Diplomarbeit, 2015
80 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
1.1 FRAGESTELLUNG
1.2 METHODE
1.3 FORSCHUNGSSTAND
2. URSACHEN DER WÄHRUNGSKRISE
2.1 VERTRÄGE UND VERTRAGSUNTREUE
2.2 NICHTOPTIMALER WÄHRUNGSRAUM
2.3 DAS VERSTOPFTE WECHSELKURSVENTIL
2.4 INSTUTIONELLE KONSTRUKTIONSFEHLER
3. GRIECHENLAND ALS HÄRTEFALL DER EUROZONE
3.1 ANSTECKUNGSGEFAHR UNDER DEN PIIGS
3.2 DER EURO NÄHRT DEN STAATSHUNGER
3.3 SCHATTENWIRTSCHAFT UND KORRUPTION
3.4 GRIECHENLANDHILFEN SEIT 2010
3.4.1 ERSTES GRIECHENLANDRETTUNGSPAKET
3.4.2 ZWEITES GRIECHENLANDRETTUNGSPAKET
4. DAS DRITTE GRIECHENLANDPAKET
4.1 VORLEISTUNG, LEISTUNG UND GEGENLEISTUNG
4.2 POLITISCHE AKTEURE UND INTERESSEN
4.2.1 VEREINIGTE STAATEN UND IWF
4.2.2 EUROLÄNDER UND EZB
4.2.3 GRIECHENLAND
4.3 ÖKONOMISCHE WIRKUNGEN
4.3.1 HAIRCUT: DER DRITTE SCHULDENSCHNITT
4.3.2 MORAL HAZARD: FALSCHE ANREIZSETZUNG
4.3.3 FREE LUNCH: VOLLENDUNG DER TRANSFERUNION
5. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Arbeit analysiert das dritte Rettungspaket für Griechenland aus einer politökonomischen Perspektive, wobei sie die institutionellen, politischen und wirtschaftlichen Hintergründe untersucht, die zur Krise führten und das Handeln der beteiligten Akteure beeinflussten.
2.3 Das verstopfte Wechselkursventil
In einer Gemeinschaftswährung können sich die Mitgliedsstaaten nicht mehr des Wechselkursmechanismus bedienen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit untereinander zu erhöhen. Der Weg der Abwertung der eigenen Währung ist verbaut, weil es eben keine eigenständige Geldpolitik mehr gibt. Den Staaten bleibt bei exogenen Schocks wie Nachfrageeinbrüchen nur noch die innere Abwertung über die Senkung der Produktionsfaktorpreise (Zinsen und Löhne) und die Faktormobilität (Arbeitskräfteabwanderung und oder Kapitalflucht), weil die äußere Abwertung nicht mehr möglich ist. Der Tübinger Ökonom Joachim Starbatty hat dafür das Sprachbild des verstopften Wechselkursventils geprägt. „Bewegliche Wechselkurse“, so Starbatty, „sind ein Ventil, um die unterschiedliche Qualität nationaler Wirtschaftspolitiken auszudrücken“.
Italien habe beispielsweise von 1960 bis zur Währungsunion 1999 den Wert seiner Lira um 4/5 reduzieren müssen, um gegenüber der deutschen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben zu können. Der französische Franc verlor im gleichen Zeitraum rund zwei Drittel seines Wertes. Für Starbatty steht fest: „Wenn sich zwei Länder zu einer Währungsunion zusammenschließen, dann müssen sich Inflationsraten und wirtschaftliche Leistungsfähigkeiten in die gleiche Richtung entwickeln. Andernfalls bricht die Währungsunion auseinander, oder politische Interventionen, die in aller Regel auf Transfers hinauslaufen, müssen die politische Verstopfung des Wechselkursventils kompensieren“. Starbatty gehörte zu den Eurokritikern der ersten Stunde und klagte zusammen mit Kollegen gegen die Euro-Einführung vor dem Bundesverfassungsgericht.
Deren Hauptargument war genau dieses, nämlich dass der Euro als währungspolitische Einheitsuniform für die disparaten Volkswirtschaften wie eine Zwangsjacke wirke. Was für Nordeuropa zu weich sei, sei für den Süden zu hart. Die einheitlichen Zinssätze innerhalb des gemeinsamen Währungsraumes bildeten nicht die Unterschiede in der Kapitalausstattung, im Lohngefüge, in der Arbeitsproduktivität und der Arbeitsmoral in Nord und Süd ab, sie führten zu Fehlallokationen und Investitionsblasen – die Keimstätten kommender Krisen. Während zu niedrige Zinsen den Süden zum Überkonsum und zur Überschuldung verleiten würden, sorgten zu hohe Zinsen im Norden für Kapitalabfluss und Investitionsschwäche.
1. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der Griechenlandrettungspakete und Darstellung der Fragestellung sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. URSACHEN DER WÄHRUNGSKRISE: Untersuchung der strukturellen Mängel und Konstruktionsfehler der Währungsunion, die zur Instabilität beigetragen haben.
3. GRIECHENLAND ALS HÄRTEFALL DER EUROZONE: Analyse der spezifischen griechischen Krisensituation, der Ansteckungsgefahren für die Eurozone und der ersten beiden Rettungspakete.
4. DAS DRITTE GRIECHENLANDPAKET: Detaillierte Betrachtung des dritten Hilfspakets, der handelnden Akteure, der ökonomischen Wirkungen und der Anreizstrukturen.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Synthese der Ergebnisse aus allen drei Rettungspaketen und Diskussion der Pfadabhängigkeit der europäischen Rettungspolitik.
Griechenland, Eurokrise, Rettungspaket, Währungsunion, Politökonomie, Fiskalunion, Transferunion, Moral Hazard, Konditionalität, Schuldenschnitt, Euro, Stabilitätsmechanismus, Austeritätspolitik, Reformen, Finanzmärkte
Die Arbeit befasst sich mit der politökonomischen Analyse der Eurorettungsmaßnahmen für Griechenland, wobei das dritte Hilfspaket im Zentrum der Untersuchung steht.
Zentral sind die Ursachen der Währungskrise, die Rolle Griechenlands als Härtefall in der Eurozone sowie die Analyse des institutionellen Wandels der EU hin zu einer Transferunion.
Das Ziel ist es, die politischen Akteure, ihre Kalküle und die ökonomischen Wirkungen der Entscheidungen im Zuge der Rettungspakete transparent zu machen.
Die Arbeit folgt einem politökonomischen Analyseansatz unter Verwendung der drei Dimensionen des Politischen (polity, policy, politics) und integriert ökonomische Kosten-Nutzen-Betrachtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse der Krise, die spezielle Lage Griechenlands sowie eine detaillierte Auswertung des dritten Griechenlandpakets inklusive ökonomischer Folgen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Währungsunion, Moral Hazard, Pfadabhängigkeit, Transferunion und Konditionalität.
Der IWF trat als Kofinancier auf und brachte seine Expertise ein, forderte jedoch aufgrund der fortbestehenden Schuldentragfähigkeitsprobleme wiederholt Schuldenschnitte.
Deutschland agierte als ordnungspolitischer Vetospieler, der jedoch von anderen Akteuren wie den USA oder Frankreich zur Abkehr von vertraglichen Prinzipien wie der Nichtbeistandsklausel gedrängt wurde.
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