Masterarbeit, 2011
124 Seiten, Note: 2.1
1. Einleitung
1.1 Problemstellung/Zielstellung
1.2 Forschungsmethoden
1.3 Vorgehensweise
2. Westliche Gesellschaftsentwicklungen
2.1 Gesellschaftsentwicklungen nach Elias
2.2 Entwicklung der Polizei nach Winter
2.3 Folgeentwicklungen
2.4 Auslandsanforderungen an die deutsche Polizei
2.5 Das Trennungsgebot
3. Afghanistan
3.1 Geschichtliche Entwicklungen Afghanistans
3.2 Die deutsch-afghanischen Beziehungen
3.3 Strukturierungen
3.3.1 Das Gewaltmonopol und die Rechtstaatlichkeit
3.4 Die Sicht der Experten
3.5 Der afghanische Weg zu einer eigenen Organisationsstruktur?
3.6 Das Engagement arabischer Staaten
4. Deutsche Polizei in Auslandsmissionen
4.1 Internationale polizeiliche Zusammenarbeit in Afghanistan
4.1.1. Zusammenarbeit mit internationalen Kräften
4.1.2. Zusammenarbeit mit Afghanen
4.2 Folgen des Auslandsengagements
5. Kulturen
5.1 Polizeikulturparadigmen
5.2 Auf dem Weg zur Interkultur
5.3 Die Sicht der Beamten
6. Interkulturell kommunizieren
6.1 Kommunikation
7. Transferüberlegungen
8. Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen und Probleme, die entstehen, wenn das historisch und gesellschaftlich gewachsene deutsche Polizeiverständnis auf afghanische Strukturen und kulturelle Auffassungen trifft. Ziel ist es, die Komplexität internationaler Polizeimissionen zu beleuchten und Ansätze für eine verbesserte Vorbereitung und Durchführung solcher Einsätze zu extrahieren.
2.5 Das Trennungsgebot
Das Zusammenwirken und das gemeinschaftliche Arbeiten von Polizei und Militär sowie das paramilitärische Agieren von Polizeikräften scheint demnach ein rechtliches Problem zu reflektieren. Die Frage nach der adäquaten Zusammenarbeit und rechtlichen Zuständigkeit beinhaltet ebenso zu gleichen Teilen die Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr im Inneren, zur Abwehr von Gefahren, die sich außerhalb polizeilicher Maßnahmen und Möglichkeiten befinden. Die Verfahrensweise innerhalb des Staatsgebietes der Bundesrepublik wird über die Zuständigkeit des Grundgesetzes geregelt. Nach der Einführung der Wehrverfassung 1956 stehen die jeweiligen Regelungskomplexe für die innerstaatliche Verwendung gegenüber (Art. 35 Abs. 2 und 3 GG und Art 87a Abs. 4 Satz 1 GG). Fischer-Lescano behauptet, dies geschehe mit einer solchen Konsequenz, dass dieses Prinzip auch für das Ausland gelte (2003).
Außerhalb dieses Gebietes ist dies jedoch ausdrücklich nicht in dem gleichen Maße geregelt, und dies ist der „Stein des Anstoßes“. Wiefelspütz betont, dass es sogar Meinungen gäbe, die argumentieren, dem Grundgesetz sei ein striktes Trennungsgebot zu entnehmen, welches den Streitkräften im Ausland verbiete, polizeiliche Aufgaben zu erfüllen (2011). Die Konstellation, das deutsche Uniformierte wieder außerhalb des Staatsgebietes mit Waffen und Exekutivbefugnissen bewegen, war bei der Schaffung gesetzlicher Regelungen nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch noch kein Thema. Dennoch agierte und agiert mittlerweile die Bundeswehr auch in originär rein polizeilichen Zuständigkeiten im Ausland. Dies bedingte unter anderem ein vielfältiges Stimmungs- und Meinungsbild in der rechtswissenschaftlichen Literatur, in der zum einen für eine Trennung gesprochen wurde (Schultz, Brinkmann, Heinicke, Braun/Plate), und zum anderen, wo der Gedanke von einem ungeschriebenen Trennungsgebot nicht überzeugend ist (Wolff, Heintschel von Heinegg). Das Verhältnis des Trennungsgebotes der Nachrichtendienste zur Polizei sei nicht übertragbar auf das von Polizei und Militär. Hier existiere kein alliierter Polizeibrief.
Trotzdem darf nicht versäumt werden, dass die Rechtsbetrachtung bei beiden Sichtweisen generell auf den Schwerpunkt der jeweiligen Maßnahme abgestimmt sein muss (Fischer- Lescano 2009).
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen und sicherheitspolitischen Kontext, der zur Entsendung deutscher Polizeikräfte in internationale Missionen führte.
2. Westliche Gesellschaftsentwicklungen: Hier wird die Entwicklung der Polizei in westlichen Gesellschaften sowie die Bedeutung des Trennungsgebots im historischen Kontext erläutert.
3. Afghanistan: Dieses Kapitel behandelt die afghanische Geschichte und die deutsch-afghanischen Beziehungen als Grundlage für das Verständnis der aktuellen Herausforderungen vor Ort.
4. Deutsche Polizei in Auslandsmissionen: Hier liegt der Fokus auf der praktischen Zusammenarbeit mit internationalen Akteuren sowie Afghanen und den Folgen dieses Engagements für die Beamten.
5. Kulturen: Dieser Abschnitt thematisiert kulturelle Unterschiede, Polizeikulturen und die Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im Dienst.
6. Interkulturell kommunizieren: Hier wird die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Kommunikation unter Einsatz von Dolmetschern und bei kultureller Distanz diskutiert.
7. Transferüberlegungen: In diesem Kapitel werden die im Ausland gewonnenen Erkenntnisse für den polizeilichen Alltag in Deutschland reflektiert.
8. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet Empfehlungen für die künftige Gestaltung von Auslandsmissionen und die Vorbereitung der Beamten ab.
Polizeiaufbau, Afghanistan, Interkulturelle Kompetenz, Sicherheitssektor, Auslandseinsatz, Rechtsstaatlichkeit, Polizeiarbeit, FDD, Werte und Normen, Kulturverständnis, Aus- und Fortbildung, Kommunikation, Trennungsgebot, Polizeikultur, Mentoring.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Aufgaben und Herausforderungen deutscher Polizeibeamter während Auslandseinsätzen in Afghanistan, insbesondere im Kontext von interkulturellen Spannungsfeldern.
Zentrale Themen sind der Polizeiaufbau vor Ort, die Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern sowie die Reflexion über kulturelle Prägungen und polizeiliches Selbstverständnis.
Es soll geklärt werden, welche Probleme bei der Konfrontation deutscher polizeilicher Normen mit der afghanischen Realität auftreten und ob Erkenntnisse aus diesen Einsätzen auf das Polizeiwesen in Deutschland übertragbar sind.
Der Autor führt eine qualitative Analyse durch, die maßgeblich auf Experteninterviews mit deutschen Polizeibeamten basiert, die aktiv an Auslandsmissionen in Afghanistan teilgenommen haben.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung westlicher Polizeientwicklung, die Analyse der afghanischen Gegebenheiten, die praktischen Erfahrungen der Beamten sowie die theoretische Aufarbeitung von Kultur und interkultureller Kommunikation.
Polizeiaufbau, Afghanistan, Interkulturelle Kompetenz, Sicherheitssektor und interkulturelle Kommunikation stehen im Mittelpunkt der Analyse.
Die Experten bemängeln mehrheitlich die Kürze und die mangelnde Spezifität der interkulturellen sowie praktischen Vorbereitung für das hochkomplexe Umfeld in Afghanistan.
Das Trennungsgebot wird als deutsche Besonderheit thematisiert, die im Auslandseinsatz oft mit der militärischen Realität kollidiert, was zu Spannungen bei der Rollendefinition der Polizeikräfte führt.
Die Experten benennen Machtmissbrauch, mangelnde materielle Ausstattung, tief verwurzelte korruptionsfördernde Strukturen und massive Bildungsdefizite bei lokalen Polizeikräften als zentrale Hindernisse.
Die Experten reflektieren einen persönlichen Zugewinn an Gelassenheit und ein besseres Verständnis für Migranten, bewerten eine direkte berufliche Transferierbarkeit der Erfahrungen jedoch differenziert bis skeptisch.
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