Diplomarbeit, 2004
87 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Theorien der Außenpolitikanalyse
1.3. Methodische Aspekte
1.4. Deutsch-chinesische Beziehungen
2. Außenpolitikanalyse: Der Liberalismus und die internen Faktoren der Außenpolitik (Theorie)
2.1. Grundlegende Aussagen des Liberalismus
2.2. Gesellschaftliche Akteure und deren Interessen
2.3. Staatliche Institutionen als Transmissionsriemen
2.4. Nationales Interesse als Zielvorstellung
2.5. Durchsetzungsfähigkeit von gesellschaftlichen Interessen
3. Deutsche gesellschaftliche Interessen in Bezug zu China (Empirie)
3.1. Gesellschaftliche Interessengruppen I: BINGOs
3.1.1. Unternehmen: das Beispiel Siemens
3.1.2. Wirtschaftsverbände: BDI, DIHK, OAV
3.1.3. Asien-Pazifik-Ausschuss der deutschen Wirtschaft
3.2. Gesellschaftliche Interessengruppen II: NGOs
3.2.1. Menschenrechtsorganisationen: Amnesty International
3.2.2. Umweltorganisationen: Greenpeace
3.2.3. Entwicklungspolitische Stiftungen: Friedrich-Ebert-Stiftung
3.3. Zwischenfazit: Interessenkollisionen und Interessenergänzungen
4. Dominante gesellschaftliche Interessen und deutsche Chinapolitik (Auswertung)
4.1. Dominante gesellschaftliche Interessen
4.2. Deutsches Nationales Interesse und deutsche Chinapolitik
4.3. Rangordnung der gesellschaftlichen Interessen in der deutschen Chinapolitik
4.4. Strategien der deutschen Chinapolitik
4.4.1. Wandel durch Handel
4.4.2. Staatsbesuche
4.4.3. Rechtszusammenarbeit
5. Fazit (Bewertung)
Die Arbeit untersucht mit Hilfe des akteursbasierten Liberalismus, inwiefern innerstaatliche gesellschaftliche Interessen das Außenpolitikverhalten der Bundesrepublik Deutschland gegenüber der Volksrepublik China beeinflussen und prägen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Identifikation dominanter Akteure, deren Durchsetzungsfähigkeit und die tatsächliche Auswirkung auf die Chinapolitik der rot-grünen Regierung.
3.1.1. Unternehmen: das Beispiel Siemens AG
Deutsche Unternehmen sind schon seit vielen Jahren in der VR China aktiv, um vom anhaltend hohen Wirtschaftswachstum des Landes zu profitieren. Seit 1993 verstärkten sie ihr wirtschaftliches Engagement durch Direktinvestitionen erheblich und auch der bilaterale Außenhandel zwischen Deutschland und China legte kräftig zu. Die wichtigsten deutschen Exporte nach China waren dabei Maschinen, elektrotechnisch Erzeugnisse und Kraftfahrzeuge. Namhafte deutsche Großunternehmen, die in China investiert haben und Waren in die Volksrepublik exportieren sind Volkswagen, Henkel, BASF, DaimlerChrysler und Siemens. Sie alle erhöhten in den letzten Jahren noch einmal ihr Investitionsengagement im Reich der Mitte.
Als Beispiel für ein deutsches (Groß-) Unternehmen wird hier die Siemens AG vorgestellt, die schon seit 1872 im Handel mit China tätig ist und die heute mit 21.000 Beschäftigten und einem Umsatz von ca. 4 Mrd. Euro in China zu den größten ausländischen Investoren und Handelspartnern zählt. Die Siemens AG mit ihrem Hauptsitz in München ist ein international tätiges Großunternehmen, das im wesentlichen elektrotechnische und elektronische Produkte herstellt (bsp. Kommunikationstechnik, Automatisierungstechnik, Elektronik für den Schienenverkehr, Turbinen). Mit einem Jahresumsatz von 74 Mrd. Euro und einer weltweiten Mitarbeiterzahl von 417.000 in 2003 gehört die Siemens AG zu den größten deutschen Konzernen und auch zu den bedeutendsten Unternehmen weltweit.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Außenpolitikanalyse mit Fokus auf innerstaatliche Einflussfaktoren und Präsentation des liberalistischen Forschungsansatzes.
2. Außenpolitikanalyse: Der Liberalismus und die internen Faktoren der Außenpolitik (Theorie): Theoretische Fundierung des Liberalismus und Definition von Akteursgruppen, staatlichen Institutionen als Transmissionsriemen und dem Nationalen Interesse.
3. Deutsche gesellschaftliche Interessen in Bezug zu China (Empirie): Empirische Untersuchung der verschiedenen gesellschaftlichen Akteure in Deutschland, unterteilt in BINGOs und NGOs, und deren spezifische Interessen bezüglich Chinas.
4. Dominante gesellschaftliche Interessen und deutsche Chinapolitik (Auswertung): Auswertung der gewonnenen empirischen Daten und Analyse, welche Akteure tatsächlich die deutsche Chinapolitik prägen und wie dies mit dem theoretischen Modell korrespondiert.
5. Fazit (Bewertung): Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die die Dominanz der Wirtschaftsinteressen und die Anwendbarkeit des akteursbasierten Liberalismus bestätigt.
Deutsche Chinapolitik, Außenpolitikanalyse, Liberalismus, Gesellschaftliche Akteure, BINGOs, NGOs, Siemens AG, Interessenvermittlung, Durchsetzungsfähigkeit, Wirtschaftsverbände, Asien-Pazifik-Ausschuss, Wandel durch Handel, Regierungsstrategien, Politische Einflussnahme, Außenwirtschaft.
Die Arbeit analysiert das außenpolitische Verhalten Deutschlands gegenüber der Volksrepublik China mit einem Fokus auf innerstaatliche Einflussfaktoren.
Zentral sind die Rolle von gesellschaftlichen Interessengruppen, deren Durchsetzungsfähigkeit und deren Einfluss auf die offizielle deutsche Regierungspolitik.
Das Ziel ist zu überprüfen, ob die Interessen einflussreicher gesellschaftlicher Akteure – primär der Wirtschaft – die deutsche Chinapolitik unter der Regierung Schröder maßgeblich bestimmen.
Die Arbeit nutzt den akteursbasierten Liberalismus als theoretische Brille, um Kausalzusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Interessen und staatlichem Handeln zu erklären.
Untersucht werden wirtschaftliche Akteure (BINGOs wie Siemens und Verbände wie BDI/DIHK/OAV) sowie soziale/politische Akteure (NGOs wie Amnesty International, Greenpeace und die Friedrich-Ebert-Stiftung).
Die zentralen Konzepte sind Außenpolitikanalyse, Liberalismus, Durchsetzungsfähigkeit, Wirtschaftsinteressen, Interessenkollisionen und die Chinapolitik der rot-grünen Bundesregierung.
Siemens dient als Fallbeispiel für einen BINGO-Akteur, der durch seine wirtschaftliche Bedeutung und die institutionelle Verflechtung (Heinrich von Pierer/APA) direkten Einfluss auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen in China ausübt.
Die Arbeit entlarvt "Wandel durch Handel" als ein vorwiegend innergesellschaftliches Legitimationsinstrument, das ökonomische Interessen als gemeinnützig tarnt, während die empirische Wirksamkeit für politisch-demokratische Reformen fragwürdig bleibt.
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