Diplomarbeit, 2004
126 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Material und Methoden
2.1 Material
2.2 Erfassungsmethoden
2.2.1 Bodenfallen
2.2.2 Handfänge
2.2.3 Nestdichtebestimmung
2.2.4 Laufratenbestimmung
2.2.5 Bodenfallenbeobachtung
2.3 Auswertungsmethoden
2.3.1 Aktivitätsindividuenfangzahl
2.3.2 Aktivitätsdominanz
2.3.3 Artenzahlen
2.3.4 Artenidentität
2.3.5 Dominantenidentität
2.3.6 Wainstein-Index
2.3.7 Kaczmarek-Index
2.4 Software
3. Untersuchungsgebiet
3.1 „Trockenhang“ bei den “Hartmannschen-Teichen“
3.2 Derzeitiges Vegetationsbild
3.3 Klima
3.4 Ameisenwege
4. Ergebnisse
4.1 Nestdichteuntersuchung
4.2 Laufdichte-Temperaturdiagramme verschiedener Monate
4.3 Vergleich der Fangzahlen
4.3.1 Jahresvergleiche durch Ähnlichkeitsindices
4.3.2 Phänologiediagramme der Geschlechtstiere
4.4 Auswertung der Fallenbeobachtung
4.4.1 Vergleich der Quoten mit denen von SEIFERT (1990)
4.4.2 Bezug der Fallenbeobachtung auf die vorherigen Fangzahlen
4.5 Bemerkungen zu den Arten
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Effizienz von Bodenfallen-Erhebungen zur Erfassung der Ameisenfauna auf einem Trockenrasen-Standort. Das primäre Ziel ist es, durch Verhaltensbeobachtungen an den Fallen einen artspezifischen Korrekturfaktor zu ermitteln, um die durch Standardmethoden gewonnenen Fangzahlen in eine realitätsnähere Aktivitäts- und Dominanzbeschreibung der Ameisenfauna zu überführen.
Die Hineinfallquote
Die Hineinfallquote, die sich aus dem Quotient der hineingefallenen Tiere und der Tiere ergibt, die den Fallenrand überschritten haben ((C+D+E) / (B1+B2+C+D)), wird zum wesentlichen Teil von der Laufsicherheit der Ameisen an der glatten Fallenwandung bestimmt, welche mit zunehmender Masse abnimmt (SEIFERT 1990). Dementsprechend besitzt Lasius niger die geringste Hineinfallquote mit 4,1% (Tab. 10), verglichen mit den massigeren Ameisen Formica fusca (4,76%) und Formica rufa (20,7%).
Die Selbstrettungsquote wird aus dem Quotienten der hineingefallenen Tiere, die sich aus eigener Kraft retten konnten und der Gesamtzahl aller hineingefallenen Tiere gebildet: D / (C+D+E). Die Selbstrettung wurde während der gesamten Beobachtungszeit nur ein einziges Mal bei Formica rufa und Lasius niger beobachtet (Tab. 8). Der entscheidende Faktor für die Selbstrettung ist nach SEIFERT (1990) ebenfalls die Masse der Ameise. Große Massen sind ebenso nachteilig wie sehr geringe Massen. Die schwere F. rufa mit einer mittleren Masse von 11 mg (SEIFERT 1990) sinkt sehr schnell auf den Boden der Falle, sobald sie die Flüssigkeitsoberfläche durchbricht.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Ameisen als Arthropoden dar und erläutert die Problematik, dass Standard-Bodenfallenfänge für Ameisen aufgrund ihrer staatenbildenden Lebensweise und artspezifischen Aktivitätsmuster keine direkten Abundanzen widerspiegeln.
2. Material und Methoden: Dieses Kapitel beschreibt den Untersuchungsstandort, die eingesetzten modifizierten Barberfallen sowie die mathematischen Methoden zur Auswertung, einschließlich der Errechnung artspezifischer Faktoren zur Fangwahrscheinlichkeit.
3. Untersuchungsgebiet: Hier wird der als „Trockenhang“ bezeichnete Standort bei den Hartmannschen Teichen detailliert hinsichtlich seiner Vegetation, Klimadaten und Ameisenstraßen charakterisiert.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse umfassen die Nestdichteuntersuchungen, die Analyse der Laufdichte in Abhängigkeit von der Temperatur, einen mehrjährigen Vergleich der Fangzahlen sowie eine detaillierte Auswertung der Fallenbeobachtung und die artspezifischen Korrekturen.
5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass die Bodenfalle nur bedingt für Strukturanalysen von Ameisenfaunen geeignet ist, es sei denn, man berücksichtigt artspezifische Korrekturfaktoren und das spezifische Verhalten an der Falle.
Ameisen, Formicoidea, Barberfallen, Bodenfallen, Aktivitätsindividuenfangzahl, Aktivitätsdominanz, Fangwahrscheinlichkeit, Kaczmarek-Index, Trockenrasen, Formica rufa, Lasius niger, Populationsentwicklung, Artspezifische Faktoren, Bioindikation
Die Arbeit untersucht die methodische Eignung von Barberfallen-Erhebungen, um Struktur und Entwicklung von Ameisenfaunen zu erfassen.
Zentral sind die Selektivität von Bodenfallen für verschiedene Ameisenarten, die Korrelation zwischen Wetterfaktoren und Ameisenaktivität sowie die Berechnung artspezifischer Fangquoten.
Ziel ist es, die Fängigkeit von Barberfallen durch artspezifische Faktoren zu korrigieren, um zu einer realitätsnäheren Einschätzung der Dominanzstruktur und Aktivität zu gelangen.
Es wurden über zehn Jahre hinweg Bodenfallenfänge auf einem Trockenhang durchgeführt, die durch manuelle Verhaltensbeobachtungen an den Fallen ergänzt und mathematisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Auswertung der Fangzahlen, den Einflüssen von Klima und Wetter auf die Laufdichte sowie dem Vergleich mit anderen wissenschaftlichen Studien, insbesondere der von Seifert (1990).
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Bodenfallen-Effizienz, populationsökologische Parameter wie Nestdichte, Aktivitätsdominanz und das artspezifische Verhalten bei der Nahrungssuche.
Die Masse beeinflusst die Laufsicherheit an der senkrechten Fallenwand: Schwerere Ameisen haben eine geringere Laufsicherheit an glatten Flächen, was ihre Wahrscheinlichkeit erhöht, in die Falle zu stürzen.
Es konnte erstmals dokumentiert werden, dass Lasius niger Bodenfallen als Abfallgrube für tote Nestgenossinnen nutzt, was die Fangzahlen für diese Art ohne entsprechende Korrektur verfälscht.
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