Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Historischer Überblick
2.1 Beginn der deutschen Herrschaft in Südwestafrika
2.2 Der Weg in den Krieg
2.3 Der Kriegsverlauf.
3 Historischer Überblick
3.1 Genozid: Eine Begriffsdefinition
3.2 Südwestafrika: Schauplatz des ersten deutschen Genozids?
3.2.1 Rezeption und Legitimation im Zuge deutscher Kolonialliteratur
4 Die Kontinuitätstheorie: Forschungskontroversen um die Verbindung zwischen dem Kolonialkrieg und dem Nationalsozialismus
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kontroversen in der Geschichtswissenschaft hinsichtlich der Anwendbarkeit des Genozidbegriffs auf die Ereignisse in Deutsch-Südwestafrika und diskutiert, inwieweit daraus eine Kontinuität zum Nationalsozialismus abgeleitet werden kann.
3.1 Genozid: Eine Begriffsdefinition
Um die im weiteren Verlauf folgenden Argumente nachvollziehen zu können, wird zunächst auf den Begriff „Genozid“ im Allgemeinen eingegangen. Als Grundlage dienen drei ausgewählte Definitionen.
Die für einen „modernen Genozid“ entscheidenden Vorrausetzungen entwickelten sich durch den Rassismus des 19. Jahrhunderts, welcher ein neues Weltbild schuf, in dem mehrere Komponenten einflossen: Die sozialdarwinistische Vorstellung von Rassen und den ihnen jeweils zugeordneten Völkern, die Entstehung eines pessimistischen Weltbildes und der darin innewohnenden Bedrohung durch bestimmte Menschengruppen, und die Existenz eines Überlegenheitsgefühls, bedingt durch imperialistische und koloniale Erfahrungen.
Der Begriff „Genozid“ wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch Raphael Lemkin geprägt. In seiner Schrift „Axis Rule in Occupied Europe“ (1944) definiert er diesen als eine „koordinierte und geplante Vernichtung einer nationalen, religiösen oder rassischen Gruppe durch eine Vielzahl von Handlungen, die zum Ziel haben, die essentielle Grundlage für das Überleben der Gruppe als Gruppe zu zerstören.“ Dabei verlaufe der Genozid in zwei Phasen: Zum einen die Zerstörung der nationalen Struktur der unterdrückten Gruppe. Zum anderen das Ersetzen durch die Gruppe der Unterdrücker. Genozid sei demnach kolonial, so Lemkin, denn dieses Konzept finde sich ebenso beim Siedlungskolonialismus, welcher im Falle Deutsch-Südwestafrika vorliegt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das dunkle Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte in Südwestafrika ein und stellt die forschungsgeschichtliche Debatte um Genozid und die Kontinuitätsthese zum Nationalsozialismus dar.
2 Historischer Überblick: Dieses Kapitel erläutert den Beginn der deutschen Herrschaft, die Eskalation der Konflikte durch Siedlerinteressen und den Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Herero und Nama.
3 Historischer Überblick: Dieser Abschnitt widmet sich der wissenschaftlichen Debatte, ob das Vorgehen in Deutsch-Südwestafrika als Genozid zu klassifizieren ist, und beleuchtet die Rolle der Kolonialliteratur bei der ideologischen Legitimierung.
4 Die Kontinuitätstheorie: Forschungskontroversen um die Verbindung zwischen dem Kolonialkrieg und dem Nationalsozialismus: Hier werden die Argumente der Befürworter und Kritiker einer direkten oder indirekten historischen Linie zwischen der kolonialen Gewalt in Afrika und der Vernichtungspolitik im Dritten Reich gegenübergestellt.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Ereignisse in Südwestafrika als ein wichtiger Ideengeber für nationalsozialistische Praktiken angesehen werden können, auch wenn die Forschung zu keiner einheitlichen Bewertung gelangt.
Deutsch-Südwestafrika, Kolonialkrieg, Herero, Nama, Völkermord, Genozid, Kontinuitätsthese, Nationalsozialismus, Lothar von Trotha, Schießbefehl, Kolonialliteratur, Siedlungskolonialismus, Rasse und Raum, Konzentrationslager, deutsche Kolonialgeschichte.
Die Arbeit analysiert die deutsche Kolonialpolitik in Südwestafrika und diskutiert kontrovers, ob die gewaltsame Niederschlagung der Aufstände von Herero und Nama als Völkermord bezeichnet werden kann.
Zentrale Themen sind die Definition des Genozidbegriffs, der Verlauf des Kolonialkrieges, die Rolle zeitgenössischer Kolonialliteratur zur Legitimation von Gewalt sowie die Forschungskontroverse über die Kontinuität zum Nationalsozialismus.
Das Ziel ist die Untersuchung der Fragestellung, inwieweit der Genozidbegriff auf die Ereignisse in der Kolonie anwendbar ist und ob eine historische Verbindung zwischen dem Kolonialkrieg und der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik existiert.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse und Diskussion der vorhandenen Forschungsliteratur sowie der Auswertung historischer Quellen wie Akten des Reichskolonialamtes und des deutschen Bundesarchivs.
Im Hauptteil werden der historische Überblick des Schutzgebiets, die begriffliche Einordnung von Genozid, die spezifische Debatte um das Wirken von General von Trotha und die Analyse von Kontinuitätsthesen (personell, institutionell, ideologisch) detailliert erörtert.
Wichtige Begriffe sind Genozid, Kontinuitätsthese, Deutsch-Südwestafrika, Kolonialismus, v. Trotha, Rassenkampf und Siedlungskolonialismus.
Die Arbeit zeigt auf, dass die zeitgenössische Kolonialliteratur maßgeblich zur Popularisierung und Akzeptanz kolonialer Gewalt in der deutschen Gesellschaft beitrug und somit eine ideologische Vorbereitung für spätere Konzepte wie „Rasse und Lebensraum“ bot.
Die Arbeit betont, dass insbesondere durch den Schießbefehl vom Oktober 1904 eine klare Vernichtungsabsicht gegenüber den Herero dokumentiert ist, was von Befürwortern der Genozidthese als zentrales Indiz gewertet wird.
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