Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 2
Einführung in den Themenbereich
Zum Aufbau der Bachelorarbeit
1. Zur Anbindung der Bachelorarbeit
2. Zur Entwicklung der Forschungsfrage
2.1. Einblick in den aktuellen Forschungsstand und Eingrenzung einer Forschungslücke
2.2. Formulierung der Forschungsfrage
2.3. Die bildungswissenschaftliche Relevanz der Arbeit
3. Theoretischer Bezugsrahmen
3.1. Zum Spracherwerb
3.1.1. Erstspracherwerb
3.1.2. Zweitspracherwerb
3.2. Bedeutung des Kindergartens für Kinder und deren Spracherwerb
3.3. Zur Bedeutung der Kind-Kind-Kommunikation im Kindergarten
3.4. Sprachförderung im Kindergarten
4. Zum Forschungsdesign
4.1. Methodische Vorgehensweise in dieser Arbeit
4.2. Zur Verwendung der sprachlichen Äußerungsformate
4.2.1. Die Verwendung und Wirkung von Fragen
4.2.2. Antwort als Reaktion auf eine Frage
4.2.3. Die Komplexität der Antwort auf eine Frage
4.2.4. Die Verwendung der Erstsprache und Zweitsprache
4.3. Zur Aufstellung der Hypothesen
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1. Untersuchung des verbalen Sprachverhaltens der Peers
5.2. Untersuchung des verbalen Sprachverhaltens von Murat
6. Diskussion der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage
7. Resümee
8. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Rolle der Peergroup als sprachförderliche Umwelt für mehrsprachige Kinder im Kindergarten. Ziel ist es, durch die Analyse von Videoaufzeichnungen eines türkischsprachigen Fokuskindes zu klären, inwieweit Interaktionen mit Gleichaltrigen den Zweitspracherwerb unterstützen und wie sich verbale Äußerungsformate wie Fragen auf die Sprachproduktion auswirken.
3.2. Bedeutung des Kindergartens für Kinder und deren Spracherwerb
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten die Bedeutung des sprachlichen Inputs für die Sprachentwicklung zu analysieren. Der Kindergarten ist ein Ort, in dem die sprachliche Umwelt eines Kindes durch die Interaktion mit der Peergroup und den Pädagoginnen beeinflusst wird. Auch die Qualität und Gestaltung des pädagogischen Kontextes spielt bei der kindlichen Sprachentwicklung eine wesentliche Rolle (Albers 2009, 59). Beim Besuch des Kindergartens eröffnet sich für das erst- sowie zweitsprachelernende Kind eine „anregende und reichhaltige Umgebung, welche die Sprachentwicklung des Kindes unterstützen kann“ (Kieferle 2009, 102). Mit dem Beginn des Kindergartens erweitert sich der außerfamiliäre Erfahrungsraum eines Kindes. In den Beziehungen mit anderen Kindern lernen diese ihre Bedürfnisse und Ziele mit gleichaltrigen abzustimmen und sich durchzusetzen (Albers 2009, 59). In diesem Prozess werden aufgrund der gegenseitigen Einflussnahme die „sprachstrukturellen Kompetenzen“ (Albers, 2009, 59) des Kindes geprägt. Während des Kindergartenaufenthalts entwickeln sich in der Interaktion zwischen gleichaltrigen Kindern die Strukturen zu „reziproken und komplementären Strukturen“ (Oerter 1999; zit. n. Albers 2009, 126). Ein wesentliches Merkmal ist, dass Kinder beginnen ihr Gegenüber nicht mehr als ein „Objekt sondern als Subjekt wahrzunehmen“ (Albers 2009, 59), mit denen sie in Interaktion treten können.
Die „komplementäre und symmetrische Reziprozität“ (König 2009, 125) im Interaktionsprozess zeichnet eine gute Lernumwelt aus. Die „Reziprozität“ bezeichnet hierbei die Wechselseitigkeit im Interaktionsprozess. Demnach können sich Pädagoginnen laut König (König 2009, 125) im Rahmen von sozialen Aushandlungsprozessen dem Denken von Individuen annähern. Auch die gleichaltrigen Kinder können in Interaktion treten. Die Peerinteraktion definiert die „soziale Beziehung zwischen gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen in einem sozialen Umfeld“ (ebd.). Zu den Einflussfaktoren zählen Aushandlungsprozesse, welche sowohl fördernd als auch herausfordernd auf Entwicklungsprozesse wirken können (ebd., 107).
Zur Anbindung der Bachelorarbeit: Dieses Kapitel stellt den Kontext der Untersuchung dar, insbesondere das Forschungsprojekt „Spracherwerb und lebensweltliche Mehrsprachigkeit im Kindergarten“ und die Einzelfallstudie mit vier türkischsprachigen Kindern.
Zur Entwicklung der Forschungsfrage: Hier werden der aktuelle Forschungsstand zum Spracherwerb dargelegt, eine Forschungslücke identifiziert und die zentrale Forschungsfrage sowie deren bildungswissenschaftliche Relevanz formuliert.
Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis zu Spracherwerbstheorien, der Bedeutung des Kindergartens, der Kind-Kind-Kommunikation und Ansätzen zur Sprachförderung.
Zum Forschungsdesign: Hier wird die methodische Vorgehensweise erläutert, angefangen bei der Transkription mittels HIAT und der Kodierung der Interaktionsdaten bis hin zur Aufstellung der drei zentralen Hypothesen.
Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde zur Peer-Interaktion und zum Antwortverhalten des Fokuskindes Murat anhand von verschiedenen Diagrammen.
Diskussion der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage: Die Ergebnisse werden interpretiert und auf die eingangs formulierte Forschungsfrage bezogen, um die Rolle der Peers als sprachförderliche Umwelt zu bewerten.
Resümee: Hier werden die wesentlichen Schritte der Arbeit zusammengefasst und die zentralen Erkenntnisse noch einmal komprimiert wiedergegeben.
Ausblick: Abschließend werden Potenziale für weitere Forschungen aufgezeigt und Empfehlungen für Pädagoginnen und Sprachassistentinnen gegeben.
Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Kindergarten, Peergroup, Kind-Kind-Kommunikation, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, Interaktion, Fokuskind, Forschungsdesign, Sprachkompetenz, soziale Entwicklung, Sprachlehrforschung, Empirie, Murat.
Die Bachelorarbeit untersucht, inwiefern die Interaktion mit Gleichaltrigen (Peergroup) einen Beitrag zur sprachlichen Entwicklung eines mehrsprachigen Kindes im Kindergarten leisten kann.
Die Arbeit fokussiert sich auf den Spracherwerb im Kindergartenalter, die Bedeutung der Kind-Kind-Kommunikation, das Forschungsdesign zur Analyse von Peer-Interaktionen sowie die Wirksamkeit von Fragen als sprachförderliche Impulse.
Das primäre Ziel ist es, das verbale Sprachverhalten eines türkischsprachigen Fokuskindes in Peer-Interaktionen zu analysieren und zu prüfen, ob die Peers als sprachförderliche Umwelt im Sinne der Kriterien von Hans Reich fungieren können.
Es handelt sich um eine qualitative Einzelfallstudie, bei der vorhandenes Videomaterial transkribiert, mittels eines speziellen Kodiersystems (basierend auf HIAT) kategorisiert und anschließend quantitativ (Häufigkeitsverteilungen) ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen, die Erläuterung des Forschungsdesigns inklusive der Hypothesenbildung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse bezüglich der Fragenarten und der Komplexität der Antworten.
Zentrale Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Spracherwerb, Peergroup-Interaktion, Kind-Kind-Kommunikation, Sprachförderung und Zweitsprache.
Die Auswertung zeigt, dass Murat auf geschlossene Fragen häufiger und mit kürzeren Äußerungen (Einwortäußerungen) antwortet, während offene Fragen komplexere Antwortstrukturen, wie etwa Satzreihen, nach sich ziehen können.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Murat eine Tendenz zeigt, in der Sprache zu antworten, in der er angesprochen wurde; die Peers bevorzugten beim Stellen von Fragen überwiegend die deutsche Sprache.
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