Diplomarbeit, 2001
109 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Struktur und Entwicklungen des Handels und Auswirkungen auf die Kosten im Handel
2.1. Der Handel – Grundbegriffe, Abgrenzung und wirtschaftliche Bedeutung
2.2. Struktur und Entwicklungstrends des Handel
2.3. Auswirkungen auf die Kostenstruktur
2.4. Anforderungen an eine Kostenrechnung im Handel
3. Grundlagen der Prozesskostenrechnung
3.1. Entwicklung, Begriff und Ziele der Prozesskostenrechnung
3.2. Konzeption der Prozesskostenrechnung
3.3. Kritische Würdigung der Prozesskostenrechnung
4. Darstellung der Prozesskostenrechnung im Handel am Beispiel eines Modellunternehmens
4.1. Das Modell – Annahmen und Erläuterungen
4.2. Modelltheoretische Betrachtung der Funktionen und Ziele
4.2.1. Kostenverrechnung mit Hilfe der PKR
4.2.2. Entscheidungsunterstützung bei Rationalisierungsmaßnahmen
4.2.3. Verhaltenssteuerung mit Hilfe der Budgetierung und durch Verrechnungspreise
4.3. Schlussfolgerungen aus der Modelluntersuchung
5. Allgemeine Beurteilung der Prozesskostenrechnung im Handel
6. Abschließende Beurteilung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Untersuchung, ob die Prozesskostenrechnung (PKR) geeignet ist, die spezifischen Anforderungen an eine moderne Kostenrechnung im Handel zu erfüllen. Dabei soll analysiert werden, wie das System zur Kostentransparenz und Steuerung in indirekten Leistungsbereichen beitragen kann und wo die methodischen Stärken sowie Schwächen bei der Anwendung in Handelsunternehmen liegen.
1.1. Problemstellung
Wie hoch sind die Kosten für die Abwicklung eines Kundenauftrages? Welche Kunden und Produkte erbringen auch nach Hinzurechnung der Leistungen des indirekten Bereiches noch einen positiven Deckungsbeitrag? Wie groß sind die Kosten für einen Beschaffungsvorgang bzw. von welchen Einflussgrößen hängen diese Kosten ab? Stecken in den Abläufen des Betriebes noch Optimierungspotentiale? Wie kann ein Unternehmen verursachungsgerechte innerbetriebliche Verrechnungspreise bilden, die allgemein Akzeptanz finden?
Schon beim täglichen Einkaufsbummel fällt es auf: Es dominieren große Handelsketten wie Edeka, Rewe, Karstadt, Aldi, Tengelmann und die Metro Gruppe. So wurden z.B. im Jahr 1992 immerhin 47% des gesamten Umsatzes von nur 0,6% der Unternehmen im Einzelhandel erzielt. Die hohe Unternehmenskonzentration im Handel und die immer noch zunehmende Globalisierung führen zu einem stetig wachsenden Wettbewerbsdruck. Um Kunden zu binden bzw. neue hinzuzugewinnen, sind die Unternehmen einerseits gezwungen ihre Leistungen weiter zu verbessern und kundengerechter zu gestalten, andererseits dürfen sie aber die Kostensituation im Unternehmen nicht aus den Augen verlieren. Eine moderne Kostenrechnung im Handel muss es ermöglichen, die oben gestellten Fragen zu beantworten und dem Management somit adäquate Informationen an die Hand zu geben, um den gegenwärtigen und kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, ob die Prozesskostenrechnung (im folgenden PKR) in der Lage ist, diese Aufgaben zu erfüllen und wo ihre Stärken und Schwächen liegen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, wonach die steigende Konzentration und Globalisierung im Handel eine präzisere Kostenrechnung erfordern, und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Struktur und Entwicklungen des Handels und Auswirkungen auf die Kosten im Handel: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten des Handels, die Verschiebung der Kostenstrukturen hin zu steigenden Gemeinkosten und die daraus resultierenden Anforderungen an moderne Kostenrechnungssysteme.
3. Grundlagen der Prozesskostenrechnung: Hier werden die theoretischen Konzepte, der Ursprung des Activity Based Costing und die Ziele der Prozesskostenrechnung als aktivitätsorientierte Gemeinkostenrechnung definiert.
4. Darstellung der Prozesskostenrechnung im Handel am Beispiel eines Modellunternehmens: Anhand eines Elektro-Fachmarktes werden die Implementierung, die Kostenverrechnung, Maßnahmen der Rationalisierung und die verhaltenssteuernde Wirkung von Budgets und Verrechnungspreisen modellhaft untersucht.
5. Allgemeine Beurteilung der Prozesskostenrechnung im Handel: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende Literatur zum Thema und stellt fest, dass empirische Studien und praktische Berichte zum Einsatz von PKR im Handel bisher selten sind.
6. Abschließende Beurteilung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion, dass die PKR zwar ein mächtiges Instrument für langfristige strategische Entscheidungen ist, aber die kurzfristige Steuerung und das operative Controlling weiterhin auf andere Instrumente angewiesen bleiben.
Prozesskostenrechnung, Handel, Kostenstruktur, Gemeinkostenmanagement, Prozesshierarchie, Kostentreiber, Sortimentsbewertung, Budgetierung, Verhaltenssteuerung, Verrechnungspreise, Rationalisierung, Deckungsbeitragsrechnung, Prozessoptimierung, Kostenverursachung, Strategische Kalkulation.
Die Arbeit untersucht, ob die Prozesskostenrechnung (PKR) ein geeignetes Instrument darstellt, um die Herausforderungen moderner Handelsunternehmen in Bezug auf die Kostensteuerung und Kalkulation zu bewältigen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Kostenstruktur im Handel, der theoretischen Konzeption der PKR, deren Implementierung in einem Modellunternehmen sowie der kritischen Würdigung des Nutzens für die Unternehmensführung.
Das Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen des Handelssektors an die Kostenrechnung zu identifizieren und zu prüfen, inwieweit die PKR Stärken wie Kostentransparenz und Rationalisierungsunterstützung in diesem Umfeld ausspielen kann.
Die Autor verwendet einen induktiven Ansatz: Nach einer theoretischen Fundierung erfolgt die Anwendung der PKR auf ein Modell eines filialisierten Elektro-Fachmarktes, um die Praxistauglichkeit und die steuernde Wirkung zu analysieren.
Im Hauptteil steht die Modelluntersuchung im Vordergrund, die unter anderem die Kostenverrechnung, die Unterstützung bei Rationalisierungsmaßnahmen sowie die Verhaltenssteuerung mittels Budgets und Verrechnungspreisen analysiert.
Zentrale Begriffe sind Prozesskostenrechnung, Gemeinkostenmanagement, Kostenstruktur im Handel, Kostentreiber, Verhaltenssteuerung, Budgetierung, Rationalisierung und Deckungsbeitragsrechnung.
Der Autor zeigt sich skeptisch, da Preise im Handel primär sortimentsorientiert und nicht artikelgenau gebildet werden, was den hohen Aufwand einer detaillierten PKR-Einführung in diesem Bereich schwer rechtfertigbar macht.
Die Mitarbeiter sind für die Tätigkeitsanalyse entscheidend, wobei der Autor vor Manipulationsmöglichkeiten bei der Datenaufnahme warnt, betont aber gleichzeitig den motivierenden Effekt der PKR für das Kostenbewusstsein im Unternehmen.
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