Examensarbeit, 2013
108 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Neubeginn des politischen und gesellschaftlichen Lebens im Saargebiet
2.1 Gründung des Autonomiestaats
2.2 Gründung der politischen Parteien
2.3 Presse und Hörfunk im Saarstaat
3. Die Sozialdemokratie im Saarstaat
3.1 Die Sozialdemokratische Partei des Saarlandes
3.2 Die innere Spaltung der Partei
3.3 Sozialdemokratie nach der inneren Spaltung
4. Die Volksabstimmung von 1955 und die offene Spaltung der Partei
4.1 Die Saarfrage als Problem für Europa
4.2 Die Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955
4.3 Die saarländische Sozialdemokratie nach der Volksabstimmung
5. Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die politische Entwicklung der Sozialdemokratischen Partei im Saarland während der Zeit des französischen Protektorats von 1947 bis 1956. Sie analysiert die innerparteilichen Spannungen, die sich vor dem Hintergrund der Saarfrage und unterschiedlicher Lebensentwürfe von Exil-Rückkehrern und Daheimgebliebenen entwickelten, bis hin zur endgültigen Spaltung der Partei.
3.1 Die Sozialdemokratische Partei des Saarlandes
Wie bereits eingangs erwähnt, hatte es die Sozialdemokratie - genauso wie andere linksgerichtete Parteien - schon immer schwer, im Saargebiet Fuß zu fassen, und dies obwohl das Saargebiet im 19. Jahrhundert nach dem Ruhrgebiet und Oberschlesien das drittgrößte Zentrum der Schwerindustrie, also des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie, im Deutschen Reich war. Die Gründe hierfür waren zum einen, dass die Industriegebiete in der Region, anders als z.B. im Ruhrgebiet, relativ isoliert gelegen und so dem Einfluss der Städte mit ihrem organisierten Proletariat fern waren. Zum anderen stammte der Großteil der Arbeitskräfte aus der näheren Umgebung und war auf diese Arbeitsplätze angewiesen, so dass die Arbeitnehmer schlichtweg Konflikte mit ihrem Arbeitgeber vermieden. Die zugewanderten Arbeitnehmer, die hauptsächlich aus dem Hunsrück und vom Niederrhein kamen, waren katholisch und einen ärmlichen Lebensstandard gewohnt und somit ebenfalls wenig geeignet, gegen die bestehende Ordnung zu rebellieren.
Ein weiterer Grund war, dass die saarländische Schwerindustrie bis zu Beginn des 1. Weltkrieges (1914-18) unter dem starken Einfluss des Industriellen Karl Ferdinand Stumm (1836-1901) stand. Dieser hatte ein patriarchisches System der Kontrolle und Unterdrückung der Arbeiterschaft geschaffen, das dem Klassenkampf keinen Raum ließ. Dies ging so weit, dass die saarländische Polizei quasi nie bei Konflikten eingreifen musste, da die Arbeitgeber die ortsgebundenen und auf ihre Arbeitsplätze angewiesenen Arbeiter bereits durch die Androhung einer Entlassung gefügig machen konnten.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsfrage und Erläuterung der verwendeten Begriffe sowie des historischen Kontexts.
2. Neubeginn des politischen und gesellschaftlichen Lebens im Saargebiet: Analyse der Nachkriegssituation, der Gründung des autonomen Saarstaates sowie der allgemeinen politischen und medialen Entwicklung.
3. Die Sozialdemokratie im Saarstaat: Untersuchung der historischen Wurzeln, der organisatorischen Struktur der SPS und der zunehmenden ideologischen und personellen Differenzen innerhalb der Partei.
4. Die Volksabstimmung von 1955 und die offene Spaltung der Partei: Darstellung der Zuspitzung der Saarfrage als europäisches Problem und deren direkte Auswirkungen auf den Wahlkampf und die endgültige politische Spaltung.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklungen und der Rolle der saarländischen Sozialdemokratie unter dem Protektorat.
Saarland, Sozialdemokratie, SPD, Protektorat, Saarfrage, Autonomiestaat, Volksabstimmung 1955, Politische Spaltung, Johannes Hoffmann, Richard Kirn, Remigranten, SPS, Saarstatut, Frankreich, Bundesrepublik Deutschland
Die Arbeit analysiert die Geschichte und Entwicklung der Sozialdemokratischen Partei im Saarland während der Zeit des französischen Protektorats (1947–1956).
Zentrale Themen sind der politische Neuanfang im Nachkriegssaarland, die Rolle der Saarfrage für die deutsche und europäische Politik sowie die interne Zersplitterung der Sozialdemokratie.
Ziel ist es, die Ursachen für die innere Spaltung der SPS zu identifizieren und den Einfluss der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten des Saarstaates auf diesen Prozess zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse historischer Quellen, darunter Dokumentensammlungen, Zeitzeugenberichte und wissenschaftliche Literatur zur saarländischen Geschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des politischen Neuanfangs, die spezifische Situation der Sozialdemokratie und die Zuspitzung durch die Volksabstimmung 1955.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Saarstaat, Protektorat, Sozialdemokratie, politische Spaltung und Volksabstimmung geprägt.
Sie spiegelte den grundlegenden Konflikt zwischen den Bestrebungen zur Autonomie und dem Wunsch nach einer Wiedervereinigung mit Deutschland wider, was die Partei handlungsunfähig machte.
Als Exil-Rückkehrer prägten sie die Parteiführung stark, was zu einem Vertrauensbruch und Konflikten mit der "daheimgebliebenen" Basis führte.
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