Bachelorarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Strukturelle Einbettung der Prostitution
2.1 Definition Prostitution
2.2 Empirische Daten zur Prostitution
2.3 Motive für die Ausübung von Prostitution
3 Diskurse um gesellschaftliche Bewertungsansätze
3.1 Prostitution im feministischen Diskurs
3.1.1 Die ablehnende Position
3.1.2 Die anerkennende Position
3.2 Prostitution im politisch-rechtlichen Diskurs
3.2.1 Das Prostitutionsgesetz in Deutschland
3.2.1.1 Kritik
3.2.1.2 Positive Auswirkungen
3.2.2 Freierbestrafung in Schweden
3.2.2.1 Kritik
3.2.2.2 Positive Auswirkungen
4 Stigmatisierung von Prostituierten
4.1 Definition und Merkmale von Stigmatisierungen
4.2 Stigmatisierende Typifikationen von Prostituierten
4.2.1 Antizipationen zu Beruf und Persönlichkeit
4.2.2 Räumliche und physische Unreinheit
4.2.3 Angst, Misstrauen und Fremdheit
4.3 Ursachen der Stigmatisierung von Prostituierten
4.3.1 Trennung von Sexualität und Emotionen
4.3.2 Promiskuität im patriarchalen System
4.3.3 Doppelmoral und Funktionalisierung
4.4 Funktionen von Stigmatisierungsprozessen
4.5 Folgen von Stigmatisierung bei Prostituierten
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Deutungs- und Bewertungsmuster im Hinblick auf Prostitution und analysiert, wie diese zu Stigmatisierungsprozessen führen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit politische Umgangsformen und gesellschaftliche Konstruktionen der Geschlechterordnung die Exklusion und Stigmatisierung von Prostituierten konstituieren.
4.1 Definition und Merkmale von Stigmatisierungen
Der Begriff Stigma stammt aus der griechischen Sprache und beschreibt ein physisches Zeichen oder Brandmal, das einen Verbrecher, Verräter oder Sklaven kennzeichnete – als Signal für eine wahrgenommene Andersartigkeit oder einen negativen moralischen Status des Trägers (vgl. Goffman 1975, S.9). Unter einem Stigma wird ein gesellschaftlich konstruiertes Vorurteil gegenüber spezifischen Personen(gruppen) verstanden, woraufhin diesen weitere, meist negativ definierte Charakteristika zugewiesen werden. „Es beruht auf Typifikationen, d.h. Verallgemeinerungen von teils selbst gewonnenen, teils übernommenen Erfahrungen, die nicht mehr überprüft werden“ (Hohmeier 1975, S.7). Stigmatisierung ist demnach ein durch dieses Stigma ausgelöster Prozess, der sich in einem spezifischen Verhalten der stigmatisierenden Personen(gruppe) gegenüber der stigmatisierten Person oder Gruppe niederschlägt (vgl. ebd.).
Goffman (1967) begreift unter einem Stigma Merkmale, Eigenschaften oder Verhaltensweisen, welche in interaktiven Settings eine negative Diskrepanz zwischen aktualer und virtualer gesellschaftlicher Identität hervorrufen (vgl. S.11). Die aktuale soziale Identität definiert sich dabei aus Merkmalen, die ein Mensch faktisch besitzt oder die in interaktiven Kontakten wahrgenommen werden. Die virtuale soziale Identität wird durch Attribute, die dem Mensch aufgrund seiner Zugehörigkeit bzw. Zuschreibung zu einer gesellschaftlichen Gruppe in stereotyper Weise zugewiesen werden, konstruiert. Aus dieser formen sich dann wiederum normative Erwartungen über Charakteristika, die ein Mitglied der vorher antizipierten Gruppe typischerweise besitzen sollte (vgl. a.a.O., S.10). Die Verhaltensweisen, Eigenschaften oder Kennzeichen von stigmatisierten Personen decken sich also nicht mit dem Bild, das andere Menschen von dieser Person haben, bzw. der Rolle, die ihnen zugewiesen wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung nach gesellschaftlichen Bewertungsmustern der Prostitution ein und erläutert die zentrale These, dass die Konstruktion von Geschlechterbildern maßgeblich zur Stigmatisierung beiträgt.
2 Strukturelle Einbettung der Prostitution: Das Kapitel liefert eine Definition des Begriffs, beleuchtet empirische Daten zur Branche in Deutschland und analysiert Motive für die Aufnahme dieser Tätigkeit.
3 Diskurse um gesellschaftliche Bewertungsansätze: Hier werden die gegensätzlichen Positionen im feministischen Diskurs sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Schweden gegenübergestellt und kritisch hinterfragt.
4 Stigmatisierung von Prostituierten: Dieser Hauptteil analysiert theoretisch die Definition von Stigmata, identifiziert spezifische Typifikationen und Ursachen der Abwertung sowie die daraus resultierenden Funktionen und Folgen für die Betroffenen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Prostituierte Opfer einer mehrdimensionalen Stigmatisierung sind, deren Mechanismen tief in gesellschaftlichen Machtverhältnissen verwurzelt liegen.
Prostitution, Sexarbeit, Stigmatisierung, Geschlechterordnung, Doppelmoral, Feministischer Diskurs, Prostitutionsgesetz, Freierbestrafung, Identität, Soziale Ausgrenzung, Patriarchat, Diskriminierung, Devianz, Moralvorstellungen, Selbstbestimmung.
Die Arbeit befasst sich mit den gesellschaftlichen Deutungs- und Bewertungsmustern bezüglich der Prostitution und untersucht, wie diese zu einer Stigmatisierung von Prostituierten führen.
Zentrale Felder sind die feministischen Diskurse über Prostitution, der politische Umgang in Deutschland und Schweden sowie die soziologische Theoriebildung über Stigmatisierungsprozesse.
Das Ziel ist es, die Ursachen der gesellschaftlichen Abwertung von Prostituierten zu beleuchten und aufzuzeigen, wie diskursive Bewertungsmuster die Lebensrealität und den sozialen Status der betroffenen Frauen massiv beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung verschiedener soziologischer und diskursanalytischer Ansätze zum Thema Prostitution und Stigma.
Der Hauptteil analysiert, wie Prostitution durch gesellschaftliche Klischees als deviantes Verhalten konstruiert wird, welche Rolle die Doppelmoral dabei spielt und welche Auswirkungen diese Stigmatisierung auf die Identität der Frauen hat.
Wichtige Begriffe sind Prostitution, Sexarbeit, Stigmatisierung, Doppelmoral, Geschlechterkonstruktion, Diskriminierung und soziale Ausgrenzung.
Der Vergleich dient dazu, zwei entgegengesetzte rechtliche Regulierungsformen – das liberale deutsche Modell und das prohibitionistische schwedische Modell – auf ihre Auswirkungen für die Sexarbeiterinnen hin zu prüfen.
Die Doppelmoral führt dazu, dass männliche Sexualität als normal und bedürfnisorientiert angesehen wird, während Frauen, die diese Bedürfnisse gegen Geld befriedigen, moralisch entwertet und als „Huren“ in einer Gegenwelt zur bürgerlichen Ehe konstruiert werden.
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