Bachelorarbeit, 2012
33 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Die Wörter, die Dinge und die Dezentrierung des Subjekts
1.1 Forschungsabsichten und Vorgehensweise Foucaults in „Die Ordnung der Dinge“
1.2 Das Zeitalter der Renaissance
1.3 Das Zeitalter der Klassik
1.4 Die Moderne oder die Moralisierung des Subjekts
2. Die Modernitätskritik
2.1 Der Betrug
2.2 Der Macht – Wissen Komplex und die Disziplinargesellschaft
3. Pädagogik und Modernitätskritik à la Foucault – (k)ein Einklang?
3.1 Pädagogische Probleme
3.2 Die kritische Selbstreflexion – eine Voraussetzung für Pädagogen/innen
3.3 Exkurs: Ziele der Erziehungswissenschaft für die zukünftigen Pädagogen/innen
3.4. Foucaults Rezeption in der praktischen Pädagogik: „Foucaults Beitrag zur sozialen Arbeit gegen Rassismus“
Abschließende Bemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Theorie Michel Foucaults für die Erziehungswissenschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit Foucaults Dekonstruktion des Humanismus und seine Analysen zu Macht- und Wissensstrukturen eine kritische Selbstreflexion pädagogischen Handelns ermöglichen, anstatt lediglich als pessimistische Absage an pädagogische Ideale missverstanden zu werden.
3.2 Die kritische Selbstreflexion – eine Voraussetzung für Pädagogen/innen
Zunächst ist anzumerken, dass Foucault darauf aufmerksam macht, dass die vermeintlich „normalen“ Subjektivierungsweisen, also die Art und Weise, wie sich Menschen darstellen und auch andere darstellen, erst historisch erzeugt worden ist. Sie sind also kontingent und gerade die Pädagogik, die häufig mit Ambivalenzen wie normal - unnormal, natürlich – unnatürlich, mündig – unmündig konfrontiert ist, kann hier kritische Ansatzpunkte für ihre Arbeit (in Theorie und Praxis) finden. Reflexionsfragen kommen auf, wie z.B. Was ist normal? Was ist natürlich? Was ist Mündigkeit?
Foucault betreibt nach Bührmann (2007) eine „kritische Ontologie“ der Gegenwart, indem er die Gegenwart mit Blick auf die historischen Bedingungen problematisiert (vgl. Bührmann 2007, S.59-61).
Einleitung: Einführung in das Denken Foucaults und Darstellung der Zielsetzung, Foucaults kritische Perspektive für die Erziehungswissenschaft nutzbar zu machen.
1. Die Wörter, die Dinge und die Dezentrierung des Subjekts: Analyse der erkenntnistheoretischen Epochen Renaissance, Klassik und Moderne sowie der Transformation des Subjekts durch Wissenscodes.
2. Die Modernitätskritik: Untersuchung der Macht- und Disziplinierungspraktiken sowie der Kritik am Humanismus als Instrument der Macht.
3. Pädagogik und Modernitätskritik à la Foucault – (k)ein Einklang?: Kritische Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit von Foucaults Thesen und pädagogischen Idealen sowie praktische Anwendung in der Sozialen Arbeit.
Abschließende Bemerkung: Fazit zur Bedeutung von Foucaults Skepsis für eine kritische Reflexionskompetenz in der Pädagogik.
Michel Foucault, Erziehungswissenschaft, Macht-Wissen-Komplex, Disziplinargesellschaft, Humanismus, Dekonstruktion, Subjektivierung, pädagogische Selbstreflexion, Soziale Arbeit, Rassismus, Archäologie, Genealogie, Modernitätskritik, Kontingenz, Diskurstheorie.
Die Arbeit untersucht die Relevanz der kulturkritischen Werke Michel Foucaults für die Erziehungswissenschaft und die pädagogische Praxis.
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung moderner Wissensformationen, die Konstruktion des Subjekts durch Machtverhältnisse sowie die kritische Reflexion pädagogischer Grundannahmen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Foucaults Analysen zu einer kritischen Selbstreflexion von Pädagogen und Sozialarbeitern beitragen können, anstatt Foucault lediglich als Hindernis für pädagogische Ideale zu sehen.
Foucault nutzt vornehmlich archäologische und genealogische Methoden, um die historischen Bedingungen und Machtstrategien hinter vermeintlich naturgegebenen Wahrheiten offenzulegen.
Der Hauptteil analysiert Foucaults Frühwerk, insbesondere die Transformationen des Wissens in verschiedenen Epochen, und verbindet diese mit seinen machttheoretischen Untersuchungen zur Disziplinargesellschaft.
Wichtige Begriffe sind Macht-Wissen-Komplex, Subjektivierung, Disziplinargesellschaft, Dekonstruktion des Humanismus und kritische Selbstreflexion.
Die Arbeit stellt heraus, dass Pädagogik als Teil des modernen Macht-Wissens-Regimes fungieren kann, das Subjekte durch Disziplinierung und Normierung formt.
Er beschreibt das Festhalten an idealistischen Vorstellungen von Autonomie und ursprünglichem Wesen des Menschen, die Foucault als naive Illusion dekonstruiert.
Sie ermöglicht es Sozialarbeitern, ihre eigene Rolle innerhalb der Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen, etwa im Kontext von Rassismus, statt nur idealistisch zu helfen.
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