Diplomarbeit, 2013
64 Seiten, Note: gut
I. Ausgangslage
a. Die Einrichtung, die Arbeitsweise, das Klientel
II. Meine psychologischen Grundlagen in der Kunsttherapie
a. Das Menschenbild in der humanistischen Psychologie
b. Das Menschenbild in der Anthroposophie
c. Parallelen und Gegensätze im Menschenbild der humanistischen Psychologie und der Anthroposophie
III. Mein kunsttherapeutischer Ansatz zum vorliegenden Fall
a. Personzentriert, lösungsorientiert
b. Anthroposophisch
IV. Der kunstpädagogische/heilpädagogische Ansatz für ein kunsttherapeutisches Beratungskonzept
V. Humanistische Arbeitsweisen in der Kunsttherapie
a. Emotionsbilder
VI. Anthroposophische Arbeitsweisen in der Kunsttherapie
a. Filzen
VII. Vom Emotionsbild zum Filzbild
VIII. Diagnose, Anamnese, Bild und Gegenbild
a. Anamnese, Bild und Gegenbild Kind Ronja
b. Anamnese Bild und Gegenbild Kind Nele
IX. Das kunsttherapeutische Konzept
a. Vom Emotionsbild zum Filzbild
X. Vorstellung des Therapieverlaufes, Beschreibung der therapeutischen und künstlerischen Methoden
XI. Zusammenfassung und Fazit
XII. Bilddokumentation
XIII. Zitatnachweise
XIV. Literaturverzeichnis
Die Diplomarbeit untersucht den Einsatz von psychosozialer Kunsttherapie als ergänzende Methode in einer Erziehungsfachstelle. Ziel ist es, durch kreative Prozesse wie das Malen von Emotionsbildern und das Filzen die Ausdrucksfähigkeit von Kindern mit belastenden Lebenserfahrungen zu stärken, ihr Gefühlschaos zu ordnen und die Entwicklung eines positiven Selbstbildes sowie gesunder Bewältigungsstrategien zu fördern.
Auszug aus einer Sitzung:
Ich sagte: „Manchmal fühle ich mich traurig, dann fröhlich, manchmal weiß ich auch gar nicht, wie ich mich fühle, manchmal bin ich total wütend und dann habe ich auch manchmal Angst.“ Bei diesen Worten hob Ronja den Kopf und als ich das Wort: „Angst“ gesagt hatte, regte es sich in ihrem Gesicht. Kennst du das auch, fragte ich sie. Sie nickte sehr heftig und versuchte mir etwas zu sagen. Es kamen nur Bruchstücke und es fiel ihr sichtlich schwer ihre Gedanken in Worte zu fassen. Die Augen wurden immer größer und ich spürte ihre Angst. „mein Papa, misch gehauen“ und zeigte auf ihren Rücken. Ihre Stimme wurde immer leiser „bin aufgewacht von die Geister…“ Pause „und mein Papa hat mich wieder ins Bett geschickt.“ „Das war schlimm für dich“ „Jaaa“ ganz doll hat der mich gehauen und zog ihr T-Shirt hoch und zeigte mir die Stelle, die ihr nun wehtat. Sie schaute mich ganz kurz an, setzte sich dann wieder und legte den Kopf wieder auf den Tisch. „Danke, dass du mir davon erzählt hast, das war sehr mutig von dir.“ „mh“ kam von ihr. Ich ließ ihr das Gefühl und ich hoffte ihr damit zu zeigen, dass es völlig okay war, Angst in dieser Situation gehabt zu haben.
I. Ausgangslage: Beschreibung der Erziehungsfachstelle (EZST) als stationäre Einrichtung nach SGB VIII und Vorstellung des kindlichen Klientels mit ihren spezifischen Belastungshintergründen.
II. Meine psychologischen Grundlagen in der Kunsttherapie: Erörterung des Menschenbildes in der humanistischen Psychologie (Maslow/Rogers) sowie in der Anthroposophie und deren Bedeutung für die kunsttherapeutische Begleitung.
III. Mein kunsttherapeutischer Ansatz zum vorliegenden Fall: Erläuterung der personzentrierten sowie anthroposophischen Grundhaltung, die darauf zielt, das Kind als Experten seines eigenen Lebens zu stärken.
IV. Der kunstpädagogische/heilpädagogische Ansatz für ein kunsttherapeutisches Beratungskonzept: Darstellung kreativer Methoden zur Stabilisierung und Persönlichkeitsentwicklung bei emotionalen Belastungen.
V. Humanistische Arbeitsweisen in der Kunsttherapie: Fokus auf das Malen von Emotionsbildern als Möglichkeit, innere Zustände wie Angst, Wut oder Freude sichtbar und besprechbar zu machen.
VI. Anthroposophische Arbeitsweisen in der Kunsttherapie: Fokus auf das Filzen als Prozess, der Kopf, Herz und Hand verbindet und durch rhythmische Wiederholung Selbstheilungskräfte aktiviert.
VII. Vom Emotionsbild zum Filzbild: Übergang von der rein emotionalen Bildarbeit hin zu strukturgebenden Prozessen des Filzens.
VIII. Diagnose, Anamnese, Bild und Gegenbild: Detaillierte Fallvorstellung der zwei Kinder (Ronja und Nele) mit biografischen Daten und entwicklungspsychologischen Beobachtungen.
IX. Das kunsttherapeutische Konzept: Definition der Rahmenbedingungen, Ziele und methodischen Vorgehensweise für die konkrete Arbeit in der Erziehungsfachstelle.
X. Vorstellung des Therapieverlaufes, Beschreibung der therapeutischen und künstlerischen Methoden: Dokumentation ausgewählter Sitzungen und der konkreten therapeutischen Arbeitsschritte.
XI. Zusammenfassung und Fazit: Rückblick auf die therapeutischen Prozesse, Erfolge in der Verhaltensstabilisierung der Kinder und Reflexion der eigenen beruflichen Praxis.
XII. Bilddokumentation: Visuelle Darstellung der im therapeutischen Prozess entstandenen Bilder und Filzobjekte.
XIII. Zitatnachweise: Quellennachweise der verwendeten Literatur und Zitate.
XIV. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur.
Psychosoziale Kunsttherapie, Erziehungsfachstelle, Filzen, Humanistische Psychologie, Anthroposophie, Emotionsbilder, Sorgenfresserchen, Kindertherapie, Trauma, Selbstwertgefühl, Ressourcenorientierung, Selbsterfahrung, Entwicklungsförderung, Beziehung, Stabilität.
Die Arbeit dokumentiert den kunsttherapeutischen Begleitprozess von zwei Kindern in einer Erziehungsfachstelle und untersucht, wie gestalterische Mittel die psychosoziale Stabilisierung fördern können.
Zentrale Themen sind die Integration von humanistischen und anthroposophischen Ansätzen, die emotionale Ausdrucksfähigkeit von Kindern sowie der therapeutische Wert von Materialien wie Schafwolle.
Das Ziel ist es, den Kindern durch einen geschützten kreativen Raum dabei zu helfen, ihr Gefühlschaos zu ordnen, Selbstvertrauen zu gewinnen und konstruktive Bewältigungsstrategien für ihren Alltag zu entwickeln.
Die Autorin kombiniert personzentrierte Ansätze nach Carl Rogers mit anthroposophisch orientierten Methoden (insbesondere das Filzen und Arbeiten mit Farben), ergänzt durch teilnehmende Beobachtung und Falldarstellungen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Herleitung des Konzepts sowie eine ausführliche Falldokumentation, die sowohl das Malen als auch das Filzen als therapeutische Medien beschreibt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Psychosoziale Kunsttherapie, Selbsterfahrung, Ressourcenorientierung und die Förderung von Selbstheilungskräften durch schöpferisches Handeln geprägt.
Das Filzen dient als strukturierendes, rhythmisch-therapeutisches Element, das dem Kind hilft, vom emotionalen Chaos („Flocke“) zur Form und damit zur inneren Ordnung zu gelangen.
Die Kinder zeigen eine wachsende Offenheit und Kommunikationsfreude. Sie nutzen die künstlerischen Mittel, um ihre Belastungen (wie Ängste oder Wut) auszudrücken, was sich positiv auf ihr Verhalten in der Gruppe und im Schulalltag auswirkt.
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