Bachelorarbeit, 2015
42 Seiten, Note: 1,3
1. Überblick
2. Der Fehler
2.1 Zum Begriff „Fehler“
2.1.1 Der Fehlerbegriff in der Linguistik
2.1.2 Der Fehlerbegriff im schulischen Kontext
2.2 Fehlerklassifikation
2.2.1 Einteilung nach der Regulationsebene
2.2.2 Einteilung nach Duncker in gute und schlechte Fehler
2.2.3 Einteilung nach dem Grad der Verständniserschwerung
2.2.4 Einteilung nach dem Sprachgebrauch
2.2.5 Einteilung nach der Sprachebene
2.3 Fehlerursachen
2.4 Der konstruktive Umgang mit Fehlern durch ein positives Fehlerklima
2.4.1 Ein positives Fehlerklima – Was ist das?
2.4.2 Fehler im Fremdsprachenunterricht nützlich machen
2.4.3 Möglichkeiten der Fehlerbehandlung
3. Die Korrektur
3.1 Die Schlüsselrolle der Korrektur
3.2 Zum Begriff „Korrektur“
3.3 Eigenschaften der Korrektur
3.4 Korrekturtypen bei Lehrern
4. Die Fehlerkorrektur bei schriftlichen Produktionen
4.1 Besonderheiten der schriftlichen Korrektur
4.2 Korrekturmodalitäten
4.2.1 Korrekturform
4.2.2 Sozialform
4.3 Variationsmöglichkeiten bei der schriftlichen Korrekturarbeit
4.4 Besprechung von korrigierten schriftlichen Produktionen
5. Die Fehlerkorrektur bei mündlichen Produktionen
5.1 Besonderheiten der mündlichen Korrektur
5.2 Zeitpunkt
5.3 Korrekturtypen
5.3.1 Einteilung nach Initiierungs- und Durchführungsaktant
5.3.2 Einteilung nach direkter und indirekter Korrektur
5.3.3 Gegenüberstellung der unterschiedlichen Korrekturarten
5.4 Gesten
5.5 Die Nicht-Korrektur von Fehlern
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Fehlers im Fremdsprachenunterricht und plädiert für einen Wandel von einem defizitorientierten Verständnis hin zu einem produktiven, kompetenzorientierten Fehlerklima. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie durch eine gezielte Fehlerkultur und angemessene Korrekturstrategien in mündlichen sowie schriftlichen Produktionen die Lernmotivation gesteigert und eine höhere Unterrichtsqualität erreicht werden kann.
2.4.2 Fehler im Fremdsprachenunterricht nützlich machen
Bei einem konstruktiven Umgang mit Fehlern, kann der daraus resultierende Nutzen für den FSU sehr groß sein. So können Fehler (1) einen Lernanlass bieten, (2) dem Lehrer Rückmeldung über den Lernstand der Klasse geben, (3) sich auf die Motivation der Lerner auswirken und (4) den Aufbau negativen Wissens begünstigen. Diese vier Punkte sollen im Folgenden genauer dargestellt und erklärt werden:
Die Bedeutung des Fehlers für das Lernen und damit für den FSU zeigt sich im Spracherwerb. Beim Lernen werden durch kontinuierliche Korrektur- und Revisionsprozesse Hypothesen gebildet, welche immer besser an die Beobachtungen der Wirklichkeit angepasst werden. Aber nur über Fehler gelangen wir zu tiefgründigen Einsichten in Gründe und Ursachen, da sie uns auffordern, die Dinge zu hinterfragen. Dadurch bieten Fehler die Möglichkeit, etwas Neues zu lernen. Zudem ist das Wissen, welches aus der aktiven Auseinandersetzung mit Problemen hervorgeht mit einem tiefergehenden Verständnis verbunden, als Wissen, welches wir allein aus der Beschreibung eines Sachverhaltes erwerben. Daher ist es beim Aufbau neuen Wissens auch nicht ratsam, bereits möglichst viele Fehlerquellen vorwegzunehmen, da die Lerner sonst nur eine Beschreibung erhalten, welche sie auswendig lernen, ohne ein wirkliches Verständnis der Dinge zu erwerben. Das bedeutet, dass durch eine Fehlervermeidungshaltung im Unterricht, wichtige Lernchancen verloren gehen können (vgl. Schumacher, 2008: 2; Oser/ Hascher/ Spychiger, 1999: 26)21.
1. Überblick: Dieses Kapitel führt in den Wandel des Fremdsprachenunterrichts ein und skizziert die Entwicklung weg von der bloßen Fehlervermeidung hin zu einem kompetenzorientierten Fehlerklima.
2. Der Fehler: Das Kapitel bietet eine tiefgehende theoretische Einordnung des Fehlerbegriffs, erläutert verschiedene Klassifikationsmodelle sowie Ursachen und zeigt Möglichkeiten für einen produktiven Umgang mit Fehlern auf.
3. Die Korrektur: Hier wird die zentrale Rolle der Korrektur beleuchtet, deren allgemeine Eigenschaften beschrieben und das Korrekturverhalten von Lehrkräften analysiert.
4. Die Fehlerkorrektur bei schriftlichen Produktionen: Dieses Kapitel widmet sich den spezifischen Modalitäten, Sozialformen und Variationsmöglichkeiten bei der Korrektur schriftlicher Schülerleistungen.
5. Die Fehlerkorrektur bei mündlichen Produktionen: Der Fokus liegt hier auf den Besonderheiten des mündlichen Bereichs, wie dem Zeitfaktor, Korrekturtypen (einschließlich Gesten) und der Problematik der Nicht-Korrektur.
6. Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer neuen Sichtweise auf Fehler als notwendige Lernchancen.
Fremdsprachenunterricht, Fehlerklima, Fehlerkultur, Fehlerkorrektur, Kompetenzorientierung, Lernanlass, Selbstkorrektur, Fehleranalyse, Sprachbewusstheit, Lernmotivation, Bildungsstandards, Interlanguage, Fehlerursachen, Lernerautonomie, Feedback.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Neubewertung von Fehlern im Fremdsprachenunterricht und der Entwicklung eines konstruktiven Umgangs damit, um das Lernen zu fördern.
Die zentralen Themen sind die Definition und Klassifikation von Fehlern, die Bedeutung eines positiven Fehlerklimas sowie methodische Ansätze zur Korrektur in schriftlichen und mündlichen Produktionen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fehler als produktive Lernchancen genutzt werden können, anstatt sie lediglich als Defizite zu betrachten, um Sprechängste abzubauen und Kompetenzorientierung zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse didaktischer Konzepte und Theorien zum Fehlerverständnis und Korrekturverhalten im Fremdsprachenerwerb.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Fehlerarten und Ursachen sowie in praktische didaktische Strategien für die Korrektur von schriftlichen und mündlichen Leistungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fremdsprachenunterricht, Fehlerklima, Selbstkorrektur, Fehleranalyse und Lernerautonomie charakterisiert.
Während die Linguistik Fehler meist als rein systembezogene Abweichung definiert, fließen in den schulischen Kontext zusätzlich Faktoren wie Unterrichtsnormen, Lehrbuchvorgaben und die individuelle Lehrerentscheidung ein.
Gesten sind zeitökonomisch, unterbrechen den Diskurs weniger stark als verbale Korrekturen und ermöglichen eine lernerorientierte Unterstützung ohne Schamgefühle auszulösen.
Diese Trennung ist entscheidend, um den Schülern einen angstfreien Probiercharakter zu ermöglichen, bei dem Fehler als natürlicher Teil des Lernprozesses akzeptiert werden können.
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