Diplomarbeit, 2006
124 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Wetter und Mensch
2.1 Das Wetter – eine Einführung
2.2 Die Bedeutung des Wetters für den Menschen
2.3 Historische Entwicklung meteorologischer Kommunikation
2.3.1 Wetteraberglauben - Donner und Dürre als göttliche Botschaft
2.3.2 Wetterforschung – mit Messung und Experiment zur Meteorologie
2.3.3 Wetter für Massen – Berichterstattung in modernen Medien
2.4 Charakteristika des Wetterberichts
2.4.1 Allgemeine Kennzeichen
2.4.2 Textsorte und Sprache
2.4.3 Produktionsweise
2.4.4 Die Wettersendungen bei ARD, ZDF, RTL und SAT.1
3. Wetter und Fernsehen
3.1 Gravierender Umbruch in der deutschen Wetterindustrie
3.1.1 Die Liberalisierung des Wettermarktes
3.1.2 Konkurrenz der Wetterdienstleister
3.1.3 Exkurs: Die Wetterbranche in den USA und die „Weathermen“
3.2 Gravierender Umbruch in der deutschen Fernsehlandschaft
3.2.1 Die Einführung des dualen Rundfunksystems
3.2.2 Die Konvergenz-Diese
3.2.3 Konkurrenz der Fernsehsender
3.3 Konsequenzen für die Gestaltung von Nachrichten und Wettersendungen
3.3.1 Charakteristika traditioneller Fernsehnachrichten
3.3.2 Die veränderte Gestaltung von Nachrichten- und Wettersendungen
4. Wetter und Infotainment
4.1 Infotainment: unterhaltende Präsentation von Information im Fernsehen
4.1.1 Begriffsdefinitionen und Hintergrund
4.1.2 Forschungsstand
4.1.3 Die Infotainment-Theorie nach Früh/Wirth
4.1.4 Strategien und Merkmale der Infotainisierung
4.2 Fazit: Eingrenzung des Forschungsgegenstands und Hypothesenbildung
5. Untersuchungsdesign
5.1 Die Inhaltsanalyse
5.2 Untersuchungsgegenstand und -zeitraum
5.3 Untersuchungsziel und -instrument
5.4 Reliabilitätstest
6. Ergebnisse und Auswertung
6.1 Ergebnisse auf formaler Ebene
6.2 Ergebnisse auf der Ebene „Sendedauer“
6.3 Ergebnisse auf der Ebene „Präsentation“
6.4 Ergebnisse auf der Ebene „Inhalt“
6.5 Ergebnisse auf der Ebene „Sprache“
6.6 Ergebnisse auf der Ebene „Infotainment“
6.7 Interpretation der Ergebnisse
7. Resümee
8. Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit meteorologische Informationen für das Fernsehpublikum in den Jahren 1993 bis 2005 durch Infotainment-Elemente modifiziert wurden und ob sich ein Trend zu einer unterhaltsameren Berichterstattung abzeichnet.
2.2 Die Bedeutung des Wetters für den Menschen
Der Mensch ist – wie alle Lebewesen – als Bestandteil der natürlichen Umwelt wetterabhängig. Extreme Witterungsbedingungen, Gewitter oder wetterbedingte Katastrophen wie Überschwemmungen und Dürren können den Menschen und seinen Lebensraum gefährden. Extremtemperaturen wie starker Hitze oder Kälte hält der menschliche Organismus ohne entsprechenden Schutz nicht lange stand. Ludes konstatiert diesbezüglich: „Für ihr Überleben sind menschliche Gruppierungen darauf angewiesen, kontinuierlich Informationen über ihre Lebenswelt zu erhalten“ (LUDES 1993: 3). Die Ansprüche an Schutzmaßnahmen wie Wohnung und Kleidung gestalten sich in Abhängigkeit von den Klimabedingungen des Wohnortes.
Das Wetter ist die Grundlage für Existenz und Leben. Die Erträge in Land-, Vieh- und Forstwirtschaft, Handel und Verkehr sind extrem von den herrschenden Wetterverhältnissen beeinflusst. Die kluge Deutung der Geschehnisse am Himmel konnte einst über volle Kornspeicher oder Hungersnöte entscheiden: „Da das Wetter je nach Region mehr oder weniger starken Wechseln unterzogen ist und wir in vielfacher Weise von ihm abhängen, besteht seit Menschengedenken das Bedürfnis nach einer oft überlebenswichtigen Wettervorhersage“ (SETTEKORN 1999: 13). Historische Umbrüche wie die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert schufen neue Ansprüche: „Die fortschreitende ökonomische Entwicklung [...] forderte eine genauere Berücksichtigung der Witterungsbedingungen und damit zum Beispiel den Aufbau von Sturmwarnsystemen und die Bereitstellung von Klimadaten [...].“ (KÖRBER 1987: 200).
Das Wetter geschieht permanent, wirkt überall und ist für jeden jederzeit fühlbar, wodurch es in der alltäglichen Wahrnehmung breiten Raum einnimmt. Dies und die wechselhafte, unberechenbare Natur des Wetters machen es, wie Settekorn ausführt, „[...] zu einem geradezu idealen Gegenstand der Alltags- und Massenkommunikation. Wie in wenigen anderen Bereichen kann die Kommunikation beim Wetter unterschiedslos an die unmittelbare Alltagserfahrung aller anknüpfen, und das rund um den Globus. [...] Wetter geht durch die Haut, schlägt aufs Gemüt oder stimmt uns heiter; es ist gesund oder ungesund; bei manchen kündigt sich ein Wetterwechsel spürbar an Wund- oder OP-Narben an; bei Föhnlage steigt in betroffenen Gebieten regelmäßig die Selbstmordrate, und weil Millionen sich auf die Suche nach ganz bestimmten Wetterlagen machen, ist es Quintessenz einer weltumspannenden Tourismusbranche“ (SETTEKORN 1999: 12f.).
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Forschungsfrage zur Veränderung der Wetterberichterstattung im Kontext von Information und Unterhaltung sowie der gewählten methodischen Vorgehensweise.
2. Wetter und Mensch: Darstellung der Bedeutung des Wetters für den Menschen, dessen historischer Wahrnehmung und der Entwicklung meteorologischer Kommunikation bis hin zur modernen Massenmedienberichterstattung.
3. Wetter und Fernsehen: Analyse der Umbrüche in der deutschen Wetter- und Fernsehbranche durch Liberalisierung und duales Rundfunksystem sowie deren Auswirkungen auf die Berichterstattung.
4. Wetter und Infotainment: Theoretische Herleitung des Infotainment-Begriffs und dessen Anwendung auf den Wetterbericht, inklusive der Definition relevanter Dimensionen wie Emotionalisierung und Dynamisierung.
5. Untersuchungsdesign: Erläuterung der Inhaltsanalyse als Methode, des Zeitraums (1993-2005), der Materialauswahl der vier Sender sowie des entwickelten Kategoriensystems zur Messung der Infotainisierung.
6. Ergebnisse und Auswertung: Detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse hinsichtlich Sendedauer, Präsentation, Inhalt und Sprache bei ARD, ZDF, RTL und SAT.1 inklusive Interpretation der Daten.
7. Resümee: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich der Zunahme von Infotainment-Elementen.
8. Ausblick: Reflexion über die zukünftige Entwicklung der Wetterberichterstattung im Spannungsfeld zwischen Unterhaltungswert und Informationsauftrag.
Wetterbericht, Infotainment, Fernsehen, Deutschland, Medienforschung, Inhaltsanalyse, Weathertainment, Sendedauer, Wettervorhersage, Wetterdaten, Journalismus, Nachrichtensendung, Medienwandel, Programmgestaltung, Unterhaltung.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Fernseh-Wetterberichterstattung in Deutschland zwischen 1993 und 2005 im Kontext von zunehmender Kommerzialisierung und Infotainment.
Die zentralen Felder sind die historische Einordnung des Wetters für den Menschen, die ökonomischen Umbrüche im deutschen Fernsehmarkt sowie die methodische Analyse von unterhaltsamen Gestaltungselementen in TV-Wetterberichten.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu belegen, ob und mit welchen Mitteln (Präsentation, Sprache, Inhalt) Wetterberichte in den vergangenen Jahren unterhaltsamer gestaltet wurden.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Inhaltsanalyse, für die ein spezielles Kategoriensystem entwickelt wurde, um die Sendedauer, Präsentation, Inhalte und Sprache der Wetterberichte zu quantifizieren.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Infotainment nach der Theorie von Früh/Wirth erläutert, gefolgt von einer detaillierten empirischen Auswertung der Daten der vier Sender ARD, ZDF, RTL und SAT.1.
Wichtige Begriffe sind Infotainment, Weathertainment, Wetterbericht, Medienwandel, Sendedauer und Inhaltsanalyse.
Die ARD zeigt im Vergleich zur "Tagesschau" (altes Format) einen deutlichen Wandel durch das Kachelmann-Konzept, während private Sender wie RTL und SAT.1 von Beginn an stärker auf unterhaltsame, personalisierte Formate setzten.
Die Sendedauer dient als Indikator für die "Relevanz" des Wetterberichts; die Arbeit untersucht, ob längere Sendezeiten korrelieren mit einer Zunahme unterhaltender Elemente, was bei den meisten Sendern bestätigt werden konnte.
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