Examensarbeit, 2003
118 Seiten, Note: gut
1 Einleitung
2 Freie Schulen
2.1 Merkmale der Schulen in freier Trägerschaft
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Konzept der Freien Schulen
2.1.3 Ausbildung und Stellung des Lehrers
2.2 Die historische Entwicklung der Schulen in freier Trägerschaft
2.3 Rechtsstellung der Schulen in freier Trägerschaft
2.4 Finanzierung
2.5 Die Vielfalt des freien Schulwesens dargestellt an ausgewählten Schulkonzepten
Die freien Waldorfschulen
2.6.1 Aufgaben und Stand des Lehrers
2.6.2 Unterrichtspraxis und Lehrpläne
2.7 Die Freien katholischen und evangelischen Schulen
2.7.1 Freie katholische Schulen
2.7.1.1 Aufgaben und Stand des Lehrers in den Freien katholischen Schulen
2.7.1.2 Unterrichtspraxis und Lehrpläne
2.7.2 Evangelische Schulen:
2.7.2.1 Aufgaben und Stand des Lehrers
2.7.2.2 Unterrichtspraxis und Lehrpläne
2.8 Die deutschen Landerziehungsheime
2.8.1 Aufgaben und Stand des Lehrers
2.8.2 Unterrichtspraxis und Lehrpläne
2.9 Die Montessori- Schulen
2.9.1 Aufgaben und Stand des Lehrers
2.9.2 Unterrichtspraxis und Lehrpläne
3 Die Montessorischule Langenhagen- Beispiel für eine Schule in freier Trägerschaft
3.1 Vorstellung der Schule
3.2 Pädagogisches Konzept der Schule in Langenhagen
3.2.1 Was ist Hochbegabung?
3.2.2 Interview mit dem Direktor
3.3 Hospitation im Unterricht
3.3.1 Umgang mit dem Montessori- Material
3.3.1.1 Sinnesmaterial
3.3.1.2 Mathematisches Material
3.3.1.3 Sprachmaterial
3.3.1.4 Übungen des praktischen Lebens
3.3.2 Stellungnahme
4 Die Schulen in freier Trägerschaft - ein Impulsgeber für die staatliche Schule?
4.1 Was können staatliche Schulen von Schulen in freier Trägerschaft lernen?
4.2 Warum wurde das Konzept der Freien Schulen im staatlichen Schulwesen noch nicht realisiert?
4.3 Wie kann man das Konzept der Freien Schulen in die staatlichen Schulen einführen?
4.4 Warum können sich die Schulen in freier Trägerschaft gegenüber den staatlichen Schulen nicht behaupten?
4.5 Forderung der Freien Schulen an die Bildungspolitik
5 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob es im deutschen Bildungssystem bereits Alternativen gibt, die dazu beitragen können, die festgestellte Bildungsmisere zu mildern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle von Schulen in freier Trägerschaft als Impulsgeber für das staatliche Schulwesen, dargestellt am Praxisbeispiel der Montessorischule Langenhagen.
2.1.2 Konzept der Freien Schulen
Eine Freie Schule mit einem bestimmten weltanschaulichen und pädagogisch didaktischen Konzept, ist keine Forderung der Gesellschaft, keine Forderung von Pädagogen, keine Forderung von Politikern oder Beamten, sondern eine Forderung von Schülern bzw. stellvertretend für sie, von Eltern. Schulen in freier Trägerschaft stehen für das intensive Bemühen um ein Höchstmaß an einer Differenzierung der Leistungsanforderungen und an einer Individualisierung der Lernprozesse. Schulen in freier Trägerschaft sehen sich bei aller Vielfalt, Unterschiedlichkeit und Unabhängigkeit der unterschiedlichen Werteorientierungen, Glaubensbindungen und weltanschaulichen Positionen ihrer Trägereinrichtungen und Dachverbände in ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern durch eine Reihe gemeinsamer pädagogischer Leitvorstellungen verbunden.
Alle Freien Schulen begreifen die Kindheit als eigenständige Lebensphase mit dem Recht auf Selbstbestimmung, Glück und Zufriedenheit. Da das eigenverantwortliche Handeln des Kindes im Vordergrund steht, basiert das pädagogische Prinzip des Unterrichts auf einer differenzierten Angebotsform. An den meisten Freien Schulen gibt es eine Mischung aus freien Angeboten und solchen, an denen die Kinder verbindlich teilnehmen müssen. Zu diesen großen Freiheitsräumen für Kinder gehören ebenfalls die weitgehende Individualisierung des Lernens durch Binnendifferenzierung, Freiarbeit, Wochenplanarbeit, von Schülern selbst gewählte und selbstorganisierte Aktivitäten, die von Erwachsenen nicht gelenkt oder kontrolliert werden. Weiterhin werden ihnen viele Mitbestimmungsrechte über wesentliche Angelegenheiten des Schulalltags eingeräumt. Das gilt zum Beispiel bei der Erarbeitung von Regeln des Schullebens, bei der Planung von Lernangeboten, bei der Gestaltung der Klassenräume etc.. Die Freien Schulen stellen sich somit der Forderung nach einem Unterricht und nach Arbeitsformen, die ein selbständiges und eigenverantwortliches und über die Schule hinaus ein lebensbegleitendes Lernen ermöglichen.
1 Einleitung: Erläutert die Motivation der Autorin zur Untersuchung alternativer Schulformen angesichts der aktuellen Bildungsmisere und legt die Struktur der Arbeit dar.
2 Freie Schulen: Vermittelt Grundlagen zu Merkmalen, Geschichte, rechtlicher Stellung und Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft sowie einen Überblick über verschiedene Schulkonzepte.
3 Die Montessorischule Langenhagen- Beispiel für eine Schule in freier Trägerschaft: Stellt die konkrete Praxis der Montessorischule in Langenhagen vor, inklusive deren pädagogischem Konzept, Hochbegabtenförderung und Hospitationsergebnissen.
4 Die Schulen in freier Trägerschaft - ein Impulsgeber für die staatliche Schule?: Reflektiert kritisch über die Übertragbarkeit freier Konzepte auf staatliche Schulen, diskutiert Hindernisse und stellt bildungspolitische Forderungen.
5 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und zieht ein Resümee über die Rolle freier Schulen als Impulsgeber sowie die notwendige Weiterentwicklung des Bildungssystems.
Freie Schulen, Schulen in freier Trägerschaft, Montessoripädagogik, Waldorfpädagogik, Landerziehungsheime, Hochbegabtenförderung, Freiarbeit, Schulkonzepte, Bildungspolitik, Reformpädagogik, Individualisierung, Unterrichtspraxis, Ersatzschulen, Schulkultur, Privatschulen.
Die Arbeit untersucht alternative Schulformen in freier Trägerschaft und deren pädagogische Ansätze als mögliche Lösungsansätze oder Impulsgeber für das deutsche Bildungssystem.
Die Themenfelder umfassen die konzeptionellen Unterschiede freier Schulen, deren historische Entwicklung, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die praktische Umsetzung, beispielhaft dargestellt an der Montessorischule Langenhagen.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und inwieweit das deutsche Bildungssystem durch die Übernahme von Konzepten freier Schulen reformiert oder zumindest die Bildungsmisere gemildert werden kann.
Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse der pädagogischen Grundlagen mit einer empirischen Fallstudie, die durch Hospitationen und ein Experteninterview mit dem Schulleiter der Montessorischule Langenhagen gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Merkmale freier Schulen, einen detaillierten Vergleich bekannter Konzepte sowie eine tiefgehende Fallstudie einer Montessori-Schule mit ihrem besonderen Fokus auf Bilingualität und Hochbegabtenförderung.
Wesentliche Begriffe sind Freie Schulen, Reformpädagogik, Montessori, Individualisierung, Bildungspolitik und Schulentwicklung.
An der Montessorischule Langenhagen ist die Förderung hochbegabter Kinder eine der drei Säulen des pädagogischen Konzepts; sie werden integrativ im Klassenverband durch spezielle Materialien und Angebote gefördert.
Die Autorin kritisiert die Passivität, starre Reglementierung, mangelnde Autonomie für Schulen und Lehrkräfte sowie ein System, das eher auf Gehorsam und Konkurrenz als auf individuelles, selbstständiges Lernen ausgerichtet ist.
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