Diplomarbeit, 2015
34 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Geschichtliche Hintergründe und die Literatur der Jahrhundertwende
3. Die dargestellten Emotionen in der Novelle Angst
3.1 Psychoanalytische Einflüsse auf Stefan Zweig und seine Novelle
3.2 Das Strukturmodell der Persönlichkeit
3.3 Analyse der Dargestellten Emotionen
4. Forschungsüberblick über die Emotionen der Rezipienten
4.1 Die Figurendarstellung als Mittel literarischer Emotionalisierung
4.2 Die textuellen Strategien als Mittel literarischer Emotionalisierung
5. Fazit
6. Ungarische Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Novelle "Angst" von Stefan Zweig unter einer doppelten Zielsetzung: Einerseits werden die im Werk dargestellten Emotionen der Hauptfigur mithilfe psychoanalytischer Theorien von Sigmund Freud analysiert, andererseits wird der Rezeptionsprozess beleuchtet, um die emotionalen Wirkungen auf den Leser zu erforschen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Beziehung zwischen der psychoanalytischen Darstellungsweise der Protagonistin und den eingesetzten erzählstrategischen Mitteln des Autors.
3.3 Analyse der dargestellten Emotionen
Der Titel der Novelle ist Angst, dieses Gefühl zieht sich durch die ganze Geschichte und kommt in verschiedener Weise zustande. Nach Freud gibt es drei Grundtypen der Angst: Realangst, neurotische Angst und moralische Angst. In seiner Theorie unterscheidet er Angst und Furcht voneinander, die in der Alltagssprache als Synonym verwendet werden. Unter Furcht versteht er das Gefühl einer konkret wahrnehmbaren, fassbaren Bedrohung, die meist rational begründbar ist, und sich auf die Außenwelt, d.h. auf ein bestimmtes Objekt oder eine Situation bezieht. Diese Reaktion des Bewusstseins kann ein Angstausbruch oder Schutzhandlung durch Flucht oder Kampf sein. Dagegen ist die Angst ein gegenstandsloses, unbestimmtes Gefühl, die sich auf den inneren Zustand bezieht und als Kombination mit anderen Gefühlen hervorkommt. (Freud 1980, S. 382) Die Realangst entspricht der Furcht. In diesem Sinne fürchtet sich das Ich vor den Konsequenzen der Realität. Irene hat konkrete Furcht vor „jede[m] fremde[n] Blick“. (Zweig 1957, S. 3.) wenn sie unter den Menschen ist. Ihre Furcht verkörpert die Erpresserin, die die Gefahr von der Entdeckung der Liebesaffäre bedeutet. Irene möchte ihre ruhige, bürgerliche Existenz bewahren und hat Furcht davor, „als geschiedene Frau, Ehebrecherin, befleckt vom Skandal, hinzuleben“ (S. 51). Nach jeder Konfrontation mit der Erpresserin brechen ihre Gefühle aus und sie „begann mit einem Male so zu zittern, daß es sie schüttelte. In der Kehle klomm etwas Bitteres empor, sie spürte Brechreiz und zugleich eine sinnlose, dumpfe Wut […]“ (S. 6). Auf die Wahrnehmung äußerer Gefahr reagiert sie mit einem Fluchtreflex, in dem sie der Erpresserin Geld gibt, um sich frei zu machen.
1. Einleitung: Definition der Forschungsfrage zur Darstellung von Emotionen in Zweigs Werk und der Untersuchung des Rezeptionsprozesses.
2. Geschichtliche Hintergründe und die Literatur der Jahrhundertwende: Darstellung des krisenhaften Zeitgeists und der literarischen Strömungen unter dem Einfluss der aufkommenden Psychologie.
3. Die dargestellten Emotionen in der Novelle Angst: Anwendung psychoanalytischer Theorien zur Analyse von Irenes emotionalem Zustand und deren psychischer Konflikte.
3.1 Psychoanalytische Einflüsse auf Stefan Zweig und seine Novelle: Beleuchtung der Verbindung zwischen Stefan Zweig und Sigmund Freud sowie deren Niederschlag im Werk.
3.2 Das Strukturmodell der Persönlichkeit: Erklärung der Instanzen Es, Ich und Über-Ich im Kontext der Handlungen der Protagonistin.
3.3 Analyse der Dargestellten Emotionen: Differenzierung zwischen Realangst, neurotischer Angst und moralischer Angst bei der Figur Irene.
4. Forschungsüberblick über die Emotionen der Rezipienten: Einführung in die kognitive Literaturwissenschaft und die theoretischen Ansätze der Emotionsforschung beim Leser.
4.1 Die Figurendarstellung als Mittel literarischer Emotionalisierung: Untersuchung narrativer Techniken zur Generierung von Empathie und sozialen Gefühlen beim Leser.
4.2 Die textuellen Strategien als Mittel literarischer Emotionalisierung: Analyse der Spannungserzeugung durch Erzählweise und Leserwartungen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der Hypothese, dass Zweig psychoanalytische Konzepte erfolgreich zur Darstellung innerer Spannung und zur emotionalen Leserbindung einsetzt.
6. Ungarische Zusammenfassung: Zusammenfassung der gesamten Arbeit in ungarischer Sprache.
Stefan Zweig, Angst, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Literaturwissenschaft, Rezeptionsemotionen, Kognitive Narratologie, Empathie, Realangst, Neurotische Angst, Moralische Angst, Erzählstrategie, Jahrhundertwende, Modell-Leser, Spannungserzeugung
Die Arbeit analysiert die Novelle "Angst" von Stefan Zweig im Hinblick auf die dargestellten Gefühlszustände der Hauptfigur und die daraus resultierenden emotionalen Wirkungen auf den Lesenden.
Die zentralen Themen umfassen die Psychoanalyse (speziell nach Freud), die kognitive Literaturwissenschaft, Erzähltheorie und die Emotionspsychologie.
Das Ziel ist es zu klären, wie sich die psychoanalytische Darstellung der Hauptfigur zu den emotionalen Reaktionen des Lesers verhält und welche Erzählstrategien der Autor hierfür nutzt.
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der psychoanalytische Theorien, narratologische Analysen und kognitiv-psychologische Modelle (wie die Modell-Leser-Theorie) kombiniert.
Im Hauptteil werden zunächst die epochenhistorischen Hintergründe und die Verbindung zwischen Freud und Zweig erläutert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Ängste der Protagonistin und der Erforschung der Wirkung dieser auf den Leser.
Wichtige Begriffe sind Psychoanalyse, Angst, Rezeptionsemotionen, Kognitive Narratologie, Erzählstrategie und Empathie.
Die Arbeit differenziert nach Freud zwischen Realangst (Furcht vor konkreter Entdeckung), neurotischer Angst (Konflikt zwischen Es und Ich) und moralischer Angst (Konflikt zwischen Ich und Über-Ich).
Die interne Fokalisierung ermöglicht es dem Leser, die Welt aus der Perspektive der Figur zu erleben, was die Empathie stärkt und eine parallele emotionale Erfahrung zur Protagonistin begünstigen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

