Diplomarbeit, 2002
140 Seiten, Note: Sehr Gut
1. DIE ANFÄNGE DER VEREINIGTEN STAATEN ALS NÄHRBODEN FÜR DIE ZIVILRELIGION
1.1. Das 17. und 18. Jahrhundert
1.1.1. Die Entstehung des Puritanismus
1.1.2. Die Pilgrims – Die Pilgerväter
1.1.2.1. Der Mayflower Compact – Der Mayflower-Pakt
1.1.3. Die Massachusetts Bay Kolonie
1.1.3.1. John Winthrop
1.1.3.1.1. A Modell of Christian Charity – Ein Modell christlicher Nächstenliebe
1.1.3.2. Demokratie in der Massachusetts Bay Kolonie
1.1.3.3. Die Puritaner und religiöse Toleranz
1.1.3.4. Das Erbe der Puritaner
1.1.4. Weitere Kolonien
1.1.4.1. Rhode Island
1.1.4.2. Maryland
1.1.5. Die weitere Entwicklung
1.1.5.1. Das First Great Awakening – Das Erste Große Erwachen
1.1.5.1.1. Der Predigstil
1.1.5.1.2. Der Puritanismus und sein Beitrag zur religiösen und politischen Freiheit
1.1.5.1.3. Die Religion im Dienst der Freiheit
1.1.5.2. Das Second Great Awakening – Das Zweite Große Erwachen
1.1.5.2.1. Freiheit und Freiwilligkeit
1.1.5.2.2. Der Aufschwung religiöser Gruppen
1.1.5.3. Eine Zusammenfassung der Tendenzen
1.2. Eine Nation erblickt das Licht der Welt
1.2.1. Thomas Jefferson (1743-1826)
1.2.2. James Madison (1751-1836)
1.2.3. Der freie Wille
1.2.4. The Declaration of Independence – Die Unabhängigkeitserklärung
1.2.5. Das Thema Religionsfreiheit in Virginia
1.2.5.1. Memorial and Remonstrance – Mahnmal und Protest
1.2.5.2. Statut über die Religionsfreiheit
1.2.6. The Constitution – Die Verfassung
1.2.6.1. The First Amendment – Der Erste Zusatzartikel zur Bundesverfassung
1.2.7. Thomas Jeffersons Briefwechsel
1.2.7.1. Thomas Jefferson an Benjamin Rush, Washington, 21. April 1803
1.2.7.2. Thomas Jefferson an James Madison, Monticello, 11. April 1823
1.3. Zusammenfassung und Überleitung
2. DIE THEORIE DER ZIVILRELIGION
2.1. Zur Person Robert Bellahs
2.2. Civil Religion in America
2.3. Die Zivilreligion in der Geschichte
2.3.1. Die Ursprünge in der Antike
2.3.2. Die Zivilreligion in der neueren Zeit
2.3.2.1. Jean-Jacques Rousseau als Begründer der Zivilreligion
2.4. Weitere Befürworter der Zivilreligion
2.4.1. Sidney E. Mead
2.4.2. Andrew Greeley
2.4.3. Alfred Balitzer
2.4.4. Weitere Meinungen
2.5. Die Kritik an der Zivilreligion
2.5.1. Die politische Theologie bei Jürgen Moltmann
2.5.2. Weitere Kritikpunkte
2.6. Martin E. Marty
2.6.1. Zwei Arten zweier Arten von Zivilreligion
2.6.1.1. Der priesterliche Aspekt einer Nation unter Gott
2.6.1.2. Der prophetische Aspekt einer Nation unter Gott
2.6.1.3. Der priesterliche Aspekt der selbsttranszendenten Nation
2.6.1.4. Der prophetische Aspekt der selbsttranszendenten Nation
2.7. Bellahs eigene Beurteilung
2.8. Weitere Aspekte der Zivilreligion Bellahs
2.9. Bellahs eigene Weiterentwicklung
2.10. Zusammenfassung und Überleitung
3. RELIGIÖSE RHETORIK
3.1. Abraham Lincoln
3.1.1. Gettysburg Address
3.1.2. Zweite Antrittsrede Lincolns am 04. März 1865
3.2. Exkurs – Rhetorik
3.3. George Walker Bush: Die Person
3.3.1. A Charge to Keep
3.3.1.1. Bush und die Rolle Amerikas in der Welt
3.3.1.2. Bushs religiöse Einstellung
3.4. Der 11. September und die amerikanische Zivilreligion
3.4.1. Analyse der Reden
3.4.1.1. Die ersten Reaktionen von Präsident Bush
3.4.1.2. Amerika als Licht der Freiheit in der Welt
3.4.1.3. Die Symbolik des Blutes
3.4.1.4. Der Gottesknecht
3.4.1.5. Der Heilige Krieg
3.4.1.6. Der apokalyptische Kampf
3.4.1.7. Das Gebet
3.4.1.8. Gerechtigkeit
3.4.1.9. Die Einheit Amerikas
3.4.1.10. Amerika als Retter und als messianische Gestalt
3.4.1.11. Die Flagge
3.5. Zusammenfassung
4. ABSCHLIESSENDE ZUSAMMENFASSUNG UND RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Zivilreligion in den USA, deren historische Wurzeln bei den puritanischen Siedlern liegen und die durch das Gedankengut der Gründerväter sowie moderne politische Rhetorik, insbesondere in den Reden von Präsident George W. Bush nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, maßgeblich geprägt wurde. Das Ziel ist es, die Entwicklung dieses komplexen religiös-politischen Gefüges nachzuvollziehen, die theoretische Debatte um das Konzept darzustellen und die Verwendung zivilreligiöser Symbolik durch Präsident Bush kritisch zu hinterfragen.
A Modell of Christian Charity – Ein Modell christlicher Nächstenliebe
Noch auf dem Weg von Großbritannien nach Amerika hielt Winthrop die berühmt gewordene Predigt A Modell of Christian Charity (Ein Modell christlicher Nächstenliebe). Hauptsächlich geht es darin um die Liebe Gottes zu den Menschen, die Vorbild und Auftrag für die Nächstenliebe sei. Mit „Einer trage des anderen Last“ (Gal 6,2) beschwört er gleichsam seine Zuhörer, wie wichtig eine in der Liebe zu Gott begründete gegenseitige Liebe ist. Immer wieder bezieht er sich in seinen Ausführungen auf die Bibel und zitiert aus ihr. Eine wichtige Rolle spielt das Bild des eines Leibes aus 1 Kor 12, das für Winthrop ein Beispiel für die Einheit untereinander und mit Gott ist. Ebenso macht er auf die Strafe aufmerksam, die alle jene trifft, die sich nicht an die Gebote Gottes halten. Dann proklamiert er feierlich den Bundesschluß zwischen den Puritanern und Gott, der den Höhepunkt der Predigt darstellt.
(1f.) „Somit steht die Sache zwischen uns und Gott. Wir sind in dieser Sache einen Bund mit ihm eingegangen.“ Diese Sache meint den Aufbruch von Großbritannien nach Amerika, um dort eine Gesellschaft aufzubauen, deren Gesetze und Institutionen sich nach den Geboten Gottes richten. Für die Siedler waren das Verlassen der Heimat und der Aufbruch in eine ungewisse Zukunft sicher ein gewagtes Unterfangen. Es war aber auch mehr als das, denn sie fühlten sich einer Mission verpflichtet. Gott selbst hatte sie in die Neue Welt gesandt, um sein Reich zu errichten. Der Gedanke der Sendung kommt einige Zeilen später noch deutlicher zum Ausdruck.
1. DIE ANFÄNGE DER VEREINIGTEN STAATEN ALS NÄHRBODEN FÜR DIE ZIVILRELIGION: Dieses Kapitel erläutert die religiösen Ursprünge in den puritanischen Siedlungen und bei den Gründervätern, die das Fundament für die spätere amerikanische Zivilreligion legten. Dabei wird besonders der Einfluss des Sendungsgedankens und der Aufklärung auf die Staatsgründung hervorgehoben.
2. DIE THEORIE DER ZIVILRELIGION: Dieses Kapitel untersucht das theoretische Konzept der Zivilreligion, ausgehend von Robert Bellahs wegweisendem Artikel, und diskutiert die vielfältigen wissenschaftlichen Perspektiven, Befürworter und kritischen Stimmen in diesem Diskurs.
3. RELIGIÖSE RHETORIK: Dieses Kapitel analysiert die rhetorische Verwendung religiöser Sprache und Symbole in der amerikanischen Politik, wobei Abraham Lincoln als historisches Beispiel und die Reden von George W. Bush nach dem 11. September 2001 als aktueller Schwerpunkt dienen.
4. ABSCHLIESSENDE ZUSAMMENFASSUNG UND RESÜMEE: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet eine eigene kritische Beurteilung des Phänomens Zivilreligion im heutigen Amerika.
Zivilreligion, USA, Puritanismus, Robert Bellah, George W. Bush, 11. September, religiöse Rhetorik, Thomas Jefferson, James Madison, Freiheit, Gott, American Experience, Auserwähltes Volk, Politische Theologie, Glaubensfreiheit
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Zivilreligion in den USA, ihre historischen Wurzeln und ihre aktuelle Rolle in der politischen Rhetorik, insbesondere in den Reden von Präsident George W. Bush nach den Terroranschlägen von 2001.
Die zentralen Themen sind die historische Entstehung der US-Zivilreligion, die theoretische Debatte (u.a. Robert Bellah) sowie die Untersuchung spezifischer religiöser Symbole und deren Instrumentalisierung in der Politik.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie zivilreligiöse Symbole zur Identitätsstiftung genutzt werden und wie diese in den Reden von Präsident Bush eine spezifische, oft apokalyptische und messianische Rhetorik prägen.
Es handelt sich um eine theologische und politikwissenschaftliche Analyse, die historische Quellen und zeitgenössische Reden von Präsident Bush im Kontext der Zivilreligionstheorie untersucht.
Im Hauptteil werden zunächst die historischen Ursprünge bei den Siedlern und Gründervätern analysiert, gefolgt von einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Zivilreligionstheorie und schließlich der Analyse von Bushs Rhetorik nach dem 11. September.
Die wichtigsten Schlagworte sind Zivilreligion, Puritanismus, Robert Bellah, George W. Bush, religiöse Rhetorik, Freiheit und das Bild Amerikas als auserwähltes Volk.
Der Autor kritisiert Bushs Rhetorik als teilweise unangebracht und warnt davor, dass die Verwendung zivilreligiöser Symbolik zur Rechtfertigung militärischer Gewalt ein Risiko für eine sachliche politische Diskussion darstellt.
Der 11. September fungiert als entscheidender Katalysator für eine rhetorische Zuspitzung, bei der Bush die Terroranschläge als Angriff auf die Freiheit interpretierte und den Krieg gegen den Terror als einen apokalyptischen Kampf zwischen Gut und Böse darstellte.
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