Masterarbeit, 2015
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Themenwahl
1.2. Inhaltliche Einführung und Aufbau der Masterarbeit
1.3. Gegenstand der vorliegenden Arbeit
1.4. Forschungsstand
1.5. Umgang mit Quellen
1.6. Methodische Herangehensweise der Arbeit
2. Aktuelle Fakten und Daten über Ägypten
3. Zum Verständnis des soziokulturellem Wandels
3.1. Zur Problematik des Begriffs Kultur
3.2. Zur Problematik des Begriffs Wandel
4. Externe Faktoren des soziokulturellen Wandels
4.1. Fremdherrschaften und Implikationen soziokulturellen Wandels
4.1.1. Napoleons Ägypten-Expedition (1798-1801)
4.1.2. Folgen der Herrschaft Mohammed Alis (1805-1848)
4.1.3. Wandel durch den Kolonialismus: Die britische Kolonialmacht
4.2. Zum Einfluss internationaler Bildungsinstitutionen in Ägypten am Beispiel Deutschlands
4.3. Tourismus und Aspekte soziokulturellen Wandels
5. Interne Faktoren des soziokulturellen Wandels in Ägypten
5.1. Zum Zusammenhang von Verstädterung und soziokulturellem Wandel
5.1.1. Dorfkultur und Aspekte soziokulturellen Wandels
5.1.2. Stadtkultur und Aspekte soziokulturellen Wandels
5.2. Zum Einfluss der Binnenwanderung auf die Stadt-Land-Kultur
5.3. Politische Rahmenbedingungen: Revolution 2011
6. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die spezifischen Faktoren und Prozesse des soziokulturellen Wandels im modernen Ägypten. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, welche internen und externen Akteure diesen Wandel maßgeblich beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die gesellschaftlichen und familiären Strukturen der ägyptischen Bevölkerung hat.
3.1. Zur Problematik des Begriffs Kultur und dessen Übersetzungsproblematik
In jedem Land und in jeder Menschengruppe gibt es kollektive Dimensionen des Kulturellen, die alle Angehörigen dieser Kultur, im Sinne eines Way of Life, verbindet. Zugleich gibt es verschiedene einzelne kulturelle Ausprägungen und Teilkulturen, die jeden einzelnen Menschen oder jede einzelne Untergruppierung charakterisiert. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die „Komplexität des Begriffs Kultur aus der Vielschichtigkeit des Phänomens ergibt, das wir mit diesem Begriff zu fassen suchen. Geschichtlich hat der Begriff Kultur, der sich aus der Abgrenzung zu Natur und Zivilisation seit dem 18. Jahrhundert entfaltete, bekanntlich eine lange Geschichte. […] Empirisch gesehen gibt es freilich Kulturen nur im Plural. Hinzu kommt, dass sich Kulturen auf sehr unterschiedlichen Ebenen konkretisieren. Eckhard Henscheid (2001) belegte in seinem Buch mit dem Titel „Alle 756 Kulturen: Eine Bilanz“, dass der Begriff Kultur in der deutschen Alltagssprache 756 unterschiedliche Verwendungen aufweist.“ (S. Hepp/Lehman-Wermser, 2013: 9 f.)
D.h. wenn die Rede von der ägyptischen Kultur oder der deutschen Kultur ist, so beruht diese auf einer Stereotypenbildung bzw. begünstigt eine solche Wahrnehmung. So werden bspw. bestimmte Verhaltensweisen, Tischmanieren oder Familienstrukturen einer Gruppe für das gesamte Volk verallgemeinert, ohne Rücksicht auf die jeweiligen anderen Gruppen zu nehmen, die logischerweise im selben Land wohnen, jedoch andere kulturelle Praktiken ausüben oder einen anderen Way of Life führen. Dadurch besteht die Gefahr, dass diese speziellen kulturellen Praktiken innerhalb eines Staats ignoriert oder sogar unterdrückt werden oder, dass bestimmte historische, kulturelle und soziologische Gegebenheiten in der Wahrnehmung verloren gehen können. (Vgl. Ebd., S: 10)
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Themenwahl, den Aufbau der Arbeit, das Ziel der Untersuchung sowie den Forschungsstand und die methodische Vorgehensweise.
2. Aktuelle Fakten und Daten über Ägypten: Dieses Kapitel liefert grundlegende geografische und demografische Daten, die als Basis für die Analyse der soziokulturellen Dynamiken dienen.
3. Zum Verständnis des soziokulturellem Wandels: Hier werden die theoretischen Begriffsdefinitionen von Kultur und Wandel sowie deren Übersetzungsproblematiken in den arabischen Sprachkontext diskutiert.
4. Externe Faktoren des soziokulturellen Wandels: Dieses Kapitel analysiert äußere Einflüsse, insbesondere historische Fremdherrschaften, internationale Bildungsinstitutionen und den Tourismus.
5. Interne Faktoren des soziokulturellen Wandels in Ägypten: Es wird die aktive Mobilität der Bevölkerung durch Verstädterung, Binnenwanderung und die politischen Rahmenbedingungen der Revolution 2011 untersucht.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die soziokulturellen Veränderungsprozesse im modernen Ägypten.
Soziokultureller Wandel, Ägypten, Kultur, Globalisierung, Migration, Bildung, Tourismus, Identität, Revolution 2011, Urbanisierung, Familiensystem, Gesellschaftsstruktur, Moderne, Tradition, Transformation.
Die Arbeit befasst sich mit den Wandlungsprozessen der ägyptischen Gesellschaft unter Berücksichtigung sowohl historischer als auch aktueller interner und externer Faktoren.
Zu den Schwerpunkten gehören der Einfluss des Kolonialismus, die Bedeutung des Tourismus, das Bildungssystem, Verstädterungstendenzen und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Revolution von 2011.
Das Ziel ist es, die Hauptmerkmale des soziokulturellen Wandels in Ägypten zu identifizieren und die Akteure bzw. Faktoren zu benennen, die zu diesem Wandel beitragen.
Die Untersuchung ist deskriptiv angelegt und basiert auf der Analyse von Literatur, statistischen Daten und der Auswertung von Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in externe Einflüsse (z.B. koloniale Geschichte, Bildungsinstitutionen) und interne Entwicklungen (z.B. Verstädterung, Binnenwanderung, soziale Folgen politischer Umbrüche).
Wesentliche Begriffe sind soziokultureller Wandel, Identitätsbildung, Modernisierung, Tradition, Migration und gesellschaftliche Strukturveränderungen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass historische Fremdherrschaften wie die französische Expedition oder die britische Kolonialmacht bis heute das ägyptische Selbstverständnis und die gesellschaftliche Organisation prägen.
Bildungsinstitutionen werden als interkulturelle Zentren betrachtet, die einerseits moderne Werte vermitteln, andererseits aber auch soziale Klassenunterschiede befestigen können.
Die Abgrenzung ist essenziell, um die Dynamiken der Binnenwanderung und die daraus resultierenden Identitätskrisen bei Migranten zu verstehen, die zwischen ländlicher Kollektivität und städtischer Individualität stehen.
Die Revolution ermöglichte eine neue öffentliche Sichtbarkeit von Frauen, konfrontierte diese jedoch zugleich mit verstärktem patriarchalem Druck und Sicherheitsrisiken.
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