Examensarbeit, 2016
39 Seiten
1. Einleitung
2. Theorie zum Thema Hochsensibilität - Entstehung des Begriffs
2.1. Ivan Pawlow (1849 – 1936)
2.2. Carl Gustav Jung (1875 – 1961)
2.3. Alice Miller (1923 – 2010)
2.4. Jerome Kagan (1929 – heute)
2.5. Max Wolf
2.6. Elaine Aron (1945 – heute)
2.7. Arthur Aron (1945 – heute)
2.8. Gemeinsame Erkenntnisse der Grundlagenforschung
3. Das Konstrukt – Hochsensibilität
3.1. Begriffserklärung Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität
3.2. Abgrenzung zu ADS / ADHS
3.3. Abgrenzung zu Autismus und Asperger
3.4. Wesentliche Aspekte der Hochsensibilität
3.5. Empathie und Intuition
3.6. Indikatoren zur Feststellung von Hochsensibilität
3.7. Selbsterkenntnis
4. Sozialpädagogische Relevanz
4.1. Sozialpädagogische Kompetenzen
4.2. Hochsensibilität und Schule
4.3. Kognition vs. Emotion
4.4. Alltagssituationen
5. Resümee
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ein tieferes Verständnis für das Konstrukt der Hochsensibilität zu schaffen und deren Relevanz für die sozialpädagogische Praxis zu beleuchten. Dabei wird explizit untersucht, wie Fachkräfte ihr Wissen über diesen Wesenszug nutzen können, um hochsensible Menschen adäquat in ihrer Entwicklung zu unterstützen und gesellschaftliche Inklusion zu fördern, wobei eine bewusste Gestaltung des Reizniveaus im Zentrum steht.
3.1. Begriffserklärung Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität
Unter dem Begriff Hochsensibilität oder Hochsensitivität (‚High Sensory Processing Sensitivity‘) wird ein angeborenes Wesensmerkmal in der Sinnesverarbeitung verstanden. Das betrifft einerseits die Feinheiten Wahrnehmung von Reizen unterschiedlichster Art, Qualität, Intensität und andererseits das Potenzial von Überwältigung zu starker Reize (vgl. Aron 2014b, S. 20).
Anzumerken ist, dass sich bei der Übersetzung ins Deutsche fälschlicherweise der Begriff Hochsensibilität eingebürgert hat, anstatt Hochsensitivität. Da jedoch Sensitivität weit mehr beinhaltet, als lediglich empfindsam und sensibel zu sein entspricht das so nicht dem theoretischen Konzept von Arons High Sensory Processing Sensitivity. In den meisten Publikationen sowie in dieser Arbeit werden beide Begriffe akzeptiert und verwendet, jedoch stets im Sinne des Begriffs Hochsensitivität (vgl. Trappmann-Korr 2012, S. 27).
Wenn Sie also von Hochsensibilität hören, dann ist dies in den meisten Fällen identisch mit der hier beschriebenen Hochsensitivität. Sensitivität leitet sich von dem lateinischen Begriff sentire ab, und dies bedeutet so viel wie ‚empfinden‘ oder ‚fühlen‘. Hier wird deutlich, dass Sensitivität über den Begriff der Sensibilität hinausgeht, denn aus wahrnehmungspsychologischer Sicht wird die Komponente der Gefühle mit einbezogen. Sensibel zu sein, heißt nämlich nicht automatisch auch ‚sensibel‘ wahrzunehmen. Sensitive Wahrnehmung lässt sich nicht immer rein rational über die klassischen Sinneswege erklären, denn Phänomene wie feinstoffliche Wahrnehmung oder Empfindung, Intuition, Empathie, die ‚Gabe des Gesichts‘ und Psi Fähigkeiten sind ein wesentlicher Bestandteil der Hochsensitivität. Es besteht also ein großer Unterschied zwischen sensibel und sensitiv, und streng genommen ist ein hochsensitiver Mensch (HSM) zwar immer sensibel, aber ein hochsensibler Mensch nicht immer auch hochsensitiv! (Ebd.)
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, einen Einblick in das Thema Hochsensibilität im sozialpädagogischen Kontext zu geben und Wege zur Inklusion aufzuzeigen.
2. Theorie zum Thema Hochsensibilität - Entstehung des Begriffs: Das Kapitel verfolgt chronologisch die wissenschaftlichen Wurzeln der Hochsensibilität von frühen Forschern wie Pawlow und Jung bis hin zu modernen Ansätzen von Elaine und Arthur Aron.
3. Das Konstrukt – Hochsensibilität: Hier werden die wesentlichen Merkmale der Hochsensibilität detailliert beschrieben und von klinischen Phänomenen wie ADS, ADHS und Autismus abgegrenzt.
4. Sozialpädagogische Relevanz: Dieses Kapitel erörtert die konkrete Anwendung des Wissens über Hochsensibilität in der Praxis, insbesondere in der Beratung, in der Schule und bei der Bewältigung von Alltagssituationen.
5. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass Hochsensibilität ein wichtiges, aber in der Fachwelt noch unterrepräsentiertes Thema ist, dessen Berücksichtigung in der Sozialpädagogik essentiell für die Lebensqualität der Betroffenen ist.
Hochsensibilität, Hochsensitivität, Sozialpädagogik, Wahrnehmung, Sinnesverarbeitung, Reizüberflutung, Inklusion, ADHS-Abgrenzung, emotionale Intelligenz, Stressprävention, Persönlichkeitsentwicklung, Beratung, soziale Kompetenz, Empathie, Intuition.
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Fundierung und der praktischen Bedeutung von Hochsensibilität, speziell für den sozialpädagogischen Bereich und den Umgang mit hochsensiblen Kindern und Jugendlichen.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Herleitung, der psychologischen Abgrenzung zu anderen Diagnosen, der Analyse der Symptomatik und den konkreten Anforderungen an die sozialpädagogische Arbeit.
Das Ziel ist die Sensibilisierung von Fachkräften, um einen adäquaten Umgang mit hochsensiblen Menschen zu ermöglichen, mit der zentralen Frage, wie dieses Wissen zur Erfüllung sozialpädagogischer Aufgaben beiträgt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Erkenntnisse sowie auf der Zusammenführung populärwissenschaftlicher und universitärer Quellen.
Der Hauptteil erörtert die Entstehungsgeschichte des Begriffs, definiert das Konstrukt der Hochsensibilität, grenzt es von ADS/ADHS und Autismus ab und gibt konkrete Hinweise für das pädagogische Handeln in Schule und Alltag.
Wichtige Begriffe sind Hochsensibilität, Reizverarbeitung, Inklusion, sozialpädagogische Kompetenzen, emotionale Empfänglichkeit und Stressbewältigung.
Während ADHS oft durch allgemeine Verhaltensauffälligkeiten in allen Situationen gekennzeichnet ist, zeigen sich die Besonderheiten hochsensibler Kinder oft nur unter Überstimulation, während sie ansonsten über eine hohe Konzentrationsfähigkeit verfügen.
Die Intuition ist eng mit der feinen Sinneswahrnehmung verbunden; hochsensible Menschen verarbeiten Informationen unbewusst und tiefgründig, was ihnen oft ein schnelles Erfassen komplexer sozialer Situationen ermöglicht.
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