheidenden Aufmarsch- und Strategiefaktor in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71.
4. Professionalisierung der militärischen Eisenbahnnutzung in Deutschland während der Friedensperiode 1871 bis 1914: Beschreibung der strukturellen Optimierung und des Baus strategischer Bahnen zur Vorbereitung auf zukünftige Konflikte.
5. Die Rolle der Eisenbahnen in Deutschland während des Ersten Weltkrieges: Untersuchung der logistischen Herausforderungen, der Bedeutung für den Vormarsch und den Stellungskrieg sowie der Rolle der Eisenbahntruppen.
Eisenbahn, Kriegsführung, Preußen, Generalstab, Mobilmachung, Aufmarsch, Schlieffenplan, Logistik, Feldeisenbahn, Erster Weltkrieg, Strategie, Einigungskriege, Transportwesen, militärischer Einsatz, Infrastruktur.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der militärischen Nutzung der Eisenbahn in Deutschland und deren wachsenden Einfluss auf die Kriegsführung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Aufmarschstrategien, der militärischen Eisenbahnorganisation, dem Einsatz in den Einigungskriegen und der logistischen Bedeutung für den Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg.
Ziel ist es, zu untersuchen, in welcher Form und Intensität die militärische Nutzung der Eisenbahn stattfand und wie sie die deutsche Kriegsführung über den betrachteten Zeitraum hinweg beeinflusst hat.
Der Autor wählt eine chronologische Betrachtungsweise, um Entwicklungslinien in der militärischen Eisenbahnnutzung aufzuzeigen und durch eine Analyse primärer Quellen und Fachliteratur zu belegen.
Der Hauptteil umfasst vier Abschnitte, die von den frühen Anfängen über die Einigungskriege bis zur Professionalisierung in der Friedenszeit und dem Einsatz im Ersten Weltkrieg reichen.
Zentrale Begriffe sind Eisenbahn, Kriegsführung, Mobilmachung, Aufmarsch, Logistik, Feldeisenbahn, Strategie und Schlieffenplan.
Der Schlieffenplan basierte essentiell auf einer schnellen, durch Eisenbahnen ermöglichten Truppenkonzentration, was die Eisenbahnen zu einem bestimmenden Faktor der deutschen Strategie machte.
Sie waren als Spezialtruppen für den Bau, Betrieb und die Instandsetzung von Strecken unter Kriegsbedingungen verantwortlich und stellten damit die logistische Durchhaltefähigkeit sicher.
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