Masterarbeit, 2016
85 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Management von Reputationsrisiken
2.1. Definition Reputationsrisiko im Kontext zu anderen Risikoarten
2.2. Reputationsrisiko im Aufsichtsrecht
2.3. Issue Management
2.4. Managementprozess
2.5. Managementkreislauf
2.5.1. Identifikation
2.5.2. Beurteilung
2.5.3. Steuerung
2.5.4. Überwachung und Kommunikation
3. Relevante Reputationsindizes
3.1. Reputation Quotient (RQ)
3.2. RepTrak®-Modell
4. Abweichungsanalysen und Bestimmung der Risikotreiber
4.1. Messansatz mit Hilfe von Reputations-Index-Punkten
4.2. Messkonzept nach Bearing Point
5. Finanzielle Messbarkeit der Reputationsentwicklung
5.1. Auswirkungen auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen
5.1.1. Auswirkungen der Reputation auf den Umsatz
5.1.2. Auswirkungen auf weitere Kennzahlen
5.2. Eigener Ansatz zu den Auswirkungen auf das operative Ergebnis bei Kreditinstituten
6. Fazit
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Herausforderung, Reputationsrisiken in Unternehmen, insbesondere in der Finanzbranche, qualitativ einzustufen und finanziell messbar zu machen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich Reputationsveränderungen durch mathematische Modelle quantifizieren lassen und welchen direkten Einfluss diese auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen ausüben.
2.1. Definition Reputationsrisiko im Kontext zu anderen Risikoarten
In der Praxis besteht eine sehr enge Verbindung zwischen operationellen Risiken und Reputationsrisiken. Dies liegt darin begründet, dass besonders Verluste aus operationellen Risiken in der Öffentlichkeit diskutiert werden und dadurch größere Beachtung finden als manch andere Verluste, die durch Markt-/Kreditverluste weitaus häufiger vorkommen. Dennoch wird eine klare inhaltliche Abgrenzung von operationellen Risiken und Reputationsrisiken durch folgenden Gedankengang schlüssig: Operationelle Risiken können gleichzeitig Reputationsrisiken sein. Ein IT-Ausfall eines Instituts führt neben den finanziellen Folgen gleichzeitig zu einem Vertrauensverlust in die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Aber nicht alle operationellen Risiken stellen gleichzeitig Reputationsrisiken dar. Naturkatastrophen liegen zum Beispiel außerhalb des Einflussbereiches einer Bank, wodurch der operationelle Verlust wahrscheinlich kaum Einfluss auf die Reputation der Bank haben wird. Es kann also zu Schnittmengen von verschiedenen Risikokategorien und Reputationsrisiken kommen, beziehungsweise ein fließender Übergang bestehen.
Wie eingangs erwähnt, grenzt auch der Baseler Ausschuss operationelle Risiken beziehungsweise Finanzrisiken und Reputationsrisiken voneinander ab, sodass auch für diese Arbeit eine klare Abgrenzung und Definition unabdingbar ist, um ein einheitliches Begriffsverständnis zu haben.
Reputation definiert sich aus den Wahrnehmungen der Anspruchsgruppen (Stakeholder) und beschreibt den daraus resultierenden öffentlichen und unternehmensinternen Ruf des Unternehmens hinsichtlich dessen Leistungsfähigkeit, Kompetenz, Integrität und Vertrauenswürdigkeit. Zu den Stakeholdern einer Bank gehören Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Ratingagenturen, Investoren und Darlehensgeber sowie Regulierungsbehörden. Durch die Summe aller positiven und negativen Wahrnehmungen, bestimmen die Stakeholder Tag für Tag über die Reputation eines Unternehmens. Wie bereits angesprochen ist der Übergang von Reputationsrisiken zu anderen Risikoarten oft fließend und teilweise schwer abgrenzbar. Deshalb wird das Reputationsrisiko im Rahmen seiner Entstehung in zwei Kategorien eingeteilt. Eine Veränderung des originären Reputationsrisikos liegt in einer Veränderung der eigenständigen Reputation des Unternehmens begründet, wie zum Beispiel unethisches Verhalten einer Bank, Massenentlassungen oder Steuerhinterziehungen. Reputationsrisiken können aber auch mittelbare oder unmittelbare Folge anderer Risikoarten, wie Markt-, Kredit-, Liquiditäts- und operationelles Risiko, sein.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Reputationsrisikos als kritische Risikokategorie und führt in die Notwendigkeit einer präzisen Quantifizierung ein.
2. Management von Reputationsrisiken: Dieses Kapitel definiert Reputationsrisiken im Kontext anderer Risikoarten, erläutert regulatorische Anforderungen und beschreibt den Prozess des Issue Managements sowie den allgemeinen Risikomanagementkreislauf.
3. Relevante Reputationsindizes: Hier werden etablierte Messmodelle wie der Reputation Quotient (RQ) und das RepTrak®-Modell vorgestellt und hinsichtlich ihrer methodischen Ansätze kritisch betrachtet.
4. Abweichungsanalysen und Bestimmung der Risikotreiber: Das Kapitel erläutert spezifische Messansätze, basierend auf Index-Punkten und dem Fishbeinindex, um Risikotreiber systematisch zu erfassen.
5. Finanzielle Messbarkeit der Reputationsentwicklung: Dieser Hauptteil analysiert die Auswirkungen von Reputation auf finanzielle Kennzahlen und präsentiert einen eigenen Ansatz zur Quantifizierung des Einflusses auf das operative Ergebnis bei Banken.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die strategische Bedeutung der Reputationsquantifizierung und regt eine Diskussion über die Eigenmittelunterlegung für Reputationsrisiken an.
Reputationsrisiko, Risikomanagement, Reputation Quotient, RepTrak, Issue Management, Finanzielle Messbarkeit, Stakeholder, operative Risiken, Risikotreiber, Unternehmenskennzahlen, Bankenaufsicht, Quantifizierung, Unternehmensperformance, Wertorientierte Steuerung, Korrelation.
Die Arbeit befasst sich mit der Definition, dem Management und insbesondere der finanziellen Quantifizierung von Reputationsrisiken innerhalb von Kreditinstituten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Risikoklassifizierung, der Anwendung wissenschaftlicher Modelle zur Messung von Reputation und der Korrelation zwischen Reputationsindizes und finanziellen Unternehmenskennzahlen.
Das Ziel ist es, die Messbarkeit von Reputationsrisiken zu verbessern und ein Modell zu entwickeln, das finanzielle Auswirkungen von Reputationsveränderungen objektiv darstellbar macht.
Es kommen multivariate Datenanalysen, Zeitreihenanalysen, stochastische Modelle wie der Wiener Prozess und Ornstein-Uhlenbeck-Prozess sowie Regressionsanalysen zum Einsatz.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Messmethodik, der Prognoseentwicklung von Reputationsindizes und der Überführung dieser Daten in finanzmathematische Modelle zur Bewertung von Barwerten und Risikopotenzialen.
Reputationsrisiko, Risikomanagement, quantitative Messung, Unternehmenskennzahlen und Stakeholder-Analyse.
Während der Reputation Quotient eher auf einer Verschmelzung von Treibern und Indikatoren basiert, unterscheidet das RepTrak®-Modell präziser zwischen formativen Reputationstreibern und reflexiven Indikatoren, um eine kausale Analyse zu ermöglichen.
Die Korrelation dient als statistisches Instrument, um den Zusammenhang zwischen dem Reputationsindex und realen Finanzdaten wie Bilanzsummen oder Zinsüberschüssen zu quantifizieren, was die Grundlage für die finanzielle Messbarkeit bildet.
Sie beschreibt die Stärke der Tendenz eines Reputationsindexes, nach extremen Ausschlägen wieder zu einem langfristigen Durchschnittswert (Mean-Reversion-Level) zurückzukehren.
Der Autor regt an, kritisch zu hinterfragen, ob Reputationsrisiken aufgrund ihrer quantifizierbaren finanziellen Auswirkungen zukünftig verpflichtend mit Risikodeckungsmassen unterlegt werden sollten.
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