Magisterarbeit, 2010
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definition von Studienabbruch
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Berechnung von Studienabbruchquoten
2.2.1 Berechnung von HIS seit 2002
2.2.2 Berechnung der OECD
2.2.3 Heterogenität der Studienabbruchforschung
3. Statistische Befunde der Studienabbruchforschung
3.1 Eigenschaften des Studienabbrechers
3.1.1 Geschlecht
3.1.2 Hochschulform
3.1.3 Studienfach
3.1.4 Abbruchzeitpunkt
3.2 Gründe für den Studienabbruch
3.2.1 Leistungsanforderungen
3.2.2 Finanzielle Probleme
3.2.3 Prüfungsversagen
3.2.4 Studienmotivation
3.2.5 Studienbedingungen
3.2.6 Berufliche Neuorientierung
3.2.7 Familiäre Gründe
3.2.8 Krankheit
3.3 Folgen des Studienabbruchs
4. Theoretische Konzepte der Studienabbruchforschung
4.1 Studienabbruchforschung in den USA
4.1.1 Das soziologische Erklärungsmodell von Spady
4.1.2 Das konzeptionelle Schema von Tinto
4.1.3 Das „student attrition model“ von Bean
4.1.4 Das Abbruchmodell von Bean und Metzner
4.2 Grundlegende Studien in Deutschland
4.2.1 Das konflikttheoretische Modell von Ströhlein
4.2.2 Das Bedingungsmodell subjektiven Studienerfolgs von Gold
5. Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über die Problematik des Studienabbruchs. Ziel ist es, Definitionen zu klären, statistische Hintergründe zu beleuchten und theoretische Erklärungsmodelle aus den USA und Deutschland kritisch zu diskutieren, um das komplexe Phänomen Studienabbruch besser zu verstehen.
1. Einleitung
„Studienabbruch ist der härteste Hinweis auf Misserfolg im Studium“ (Klieme 2008: 131). Es ist ein Phänomen, das jede Hochschule in geringerem oder größerem Ausmaße betrifft. Durchschnittlich jeder vierte Studienanfänger beendet das Studium vorzeitig und ohne Abschluss. Einige erfolgreiche Studienabbrecher sieht man tagtäglich im Fernsehen: Günter Jauch, Jörg Pilawa, Kai Pflaume – alle haben ihr Studium nicht bis zum Abschluss weitergeführt. Sogar einer der reichsten Männer der Welt, Bill Gates, hat sein Studium abgebrochen. Aber auch wenn – wie die genannten Beispiele zeigen – ein Abbruch der Hochschulausbildung nicht notwendig ein berufliches Scheitern nach sich zieht, dürften die Berufsmöglichkeiten davon stark eingeschränkt werden – ganz abgesehen von den persönlichen Enttäuschungen, die damit in der Regel verbunden sind.
Verschiedene Fachrichtungen haben sich mit der Thematik des Studienabbruchs befasst. Eine einheitliche Theorie zum Studienabbruch gibt es jedoch bisher nicht (vgl. Schröder-Gronostay 1999: 217). Vielmehr ist das ganze Forschungsfeld geprägt von uneinheitlichen und in der Reichweite begrenzten Ergebnissen, was die Entwicklung von komplexeren Theorien erschwert. Es gibt viele Einzelstudien, deren Ergebnisse sich z.T. auf nur einzelne Hochschulen beziehen. Aufgrund der unterschiedlichen Datengrundlage und methodischen Vorgehensweisen sind diese Studien jedoch oft nicht miteinander vergleichbar.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen Studienabbruch ein, erläutert die Relevanz des Themas und umreißt den Aufbau sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2. Definition von Studienabbruch: Dieses Kapitel definiert den Begriff Studienabbruch und stellt verschiedene Methoden zur Berechnung der Abbruchquote vor, inklusive der HIS- und OECD-Verfahren.
3. Statistische Befunde der Studienabbruchforschung: Hier werden empirische Daten zu Eigenschaften von Studienabbrechern, Gründen für den Abbruch und den Folgen des Studienabbruchs präsentiert.
4. Theoretische Konzepte der Studienabbruchforschung: Dieses Kapitel stellt prominente soziologische und organisationstheoretische Kausalmodelle aus den USA vor und diskutiert grundlegende deutsche Forschungsansätze.
5. Diskussion und Ausblick: Das abschließende Kapitel reflektiert die Problematik der Studienabbruchforschung, bewertet die vorgestellten Modelle kritisch und identifiziert Anforderungen an zukünftige Forschungsarbeiten.
Studienabbruch, Studienabbruchquote, Schwundquote, HIS, OECD, Studienanfänger, Dropout, Student Attrition Model, soziale Integration, akademische Integration, Abbruchgründe, Leistungsprobleme, finanzielle Probleme, Studienbedingungen, Bildungsforschung
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Studienabbruchs an deutschen Hochschulen, beleuchtet dessen statistische Erfassung und analysiert verschiedene theoretische Erklärungsansätze.
Die zentralen Themen umfassen Begriffsbestimmungen, Berechnungsmethoden für Abbruchquoten, statistische Befunde zu Abbrechergruppen sowie theoretische Modelle, die Ursachen und den Prozess des Studienabbruchs erklären.
Ziel ist es, einen Überblick über die Studienabbruch-Problematik zu geben, zu klären, wie Abbruchquoten bestimmt werden, welche Faktoren das Abbruchverhalten beeinflussen und wie diese Forschung künftig ausgerichtet sein sollte.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Auswertung existierender Studien und Daten, insbesondere des Hochschul-Informations-Systems (HIS), sowie eine Literaturanalyse amerikanischer und deutscher theoretischer Modelle.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung statistischer Befunde zu Studienabbrechern (z.B. Geschlecht, Studienfach, Abbruchgründe wie Leistung oder Finanzen) und die Vorstellung theoretischer Konzepte (z.B. von Tinto, Bean, Spady).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Studienabbruch, Studienabbruchquote, Dropout, Student Attrition Model sowie Konzepte der sozialen und akademischen Integration charakterisieren.
Die amerikanische Forschung blickt auf eine längere Tradition zurück, nutzt häufiger Längsschnittdaten und multivariate Verfahren und ist stärker theoretisch fundiert, während deutsche Ansätze oft deskriptiver Natur sind.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Bachelor-Studiengänge häufig durch eine höhere und frühere Abbruchrate gekennzeichnet sind, was u.a. auf hohe Leistungsanforderungen zu Studienbeginn und eine fehlende Orientierungsphase zurückgeführt wird.
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