Masterarbeit, 2012
90 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG IN BISHERIGEN FORSCHUNGSARBEITEN
2.1.1 Abenteuer – Wagnis – Risiko im Sport (Schleske)
2.1.2 Das Wagnis im Sport (Neumann)
2.1.3 Sinnsuche im Wagnis (Warwitz)
2.1.4 Schlussfolgerungen für die Bestimmung des Wagnisbegriffs
2.2 ETYMOLOGIE DES WAGNISBEGRIFFS
2.3 HEUTIGES WORTVERSTÄNDNIS
2.4 ABGRENZUNG ZU SYNONYM VERWENDETEN BEGRIFFEN
2.4.1 Risiko
2.4.2 Abenteuer
2.5 DETERMINIERUNG DES WAGNISBEGRIFFS
2.5.1 Möglichkeit und Unmöglichkeit einer kontextübergreifenden Wagnisdefinition
2.5.2 Universelle konstitutive Wagnismerkmale der Grundbedeutung „kühnes Unternehmen“
2.5.3 Abschließende Bemerkungen
3 ENTWICKLUNGSTHEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUM WAGNIS IN DER JUGENDPHASE
3.1 JUGEND
3.2 ENTWICKLUNG
3.2.1 Paradigmen zur Konzeptualisierung von Entwicklungstheorien
3.2.2 Auswahl einer geeigneten Entwicklungstheorie
3.3 DAS KONZEPT DER ENTWICKLUNGSAUFGABEN
3.3.1 Definition und Charakteristik von Entwicklungsaufgaben
3.3.2 Vernetzung von Entwicklungsaufgaben
3.3.3 Gültigkeit der Entwicklungsaufgaben
3.3.4 Kritik am Konzept der Entwicklungsaufgaben
3.4 WAGNIS UND ENTWICKLUNG – ERARBEITUNG EINER FRAGESTELLUNG
3.5 ARGUMENTATIONSRAHMEN ZUR FORMULIERUNG EINER THESE
3.6 UNTERSUCHUNGSVORGEHEN
4 STRUKTURMERKMALE DES WAGNISSES IM KONTEXT JUGENDSPEZIFISCHER ENTWICKLUNGSAUFGABEN
4.1 ABLÖSUNG VON DEN ELTERN
4.1.1 Deutung der Ablösung als Krise oder Entwicklungsaufgabe
4.1.2 Ergebnisdarstellung mit Bezug zum Strukturmodell des Abenteuers
4.2 PEER-GROUP
4.2.1 Neue Leute kennenlernen
4.2.2 Auswahl von Freunden und Aufrechterhaltung von Freundschaften
4.2.3 Jugendliches Risikoverhalten
4.2.4 Verortung jugendlichen Risikoverhaltens innerhalb der Entwicklungsaufgabe „Peer“
4.2.5 Risikoverhalten als spezifisches Bewältigungsmuster der Entwicklungsaufgabe „Peer“
4.2.6 Die Schattenseite jugendlichen Risikoverhaltens und der Bezug zum Wagnis
4.2.7 Zusammenfassung der Ergebnisse der Entwicklungsaufgabe „Peer“
4.3 VORBEREITUNG AUF EINE BERUFLICHE KARRIERE
4.3.1 Strukturelle Entwicklungslinien im Berufs- und Bildungssystem
4.3.2 Struktur der Entwicklungsaufgabe Berufsvorbereitung
4.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Entwicklungsaufgabe „Beruf“
4.4 UNTERSUCHUNGSFAZIT
5 DAS WAGNIS UND DIE PÄDAGOGIK
5.1 ALLGEMEINE GEDANKEN ZUR PÄDAGOGISCHEN RELEVANZ DES WAGNISSES
5.2 WERTZUSCHREIBUNG UND SELBSTREFLEXION
5.3 DAS ABWÄGEN IM KONTEXT PSYCHOLOGISCHER RISIKOFORSCHUNG
6 DISKUSSION UND AUSBLICK
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Wagnis entwicklungstheoretisch zu begründen und nachzuvollziehen, inwiefern es für die Entwicklung Jugendlicher von Relevanz ist. Dabei wird geprüft, ob eine Strukturähnlichkeit zwischen der Bewältigung jugendlicher Entwicklungsaufgaben und dem Wagnis besteht, um daraus Ansätze für eine pädagogisch initiierte Praxis des Wagens abzuleiten.
2.5.2 Universelle konstitutive Wagnismerkmale der Grundbedeutung „kühnes Unternehmen“
Die folgenden Merkmale wagenden Handelns ergeben sich aus der Etymologie, sowie aus schlussfolgernden Überlegungen und Bestimmungen. Die Auflistung erhebt deshalb auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Durch eine Beleuchtung des Wagnisphänomens aus anderen Perspektiven (z. B. aus physiologischer, psychologischer oder gesellschaftlicher Perspektive) lassen sich sicherlich noch weitere charakteristische Merkmale erkennen.
Selbst entschiedene Auseinandersetzung mit Unsicherheit, Gefahr oder Verlust
Ein Wagnis beinhaltet immer die (zwanglose) Auseinandersetzung mit Unsicherheit, Gefahr oder Verlust. (vgl. Kap. 2.2 und 2.3). Dadurch erhält das Wagnis einen Ernstcharakter und unterscheidet sich vom Spiel, mit dem es wesentliche Merkmale teilt (WARWITZ 2001, S. 9). Der entstehende Schaden im Falle des Misslingens muss nicht nur den Wagenden selbst, sondern kann auch andere betreffen. So zum Beispiel bei einem Chirurg, der sich wagt, einen Patienten das erste Mal mit einer neuartigen Operationsmethode zu behandeln. Aufgrund der verschiedenen das Wagnis einbettenden Kontexte, ist die Art der Bedrohung außerdem multimodal.20 Wagnisse können z. B. existenzielle, körperliche, soziale oder emotionale Unsicherheiten betreffen. „Wer etwas oder sich selbst wagt, setzt also nicht unbedingt seine körperliche Unversehrtheit aufs Spiel sondern vielleicht lediglich die Kontrolle über die Situation oder das Bild, welches andere von ihm haben“ (HEBEL-SEEGER & LIEDTKE 2003, S. 112). Dem Wagnis ist deshalb auch keine generell existenzielle Bedeutung zuzuschreiben, wie dies etwa SCHLESKE (1977, S. 38-41) oder BOLLNOW (1959, S. 132) proklamieren.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema, Motivation der Arbeit und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Relevanz des Wagnisses für die jugendliche Entwicklung.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNG: Detaillierte etymologische und fachliche Definition des Wagnisbegriffs unter Abgrenzung zu Risiko und Abenteuer sowie Erarbeitung konstitutiver Merkmale.
3 ENTWICKLUNGSTHEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUM WAGNIS IN DER JUGENDPHASE: Analyse der Begriffe Jugend und Entwicklung sowie Einführung in das Konzept der Entwicklungsaufgaben als theoretisches Fundament der Arbeit.
4 STRUKTURMERKMALE DES WAGNISSES IM KONTEXT JUGENDSPEZIFISCHER ENTWICKLUNGSAUFGABEN: Untersuchung der Strukturähnlichkeiten zwischen Wagnis und den Entwicklungsaufgaben Ablösung von den Eltern, Peer-Group sowie Berufsvorbereitung.
5 DAS WAGNIS UND DIE PÄDAGOGIK: Erste Überlegungen zur pädagogischen Relevanz des Wagnisses und Anregungen für eine entsprechende pädagogische Praxis unter Berücksichtigung von Selbstreflexion und Risikoforschung.
6 DISKUSSION UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse der Untersuchung sowie ein Ausblick auf notwendige weiterführende Forschungsaspekte.
Wagnis, Risiko, Abenteuer, Jugendphase, Entwicklungstheorie, Entwicklungsaufgaben, Ablösung, Peer-Group, Berufsvorbereitung, Pädagogik, Wertzuschreibung, Abwägen, Unsicherheit, Bewältigung, Handlungslogik.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Wagnis und menschlicher Entwicklung in der Jugendphase unter Einbeziehung erziehungswissenschaftlicher und psychologischer Theorien.
Die Arbeit behandelt die Begriffsdefinition von Wagnis, die theoretischen Grundlagen der Jugendphase und Entwicklung sowie die Anwendung dieser Konzepte auf jugendspezifische Entwicklungsaufgaben.
Das Hauptziel ist die entwicklungstheoretische Begründung des Wagnisses und die Analyse, inwiefern dieses in der Entwicklung von Jugendlichen eine Relevanz besitzt.
Es wird eine strukturanalytische Betrachtung gewählt, die konstitutive Wagnismerkmale auf jugendliche Entwicklungsaufgaben anwendet, um Strukturähnlichkeiten zu verifizieren.
Im Hauptteil erfolgt eine kritische Begriffsbestimmung, eine theoretische Einordnung der Jugendphase sowie eine Untersuchung der Aufgabenbereiche Ablösung von den Eltern, Peer-Group und Berufsvorbereitung auf wagnisähnliche Strukturen.
Zentrale Begriffe sind das Wagnis, die Jugendphase, Entwicklungsaufgaben, das Abwägen, Wertzuschreibung und Bewältigungsperspektiven.
Während das Risiko oft sachbezogen und berechenbar ist, legt das Wagnis den Schwerpunkt auf die Vorgänge innerhalb der Person und erfordert eine aktive, freiwillige Entscheidung trotz Ungewissheit.
Die Untersuchung zeigt, dass der Prozess der Berufsvorbereitung zwar Unsicherheiten enthält, aber primär durch strukturelle Anforderungen bestimmt ist und somit nur eine geringe Ähnlichkeit zu einer eigenständigen Wagnishandlung aufweist.
Die Peer-Group bietet Räume für experimentierendes Verhalten. Hier können insbesondere evidente Risikoverhaltensweisen wagnisähnliche Funktionen zur Gruppenintegration und Anerkennung erfüllen.
Der Autor argumentiert, dass das Wagniskonzept dem Krisenmodell überlegen ist, da es die wertorientierte Eigenaktivität des Jugendlichen stärker integriert, während das Krisenmodell den Aspekt des „auf das Subjekt zukommenden“ Zwangs stärker betont.
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