Bachelorarbeit, 2013
132 Seiten
1. Einführung
2. Cindy Sherman – Frau, Fotografin und Postmodernistin
2.1.Das Studium in Buffalo
2.2.Vom Entdecken der Fotografie
2.2.1.Shermans Head Shots
2.2.2. Die Authentizitätsproblematik
2.3. Die Anfänge in New York
3. Kunstwelt und künstliche Welten – Die Postmoderne
3. Kunstwelt und künstliche Welten – Die Postmoderne
3.1.Die Ordnung der Simulakra nach Jean Baudrillard
3.2. Die Krise der Repräsentation
4. Das Format des Film Stills
5. Die Film Stills #1 - #6
5.1.Film Still #1
5.2. Film Still #2
5.3. Film Still #3
5.4. Film Still #4
5.5. Film Still #5
5.6. Film Still #6
5.7. Die Merkmale der Untitled Film Stills nach den Bildanalysen der Film Stills #1-#6
6. Der männliche Blick und die feministische Filmtheorie über die Frauenrolle im amerikanischen Hollywoodfilm
6.1.Film Still #11
6.1.1. Die versteckte zweite Rolle
6.1.2. Der versteckte Geschlechterkonflikt
6.2. Film Still #34
6.3. Der Film Noir und die Rolle der Femme Fatale
6.4. Der Vergleich von Film Still #34 und #11: verbitterte Hausfrau vs. Femme Fatale
7. Das Europäische Kino
7.1.Der italienische Neorealismus
7.2.L´Aventura und das Film Still #56
7.2.1. L´Aventura oder Die mit der Liebe spielen
7.2.2. Das Standfoto aus Antonionis L´Aventura
7.2.3. Das Film Still #56
7.3. L´Éclisse und das Film Still #16
7.3.1.L´Éclisse (Liebe 1962)
7.3.2. Das Standfoto aus Michelangelo Antonionis L´Éclisse
7.3.3. Film Still #16
7.4. Antonioni und Sherman im Vergleich
8. Alfred Hitchcock – Bindeglied zwischen europäischer und amerikanischer Filmkunst
8.1.Die filmische Entwicklung
8.2. Bei Anruf Mord-Die Figur Margot und das Film Still #5
8.3. Das Fenster zum Hof – Die Figur Lisa Fremont und das Film Still #54
8.4. Marnie und das Film Still #48
9. Das Serielle – Die City Girl-Sequenz
9.1.Film Still #21
9.2. Film Still #23
9.3. Film Still #22
10. Die Untitled Film Stills - Die Rolle(n) eines Lebens
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit die Untitled Film Stills der amerikanischen Fotografin Cindy Sherman als eine künstlerische Reaktion auf die stereotypen Frauenbilder zu verstehen sind, die das amerikanische Kino der 1950er und 1960er Jahre maßgeblich prägten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie Sherman durch ihre bewusste Inszenierung in fiktiven Filmszenen die Konstruktion von Weiblichkeit dekonstruiert und den gesellschaftlichen Kontext jener Zeit hinterfragt.
2. Cindy Sherman – Frau, Fotografin und Postmodernistin
Cynthia Morris Sherman wird am 19. Januar 1954 als jüngstes von insgesamt fünf Kindern in Glen Ridge, New Jersey geboren. Als Cindy – Cynthia nennt sie kaum jemand – drei Jahre alt wird, zieht die Familie nach Long Island. Als Tochter eines Flugzeugingenieurs und leidenschaftlichen Kamerasammlers und einer Lehrerin, verbringt sie ihre Kindheit vorwiegend am Strand oder allein in ihrem Zimmer. Dort zeichnet sie oder verkleidet sich. Eine alte, von der Großmutter geerbte, Truhe dient ihr dafür als Kostümfundus. Dabei geht es ihr weniger darum, hübsch auszusehen: „Ich versuchte, wie eine andere Person auszusehen – sogar wie eine alte Dame. Ich verkleidete mich als Monster oder so was in der Art, das fand ich viel lustiger, als einfach nur wie Barbie auszusehen.“
Sie verliert sich in den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und kostümiert und schminkt sich jeden Tag. Ebenso früh wie die Leidenschaft zum Verkleiden entwickelt sich auch Cindys Interesse für den Film.
1. Einführung: Das Kapitel führt in das Thema der medialen Konstruktion von Weiblichkeit ein und definiert die beiden Schwerpunkte: die Künstlerin Cindy Sherman und die Rolle der Frau im Film der 50er und 60er Jahre.
2. Cindy Sherman – Frau, Fotografin und Postmodernistin: Es wird die Biografie von Cindy Sherman beleuchtet, beginnend mit ihrer Kindheit und ihrem künstlerischen Werdegang bis zu ihren ersten Erfolgen in New York.
3. Kunstwelt und künstliche Welten – Die Postmoderne: Hier wird der theoretische Rahmen der Postmoderne sowie die Simulationstheorie von Jean Baudrillard dargelegt, um das Werk Shermans in den kunsthistorischen Kontext einzuordnen.
4. Das Format des Film Stills: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft und Funktion von Film Stills im klassischen Hollywoodkino und wie Sherman dieses Format für ihre Arbeit transformiert.
5. Die Film Stills #1 - #6: Anhand einer detaillierten Bildanalyse der ersten sechs Fotografien werden die zentralen Merkmale von Shermans konzeptioneller Arbeitsweise erarbeitet.
6. Der männliche Blick und die feministische Filmtheorie über die Frauenrolle im amerikanischen Hollywoodfilm: Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Filmtheorie von Laura Mulvey und dem Konzept des "männlichen Blicks", angewandt auf die Untitled Film Stills.
7. Das Europäische Kino: Das Kapitel analysiert den Einfluss des italienischen Neorealismus und insbesondere der Filme von Michelangelo Antonioni auf die Fotografien Shermans.
8. Alfred Hitchcock – Bindeglied zwischen europäischer und amerikanischer Filmkunst: Hier werden die filmischen Einflüsse von Alfred Hitchcock auf die Untitled Film Stills untersucht, insbesondere am Beispiel der Frauenrollen in seinen Filmen.
9. Das Serielle – Die City Girl-Sequenz: Eine Fallstudie zur Sequenz der City Girl-Bilder, die Shermans Abkehr von der Regel zeigt, eine Figur niemals mehrfach darzustellen.
10. Die Untitled Film Stills - Die Rolle(n) eines Lebens: Ein abschließendes Fazit, das die Ergebnisse der Untersuchungen zusammenführt und die Bedeutung der Untitled Film Stills resümiert.
Cindy Sherman, Untitled Film Stills, Postmoderne, Appropriation Art, Gender Studies, Männlicher Blick, Film Noir, Identitätskonstruktion, Selbstinszenierung, Jean Baudrillard, Laura Mulvey, Frauenrolle, Filmgeschichte, Fotokunst, Repräsentation.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Fotoserie "Untitled Film Stills" der Fotografin Cindy Sherman und analysiert, wie diese als Auseinandersetzung mit filmischen Frauenstereotypen der 50er und 60er Jahre interpretiert werden können.
Zentrale Themen sind die Postmoderne als Kunstepoche, die Rolle der Frau im Medium Film, die Anwendung feministischer Filmtheorien auf die Fotografie sowie der Einfluss des europäischen und amerikanischen Kinos auf Shermans Bildsprache.
Das Ziel ist es, die "Untitled Film Stills" als eine bewusste Reaktion auf die medial konstruierten Rollenbilder der Frau zu verstehen und zu analysieren, welche Rolle der gesellschaftliche Kontext der Entstehungszeit dabei spielte.
Die Arbeit stützt sich primär auf tiefgehende Bildanalysen einzelner Film Stills, die in einen kunsthistorischen, filmtheoretischen und biografischen Kontext eingebettet und miteinander verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung Shermans, eine detaillierte Analyse ihrer ersten Arbeiten sowie Vergleiche mit filmischen Vorbildern wie Hitchcock und Antonioni, wobei verschiedene Rollen wie die Femme Fatale oder die Hausfrau untersucht werden.
Schlüsselwörter sind unter anderem Cindy Sherman, Postmoderne, Männlicher Blick, Frauenrolle, Identitätskonstruktion, Appropriation Art und Film Noir.
Sherman wird als Künstlerin der Postmoderne analysiert, wobei ihre Arbeit durch Baudrillards Simulationstheorie in Beziehung zur Krise der Repräsentation gesetzt wird, da sie Kopien ohne Originale schafft.
Dieses Element, wie etwa Spiegel oder Gemälde, dient dazu, die Handlung auf eine meta-narrative Ebene zu heben und die Identitätsfrage der dargestellten Frauen sowie die Selbstreflexion innerhalb der inszenierten Bilder zu verdeutlichen.
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