Diplomarbeit, 2004
190 Seiten, Note: Sehr gut
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Religiosität
1.1. Aufgaben der Religionspsychologie
1.2. Historisches
1.3. Von Religion, Religiosität und Spiritualität - zur Komplexität der Begriffsbestimmung
1.4. Spiritualität versus Religiosität
1.5. Theorien und Modelle zu Religion und Religiosität
1.5.1. Sigmund Freud: Religion als Illusion
1.5.2. Carl Gustav Jung: Gott als Wirklichkeit der Seele
1.6. Ansätze einer Glaubensentwicklung
1.6.1. Strukturgenetische Stufentheorie von Fowler
1.6.2. Stufen der religiösen Entwicklung nach Oser und Gmünder (1984)
1.7. Ansätze zur Erfassung von Religiosität bzw. religiösen Phänomenen
1.7.1. Das Konzept der extrinsischen und intrinsischen Religiosität
1.7.2. Mehrdimensionale Ansätze zur Erfassung religiöser Einstellungen
1.8. Religiosität und Gesundheit - ein historischer Abriss
1.9. Modell einer integralen Gesundheit am Gesundheitsmodell Schwarzers
1.9.1. Einige empirischer Forschungsergebnisse
2. Suizidalität - Lösung zum höchsten Preis
2.1. Historische Betrachtung des Phänomens Suizid
2.2. Zur Begriffsbestimmung und Komplexität
2.3. Suizid versus Suizidversuch
2.4. Epidemiologie
2.4.1. Einige Zahlen
2.5. Risikogruppen suizidalen Verhaltens
2.6. Suizidalität und Religiosität
2.7. Erklärungsmodelle suizidalen Verhaltens
2.7.1. Erklärungsmodelle suizidalen Verhaltens Jugendlicher
2.7.1.1.Das präsuizidale Syndrom
2.7.2. Psychoanalytische Erkenntnisse
2.7.3. Weitere Verursachungsmomente
2.8. Suizidalität und Depressivität
3. Vom Erscheinungsbild der Depression
3.1. Die „weibliche Depression“?
3.2. Psychosoziale Beeinträchtigungen
3.3. Epidemiologie
3.4. Ätiologie
3.4.1. Psychoanalytischer Ansatz
3.4.2. Behavioristischer Ansatz: Verstärker-Verlust-Modell der Depression
3.4.3. Kognitive Ansätze: Theorie von Beck
3.4.3.1.Das Modell der gelernten Hilflosigkeit von Seligman
3.5. Melancholie und Religion - Historisches
3.6. Depression - Religiosität - Suizidalität
3.7. Depressivität, Suizidalität und Selbstwert
4. Selbstkonzeptforschung - geschichtliche Entwicklung und Definition
4.1. Genese des Selbstkonzeptes
4.2. Das Selbstwertgefühl - der affektiv-evaluative Aspekt des Selbstkonzeptes
4.3. Selbstwertmodell und -theorien
4.4. Einige weitere Forschungsergebnisse zum Thema Selbstwert
4.5. Von der Annahme des Schattens zu einem spirituellen Selbst
4.6. Selbstwertgefühl und Religiosität
5. Grundsätzliches zum Thema Perfektionismus
5.1. Perfektionismus und Religiosität
5.2. Perfektionismus im Kontext von Depressivität, Suizidalität und Selbstwerterleben
6. Allgemeine Fragestellung und Zielsetzung der Untersuchung
6.1. Konkrete Fragestellungen
6.2. Hypothesen
7. Beschreibung der Stichprobe
8. Instrumente der Untersuchung
8.1. Demographischer Fragebogen
8.2. Skala zum spirituellen Wohlbefinden (SWB)
8.2.1. Konzeptualisierung und Entwicklung der Skala zum spirituellen Wohlbefinden
8.3. Fragebogen zur Beurteilung der Suizidgefahr (FBS)
8.4. Beck’sches Depressionsinventar (BDI)
8.5. Frankfurter Selbstkonzeptskalen von Deusinger (FSKN)
8.5.1. Frankfurter Selbstkonzeptskala zur allgemeinen Selbstwertschätzung (FSSW)
8.6. Multidimensionale-Perfektionismus-Sala (FMPS-D)
9. Ablauf der Untersuchung
10. Statistische Auswertung
10.1. Versuchsplan
10.1.1. Gruppeneinteilung der unabhängigen Variable Selbstwertgefühl
10.1.2. Gruppeneinteilung der unabhängigen Variable spirituelles Wohlbefinden
11. Deskriptive Daten
11.1. Stichprobenbeschreibung
11.1.1. Geschlecht
11.1.2. Alter
11.1.3. Vertrauensperson
12. Ergebnisse der Hypothesenprüfung
12.1. Zusammenhangshypothesen 1 bis 5
12.2. Zusammenhangshypothese 6
12.3. Prüfung der Voraussetzung für varianzanalytische Verfahren
12.3.1. Unterschiedshypothesen 7, 8 und 9
12.4. Unterschiedshypothese 10
13. Reliabilitäts- u. Faktorenanalyse der Skala zum spirituellen Wohlbefinden
14. Deskriptive Daten
14.1. Geschlecht
14.2. Alter
14.3. Vertrauensperson
15. Depressivität und Suizidalität
16. Selbstwert, Perfektionismus und Spiritualität im Kontext jugendlicher Depressivität und Suizidalität
17. Von der Bedeutung einer Vertrauensperson
18. Abschließender Kommentar
19. Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Selbstwertgefühl, Perfektionismus und Spiritualität als Korrelate für jugendliche Depressivität und Suizidalität. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Einfluss, den das Vorhandensein oder Fehlen einer Vertrauensperson im Leben der Jugendlichen auf die Ausprägung dieser Variablen hat.
1.2. Historisches
Die Religionspsychologie kann in gewisser Weise auf eine lange Geschichte zurückblicken. Vorwissenschaftliche Stadien sind schon seit der Antike bekannt. Aufgrund ihrer Entwicklung innerhalb von Theologie, Philosophie und den allgemeinen Religionswissenschaften wird das eigentliche wissenschaftliche Stadium aber erst ab Ende des 19. Jahrhunderts relevant (vgl. Holm, 1990).
Im Amerika der Jahrhundertwende etablierte sich die Religionspsychologie - als Verdienst des Theologen Stanley Hall (1864-1924), der als ihr Begründer angesehen werden kann - als eigene Wissenschaft innerhalb der Psychologie.
Der Psychologe und Philosoph William James (1842-1910) - der bekannteste unter Halls Schülern - beeinflusste schließlich mit seinem 1902 veröffentlichten Buch „The Varieties of Religious Experience“ sehr stark die religionspsychologische Forschung (vgl. Fraas, 1990; Holm, 1990).
Französische Wissenschafter - wie beispielsweise Pièrre Janet (1859-1947) mit seinen Fallstudien über den Einfluss mystischer Erlebnisse auf die Psyche bzw. jene Untersuchungen zur moralischen und kognitiven Entwicklung von Kindern des Entwicklungspsychologen Jean Piaget (1896-1980) - übten ebenfalls einen Einfluss auf das Aufkommen religionswissenschaftlicher Arbeiten aus.
Religiosität: Dieses Kapitel behandelt die Aufgaben der Religionspsychologie, ihre historische Entwicklung und verschiedene theoretische Ansätze zur Glaubensentwicklung und Messung religiöser Phänomene.
Suizidalität - Lösung zum höchsten Preis: Hier wird das Phänomen Suizidalität historisch, epidemiologisch und anhand verschiedener Erklärungsmodelle bei Jugendlichen analysiert, inklusive des präsuizidalen Syndroms.
Vom Erscheinungsbild der Depression: Dieses Kapitel definiert das Krankheitsbild der klinischen Depression, diskutiert die geschlechtsspezifische Ausprägung sowie ätiologische Erklärungsmodelle.
Selbstkonzeptforschung - geschichtliche Entwicklung und Definition: Es werden die theoretischen Grundlagen des Selbstkonzepts und des Selbstwertgefühls dargelegt und deren Bedeutung für die psychologische Forschung erläutert.
Grundsätzliches zum Thema Perfektionismus: Hier wird das Konstrukt des Perfektionismus definiert, zwischen gesundem und pathologischem Perfektionismus unterschieden und der Zusammenhang mit Religiosität beleuchtet.
Jugendliche, Depressivität, Suizidalität, Selbstwertgefühl, Perfektionismus, Spiritualität, Religionspsychologie, Vertrauensperson, Krankheitsmodell, psychische Gesundheit, Krisenintervention, Selbstkonzept, psychologische Forschung, Adoleszenz, Copingverhalten
Die Diplomarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen den psychologischen Konstrukten Selbstwertgefühl, Perfektionismus und Spiritualität und deren Rolle im Kontext von Depressionen und suizidalem Verhalten bei Jugendlichen.
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Erforschung von Religiosität und Spiritualität, die Dynamik jugendlicher Suizidalität, das Erscheinungsbild von Depressionen sowie die Bedeutung des Selbstkonzepts und von Perfektionismus.
Das Ziel ist es, zu klären, ob und in welche Richtung diese Konstrukte als Korrelate für jugendliche Depressivität und Suizidalität fungieren und welchen Einfluss soziale Unterstützung, insbesondere durch eine Vertrauensperson, auf diese Variablen hat.
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen Fragebogenerhebung an 109 Schülern. Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS 12.0 unter Anwendung von Korrelationsanalysen und Varianzanalysen.
Der Hauptteil erörtert theoretisch die psychologischen Aspekte von Religion, Suizidalität, Depression, Selbstkonzept und Perfektionismus, stellt die Hypothesen auf und präsentiert die Ergebnisse der empirischen Untersuchung.
Wichtige Begriffe sind Jugendliche, Depressivität, Suizidalität, Selbstwertgefühl, Perfektionismus, Spiritualität und soziale Unterstützung.
Spiritualität wird als eine der drei Hauptvariablen untersucht. Die Arbeit prüft, ob ein höheres spirituelles Wohlbefinden protektive Effekte gegen Depressivität und suizidale Impulse bei Jugendlichen entfaltet.
Die Autorin untersucht, ob die soziale Ressource „Vertrauensperson“ als Puffer bei psychischen Belastungen fungiert und ob Jugendliche, die über eine solche Person verfügen, signifikant niedrigere Depressions- oder Suizidwerte aufweisen.
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