Masterarbeit, 2013
103 Seiten, Note: 1,7
1. Von der griechischen Schuldenkrise zur Solidarität in der EU
2. Solidarität der Europäischen Union
2.1 Solidarität
2.1.1 Ursprung und Bedeutung von Solidarität
2.1.2 Trennung des Solidaritätsbegriffs von anderen verwandten Begriffen
2.1.3 Entwicklung und Formen der Solidarität
2. 2 Solidarität in der Rechtsgemeinschaft der Europäischen Union
2.2.1 Funktionsweise des Unionsrechts
2.2.1.1 Verbindliche Rechtsakte der EU
2.2.1.2 Unverbindliche Handlungsformen der EU – „Soft law“
2.2.2. Verbindung von Unionsrecht und Solidarität
2.2.3 Solidarität im Recht der EU
2. 3 Solidaritätsprinzip der EU
2.3.1 Solidaritätsprinzip als Rechtsprinzip der EU
2.3.2 Solidaritätsprinzip als Politisches Prinzip der EU
2.3.3 Dimensionen des rechtlichen Solidaritätsprinzips der EU
2.3.3.1 Prozedurale Dimension
2.3.3.1.1 Rechtliche Pflicht zum solidarischen Verhalten
2.3.3.1.2 Rechtliche Regelung des solidarischen Verhaltens
2.3.3.2 Materielle Dimension
2.3.3.2.1 Finanzausgleich – Bedeutung und Funktionsweise
2.3.3.2.2 Die materielle Dimension der Solidarität im Finanzsystem der EU
3. Solidarität in der Wirtschafts- und Währungsunion der EU
3.1 Wirtschafts- und Währungsunion der EU
3.1.1 Grundsätze der Solidität in der Wirtschafts- und Währungsunion
3.1.2 Funktionsweise der Wirtschafts- und Währungsunion
3.2 Eingeschränkte Solidarität in der Wirtschafts- und Währungsunion
3.3 Rechtliche Grenzen der Solidarität in der Wirtschafts- und Währungsunion
3.3.1 Finanzierungsausschluss
3.3.2 Haftungsausschluss – Nichtbeistandsklausel
3.3.2.1 Ausnahme der Nichtbeistandsklausel
3.3.2.2 Unterschiedliche Sichtweise der Nichtbeistandsklausel
3.3.2.3 Teleologische Reduktion der Nichtbeistandsklausel
3.3.2.4 Teleologische Reduktion als Anreiz für Moral-Hazard-Verhalten
4. Die erste Griechenlandhilfe im Mai 2010
4.1 Wirtschaftliche und politische Entwicklung Griechenlands
4.2 Ursachen der griechischen Schuldenkrise
4.3 Gewährung der ersten Griechenlandhilfe im Mai 2010
4.3.1 EK, EZB und IWF – europäische Troika
4.3.2 Mitgliedstaaten der Eurozone
4.3.3 Maßnahmen von Griechenland
4.4 Einstellung der Slowakei zur Griechenlandhilfe
5. Solidarität und Griechenlandhilfe
5.1 Befürwortende Partei
5.2 Gegnerische Partei
5.3 Vergleich der Solidaritätssichtweise der beiden Parteien
5.3.1 Analyse und Definition der Solidarität nach der befürwortenden Partei
5.3.2 Analyse und Definition der Solidarität nach der gegnerischen Partei
5.3.3 Konflikt zwischen Solidaritätsverständnissen in der griechischen Schuldenkrise
6. Spieltheoretische Analyse des slowakischen „Nein“ zur Griechenlandhilfe
6.1 Gefangenendilemma
6.2 Spieltheoretische Darstellung des Entscheidungsprozesses der Griechenlandhilfe
6.2.1 Solidaritätsdilemma der Slowakei
6.2.2 Mögliche Gründe für die Ablehnung der Griechenlandhilfe
7. Solidarisch oder unsolidarisch? Abschließende Bewertung der slowakischen Ablehnung zur Griechenlandhilfe
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen europäischer Solidarität und nationaler Eigenverantwortlichkeit am Beispiel der griechischen Schuldenkrise. Das primäre Ziel besteht darin, aufzulösen, ob die slowakische Ablehnung der ersten Griechenlandhilfe im Jahr 2010 einen Verstoß gegen das europäische Solidaritätsprinzip darstellt oder als legitime, rationale Entscheidung zu bewerten ist.
3.3.2 Haftungsausschluss – Nichtbeistandsklausel
Es ist im Interesse der Union, ihre Mitgliedsstaaten zur eigenverantwortlichen und soliden Führung des Haushalts motivieren. Bei der Schaffung solcher Anreize muss sie jedoch auf ihre Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit achten. Denn je mehr Solidarität die Union oder die Mitgliedsstaaten durch Eintreten für Verbindlichkeiten oder Schulden eines Mitgliedsstaats zeigen, desto größer wird der Anreiz für die Mitgliedsstaaten zu unverantwortlichem und unsolidem Verhalten im Bereich der Haushaltsführung.
Die Lösung für solchen Missbrauch der Solidarität in der Wirtschafts- und Währungsunion stellt der Art. 125 AEUV dar. Diese Norm untersagt der Union, für die Verbindlichkeiten der mitgliedsstaatlichen Zentralregierungen zu haften sowie für diese einzutreten. Nicht nur der Union, sondern auch ihrem Mitgliedsstaat verbietet der Art. 125 Abs. 1 AEUV die Haftung und das Eintreten für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen anderer Unionsstaaten.
Nach dem Schlüsselgedanken des Haftungsausschlusses für die Verbindlichkeiten der Unionsstaaten ist der Art. 125 AEUV auch als „no bail out“-Klausel bzw. Nichtbeistandsklausel bekannt. Durch diesen Ausschluss der Haftung sollen die Mitgliedsstaaten unter Druck gesetzt werden und sich eigenverantwortlich und diszipliniert im Bereich der Haushaltsführung verhalten. Aus diesem Grund ist der Art. 125 AEUV unmittelbar anzuwenden.
Zusammen mit den Artikeln 123 AEUV und 124 AEUV ist der Art. 125 AEUV die dritte Regelung, welche die disziplinierte Führung des mitgliedsstaatlichen Haushalts gebietet.
1. Von der griechischen Schuldenkrise zur Solidarität in der EU: Einleitung in die Thematik der griechischen Schuldenkrise, die Rolle der Solidarität als Motivationsgrundlage für Hilfen sowie die Kontroverse um die slowakische Ablehnung.
2. Solidarität der Europäischen Union: Theoretische Herleitung des Solidaritätsbegriffs, seiner rechtlichen Einbettung und der verschiedenen Dimensionen des Solidaritätsprinzips im Unionsrecht.
3. Solidarität in der Wirtschafts- und Währungsunion der EU: Untersuchung der spezifischen Regeln der Wirtschafts- und Währungsunion, der Bedeutung von Haushaltsdisziplin und der rechtlichen Grenzen von Solidarität.
4. Die erste Griechenlandhilfe im Mai 2010: Darstellung der wirtschaftlichen Hintergründe Griechenlands, der Ursachen der Krise und der konkreten Ausgestaltung des ersten Hilfspakets inklusive der slowakischen Position.
5. Solidarität und Griechenlandhilfe: Analyse der medialen Diskurse und unterschiedlichen Solidaritätsverständnisse zwischen der befürwortenden Partei und der slowakischen Gegenseite.
6. Spieltheoretische Analyse des slowakischen „Nein“ zur Griechenlandhilfe: Anwendung spieltheoretischer Konzepte, insbesondere des Gefangenendilemmas, zur Untersuchung des rationalen Verhaltens der Slowakei und möglicher Gründe für die Ablehnung.
7. Solidarisch oder unsolidarisch? Abschließende Bewertung der slowakischen Ablehnung zur Griechenlandhilfe: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zur moralischen und rechtlichen Bewertung der slowakischen Haltung.
Europäische Union, Griechische Schuldenkrise, Solidaritätsprinzip, Nichtbeistandsklausel, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Slowakei, Wirtschafts- und Währungsunion, Haushaltsdisziplin, No-Bail-Out, Europarecht, Moral Hazard, Teleologische Reduktion, Finanzkrise, Hilfspakete.
Die Masterarbeit analysiert den Konflikt zwischen EU-Mitgliedstaaten während der griechischen Schuldenkrise, fokussiert auf das slowakische „Nein“ zur ersten Finanzhilfe im Jahr 2010, und bewertet dieses Verhalten anhand spieltheoretischer und europarechtlicher Kriterien.
Die zentralen Themen sind das Solidaritätsverständnis innerhalb der Europäischen Union, das europäische Recht im Kontext der Wirtschafts- und Währungsunion, die Ursachen der griechischen Krise sowie spieltheoretische Erklärungsansätze für staatliches Handeln.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Slowakei durch ihre alleinige Ablehnung der ersten Griechenlandhilfe im Jahr 2010 gegen das Solidaritätsprinzip der EU verstoßen hat oder ob ihr Verhalten innerhalb eines rationalen und rechtlich vertretbaren Rahmens lag.
Die Arbeit nutzt neben einer politikwissenschaftlichen und rechtlichen Literaturanalyse der EU-Grundlagen vor allem einen spieltheoretischen Ansatz, konkret das Modell des Gefangenendilemmas, um das strategische Verhalten der Slowakei zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Solidaritätsbegriff, die detaillierte Darstellung der griechischen Schuldenkrise, die mediale Gegenüberstellung der Solidaritätssichtweisen und die spieltheoretische Modellierung des slowakischen Entscheidungsprozesses.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Solidaritätsprinzip, Griechenlandhilfe, Wirtschafts- und Währungsunion, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Nichtbeistandsklausel, Haushaltsdisziplin und Eigenverantwortung.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass im Fall der Ablehnung der Griechenlandhilfe seitens der Slowakei kein formaler Verstoß gegen das Solidaritätsprinzip der EU vorliegt, da das Hilfspaket auf freiwilliger politischer Basis und nicht zwingendem Primärrecht basierte.
Die Spieltheorie dient als Modell zur Erklärung, warum sich die Slowakei trotz des allgemeinen Interesses an der Stabilität der Währungsunion für eine nichtkooperative Strategie („Defektion“) entschied, um ihren eigenen Nutzen zu maximieren und das Moral-Hazard-Risiko zu minimieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

