Bachelorarbeit, 2015
53 Seiten, Note: 2,1
B. Der organisationale Wandel des IWF – Policy Learning als theoriegeleiteter Erklärungsansatz des Paradigmenwechsels einer Internationalen Organisation
I. Einleitung
II. Policy Learning
1. Einführung in das Lernen in der Politik
1.1 Einführung in das Lernen
1.2 Einführung in die Akteure des Lernens
1.3 Ansätze des Lernen in der Politik
1.3.1 Beratungsorientierte Ansätze
1.3.2 Analyse orientierte Ansätze
1.3.3 Soziologisch orientierte Ansätze
1.3.4 Übersichtstabelle: Drei elementare lerntheoretischer Ansätze
1.4 Zwischenfazit: Warum Hall?
2. Halls Theorie des Sozialen Lernens
2.1 Historischer Institutionalismus
2.2 Politikfeld
2.3 First Order Change
2.4 Second Order Change
2.5 Third Order Change
2.6 Paradigmenwechsel
2.7 Die Idee im politische Prozess
3. Erwarteter Erklärungswert
III. IWF
1. Geschichte: Gründung, Übereinkommen, Ziele
2. Organisationsstruktur
2.1 Mitgliedschaft und Quoten
2.2 Organe
2.2.1 Gouverneursrat
2.2.2 Exekutivdirektorium
2.2.3 Geschäftsführender Direktor
2.2.4 Beratungs- und Kontrollkomitees
2.3 Stimmrecht und Wahlsystem
2.4 Mittelaufkommen
3. Instrumentarien
3.1 Überwachung und Konsultation
3.2 Finanzierungsmechanismen
3.2.1 Ausgestaltung der Kredite
3.2.2 Kredite
3.3 Technische Unterstützung
4. Demokratische Legitimation
IV. Der Paradigmenwechsel in der Organisation des IWF – ein theoriegeleiteter Erklärungsversuch
1. Die Gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
1.1 Globalisierung
1.2 Die Ökonomie des Weltmarktes
1.3 Neoliberalismus als Politik-Paradigma
1.4 (Neo)Keynesianismus
1.5 Gegenüberstellung Neoliberalismus – Keynesianismus
2. Der Wandel des IWF
2.1 First Order Change
2.2 Second Order Change
2.3 Third Order Change
V. Fazit
Die Arbeit untersucht den organisationalen Wandel des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach der Wirtschaftskrise 2007/2008. Ziel ist es, mithilfe der Theorie des "Social Learning" nach Peter Hall zu bestimmen, ob und in welchem Ausmaß ein Paradigmenwechsel – weg vom Washington Consensus hin zu einem wiederauflebenden Keynesianismus – in der Institution stattgefunden hat.
2.7 Die Idee im politische Prozess
Ebendieser Erfolg ist auch mit der Rolle von Ideen zu kontextualisieren, welche in der Theorie Halls eine ausschlaggebende Rolle zukommt. Ein Paradigma wird, wie eingangs bereits erwähnt, in einer Anlehnung an die kuhnsche Terminologie, als ideeller und interpretativer Rahmen verstanden (Hall, 1993: 279; vgl. Blyth, 1997: 234). Mithin wird der Idee im politischen Prozess quasi gestaltender Charakter zugesprochen. Hall versteht Paradigmata also als Prismen, durch die das Politikfeld betrachtet wird (Hall, 1993: 279). Gerade in hoch technischen Zusammenhängen, kann es jedoch vorkommen, dass sich Paradigmata nicht vollständig durchsetzen. Dies steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erfordernis von Spezialwissen und Expertentum, sodass Paradigmata in administrativen Routinen verankert werden müssen (Hall, 1993: 291).
Gerade in diesem Kontext wird deutlich, dass der Lernbegriff Halls neutral zu begreifen ist. Es kommt zu keiner Bewertung von der Veränderungen. Vielmehr wird die Attraktivität einer Idee, eines Standards, letztlich eines Paradigmas unter den Gesichtspunkten der economic, political und administrative viability – also ihrer Durchsetzbarkeit – beurteilt. Hall betont dabei, dass emergente Ideen stets dann auf eine höhere Akzeptanz – und mithin auf viability – stoßen, sobald Akteure diese als ansprechend wahrnehmen und Anknüpfungspunkte zu bestehenden Theorien evident sind (Hall, 1989: 372):
„Any doctrine is more likely to be accepted by professional economist if it is theoretically appealing, and that will turn on its relationship to existing theory. “
II. Policy Learning: Theoretische Einführung in die Konzepte des Lernens in der Politik, mit Fokus auf die Kategorisierung nach Biegelbauer und die Theorie des Sozialen Lernens nach Hall.
III. IWF: Detaillierte Darstellung der Geschichte, Organisationsstruktur, Stimmrechtsverhältnisse, Instrumentarien und der demokratischen Legitimation des IWF.
IV. Der Paradigmenwechsel in der Organisation des IWF – ein theoriegeleiteter Erklärungsversuch: Analyse des Politikwandels des IWF seit der Finanzkrise 2007/2008 anhand der drei Stufen des Lernens nach Hall sowie eine Untersuchung des Konflikts zwischen Neoliberalismus und Keynesianismus.
V. Fazit: Kritische Zusammenführung der Ergebnisse zur Frage des Paradigmenwechsels unter Berücksichtigung des Erklärungswerts der hallschen Theorie.
Internationaler Währungsfonds, IWF, Policy Learning, Social Learning, Peter Hall, Paradigmenwechsel, Neoliberalismus, Keynesianismus, Washington Consensus, First Order Change, Second Order Change, Third Order Change, Finanzkrise, Organisationswandel, Konditionalität.
Die Arbeit analysiert, wie sich der Internationale Währungsfonds (IWF) als Reaktion auf die Wirtschaftskrise 2007/2008 inhaltlich und organisational gewandelt hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Politikfeldanalyse, der Theorie des Sozialen Lernens, der internen Struktur des IWF sowie der ideologischen Debatte zwischen neoliberalen und keynesianischen Wirtschaftsmodellen.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob der Wandel der IWF-Politik als tatsächlicher Paradigmenwechsel im Sinne von Peter Halls "Social Learning" interpretiert werden kann.
Es wird eine theoriegeleitete Politikfeldanalyse durchgeführt, die den Wandel anhand von drei Stufen (First, Second, Third Order Change) klassifiziert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine ausführliche Bestandsaufnahme des IWF-Apparats und die Anwendung des Erklärungsmodells auf aktuelle Reformbestrebungen des IWF.
Zentrale Begriffe sind Policy Learning, Paradigmenwechsel, IWF, Washington Consensus, Keynesianismus und strukturelle Anpassungsprogramme.
Dieser Begriff markiert den seltenen Fall eines grundlegenden Paradigmenwechsels, bei dem Ziele, Instrumente und interpretative Rahmen gleichzeitig verändert werden – der kritische Punkt der Untersuchung.
Die Experten und Technokraten des IWF werden als treibende Akteure gesehen, die auf Anomalien reagieren, jedoch oft in bürokratischen Routinen gefangen bleiben, die einen schnellen Wandel erschweren.
Es bezieht sich auf die öffentliche Distanzierung der G20 und des IWF von der bisherigen, rein marktfundamentalistischen Konditionalitätspolitik zugunsten flexiblerer, keynesianisch orientierter Ansätze.
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