Bachelorarbeit, 2013
99 Seiten, Note: 2.0
Einleitung
1. Netzwerk Theorien und Begriff
1.1 Georg Simmel
1.2 Gilles Deleuze u. Felix Guattari 'Rhizom'
1.3 Bruno Latour 'Akteur Netzwerk Theorie' (ANT)
1.4 Selbstdefinition der Netzwerktheorie, die dieser Arbeit zu Grunde liegt
2. Historischer Abriss von Künstlerstrukturen
2.1 Erste Kunstgruppen und Netzwerke
2.2 weitere Strömungen (ca. 1830-1945)
2.3 Die zweite große Welle (nach 1945)
2.4 Gutai
2.5 Fluxus
2.5.1 Ultimate Akademie:
3. Voraussetzung zur Entstehung der Performance-Art Netzwerke
3.1 Soziale und politische Voraussetzungen
3.2 Individuelle Voraussetzungen
4. Performance-Art Netzwerke
4.1 The Artists Village (TAV)
4.2 Black Market International (BMI)
4.3 PAErsche Aktionslabor NRW
5. Kollaborationen und Strukturen der Performance- Art Netzwerke
5.1 Historische Entwicklung
5.2 Inhalte und Ziele von Performance-Art Veranstaltungen
5.3 VeranstalterInnen, OrganisatorInnen
5.4 Finanzierung
5.5 Veranstaltungsorte
5.6. Zensur, Tabus, Reglementierungen:
6. Resümee und Perspektiven von Performance-Art Netzwerken
Diese Bachelorarbeit untersucht das Netzwerkverhalten in der Performance-Art, um zu verstehen, wie diese global agierenden, oft nomadischen Strukturen funktionieren, interagieren und sich selbst organisieren. Im Fokus stehen dabei nicht nur die theoretischen Grundlagen der Vernetzung, sondern insbesondere die praktische Handlungsweise und mentale Haltung der beteiligten KünstlerInnen innerhalb spezifischer Projekte.
1.2 Gilles Deleuze u. Felix Guattari 'Rhizom'
Gilles Deleuze und Felix Guattari nutzten als Sprachwissenschaftler und Philosophen den aus der Biologie stammenden Begriff 'Rhizom' für ihre erkenntnistheoretischen Positionen. In der Biologie wird ein Rhizom als ein meist unterirdisch - also nicht unbedingt sichtbares – Sprossachsensystem definiert. An jedem beliebigen Punkt können sich Knoten bilden, Knotenpunkte auflösen, eigenständig weiterentwickeln und durch Teilung und Trennung einzelner Teile dieses Wurzelgeflechtes weitere unabhängige Pflanzen entstehen. Die Philosophie nutzt diesen Begriff als Metapher und Matrix. Beschrieben wird z.B. die Entstehung eines Buches als ein komplexes Zusammenwirken von Ideen, Technologien und physikalischen Ebenen.„Ein Buch hat weder Objekt noch Subjekt, es ist aus verschiedensten Materialien gemacht, aus ganz unterschiedlichen Daten und Geschwindigkeiten.“ Das von Deleuze und Guattari 1977 herausgegebene Buch „Rhizom" (das später als Einleitung für ihr Werk „Tausend Plateaus“ diente) fordert eine selbstverantwortliche, soziale Geisteshaltung der Partizipierenden eines solchen Rhizoms. „Ja nehmt was ihr wollt. Wir haben nicht vor, eine Schule zu gründen, Sekten, Cliquen, Kirchen, Avantgarden und Arrieregarden sind Bäume, die in ihrem lächerlichen Sturz alles zermatschen, was sich wichtiges ereignet.“
Deleuze und Guattari zielen in ihrem Werk in erster Linie darauf, das streng hierarchische Prinzip von Sprache und Schrift der klassischen Strukturalisten zu durchbrechen und öffneten damit einen bestimmten Weg des Denkens. “Es gibt keine Sprache an sich, keine Universalität der Sprache (…)“ Zusammenfassend wird in „Rhizom“ deutlich, dass Deleuze und Guattari mit ihrem Wunsch nach rhizomhaftiger Sprache eigentlich eine neue Art des Denkens postulieren, einen Aufruf den man auf Seite 41 findet: „macht Rhizome, nicht Wurzeln, pflanzt nichts an, sät nicht, stecht! Seid nicht eins oder viele, seid Vielheiten! Macht nie Punkte, sondern Linien! (...) Laßt keinen General in euch aufkommen!“
Hiermit wird ein wesentlicher Teil einer 'idealen Netzwerktheorie' beschrieben. Unter 'Ideal' ist die Ablehnung eines herrschaftlichen Denkens und das Fehlen jeglicher Hierarchien zu verstehen.
1. Netzwerk Theorien und Begriff: Einführung in soziologische und philosophische Konzepte von Netzwerken durch Georg Simmel, Deleuze/Guattari und Bruno Latour als theoretisches Fundament.
2. Historischer Abriss von Künstlerstrukturen: Darstellung der Entwicklung von Künstlergruppen und Netzwerken von der Industrialisierung bis zur Entstehung der Performance-Art nach 1945.
3. Voraussetzung zur Entstehung der Performance-Art Netzwerke: Untersuchung der sozialen, politischen und individuellen Bedingungen, die zur Bildung von Performance-Art Netzwerken in den 80er und 90er Jahren führten.
4. Performance-Art Netzwerke: Exemplarische Vorstellung der Netzwerke The Artists Village (TAV), Black Market International (BMI) und PAErsche.
5. Kollaborationen und Strukturen der Performance- Art Netzwerke: Analyse der Arbeitsweisen, Finanzierung und Organisationsformen sowie des Umgangs mit Zensur innerhalb dieser Netzwerke.
6. Resümee und Perspektiven von Performance-Art Netzwerken: Zusammenfassende Betrachtung der Netzwerke als soziale Oasen und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und analoger Begegnung.
Performance-Art, Netzwerk, Künstlerstrukturen, Rhizom, Akteur-Netzwerk-Theorie, The Artists Village, Black Market International, PAErsche, Selbstorganisation, Interaktion, Kollaboration, Zensur, Soziale Plastik, Kunstbetrieb, Austausch
Die Arbeit untersucht das Wesen und die Funktionsweise von Performance-Art Netzwerken, die sich global jenseits institutionalisierter Kunstbetriebe entwickelt haben.
Im Zentrum stehen die Netzwerktheorie, die historische Entwicklung von Künstlergemeinschaften, die spezifischen Organisationsstrukturen der untersuchten Netzwerke sowie der Umgang mit sozialen und politischen Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Netzwerke agieren, wie sie sich finanzieren und welche mentale Haltung der TeilnehmerInnen für ihr Bestehen entscheidend ist.
Die Arbeit basiert auf langjähriger Feldforschung, persönlichen Gesprächen mit beteiligten KünstlerInnen, der Auswertung von Archivmaterial (z.B. Archiv 'Die Schwarze Lade') und der Anwendung qualitativer Netzwerktheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen, einen historischen Abriss, die detaillierte Vorstellung dreier exemplarischer Netzwerke (TAV, BMI, PAErsche) und eine Analyse der internen Strukturen und Kollaborationsformen.
Die wichtigsten Begriffe sind Performance-Art, Netzwerk, Selbstorganisation, Kollaboration, Rhizom, Soziale Plastik und die Idee der „Gabe“.
Die Netzwerke nutzen häufig subtile Strategien, um Behörden zu überlisten, oder wählen Standorte für Veranstaltungen mit Bedacht, um in politisch restriktiven Umgebungen sichtbar zu bleiben.
PAErsche ist ein jüngeres, in Köln gegründetes Netzwerk, das sich durch eine generationenübergreifende Zusammensetzung auszeichnet und explizit als offene kulturelle Plattform für internationale Gäste fungiert.
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