Doktorarbeit / Dissertation, 2015
221 Seiten, Note: Magna cum laude
I. Einführung
1. Motivation und Forschungsdesign
II. Theoretischer Teil
2. Medienöffentlichkeit
2.1. Zum Grundaufbau der Öffentlichkeit
2.1.1. Differenzierung des Öffentlichkeitsbegriffs
2.1.2. Sichtung vorhandener Öffentlichkeitsmodelle
2.1.3. Die „Neuen Medien“
2.2. Die mediale Informationsverarbeitung
2.2.1. Mediendiskurse
2.2.2. Die mediale Selbstreferenz
2.2.3. Die Medien als Lieferant von Orientierungswissen
2.2.4. Wissenschaft in den Medien
3. Fortschritt und Visionen in Medien und Gesellschaft
3.1. Fortschritt und Visionen
3.1.1. Der Fortschritt
3.1.2. Visionen
3.2. Szenarien als wissenschaftliche Projektionsräume
4. Resümee des theoretischen Teils
4.1. Medienöffentlichkeit
4.2. Mediendynamik
4.3. Mediendiskurskonstrukte
4.4. Auswahl der Diskurskonstrukte
III. Methodischer Teil
5. Methodische Grundlagen
5.1. Der methodologische Grabenkampf
5.1.1. Quantitative Inhaltsanalysen
5.1.2. Qualitative Inhaltsanalysen
5.1.3. Zur Integration der Denkschulen
5.2. Medienwissenschaftliche Instrumente zur Erhebung von Medieninhalten
5.2.1. Methoden quantitativer Inhaltsanalysen
5.2.2. Framing- und Schema-Theorien
5.2.3. Medienlinguistik
5.3. Erweiterung und Vertiefung der Instrumente
5.3.1. Grundformen computergestützter Sprachverarbeitung
5.3.2. Anwendungsbereiche computerlinguistischer Verfahren
5.4. Darstellung des Instrumentariums
5.4.1. Natural Language Processing
5.4.2. Information Retrieval
5.4.3. Erkennung sprachlicher Muster
5.4.4. Zur Aufdeckung von Frames
5.5. Visualisierung
5.5.1. Netzwerkanalysen mit Gephi
6. Erhebung der Datenbasis
6.1. Bestimmung von Mediengattung und -form
6.2. Qualitätsmedien als Medienform
6.2.1. Positionierung von Medien
6.2.2. Bestimmung der Quellen
6.3. Erhebung der Medientexte
6.3.1. Umfang des Samples und Textsorten
6.3.2. Datenzugriff
6.3.3. Auswahl der Artikel
7. Erstellung des Analytical Dataset
7.1. Vorbereitung der Primärdaten
7.1.1. Homogenisierung
7.1.2. Bestimmung relevanter Wortarten
7.2. Dimensionen des ADS
7.2.1. Dimension: Zeit
7.2.2. Dimension: Artikelattribute
7.2.3. Dimension: Bezugsebene
7.2.4. Dimension: Granularität
7.2.5. Bereitstellung der Dimensionsattribute
7.3. Attribute des ADS
7.3.1. Basisdaten
7.3.2. Prognostischer Gehalt
7.3.3. Diskursivität
7.4. Messung der Kennzahlen
7.4.1. Basisdaten
7.4.2. Präteritum
7.4.3. Konditionalbezug
7.4.4. Zukunftsbezug
7.4.5. Diskursbeitrag
7.4.6. Finalisierung des Analytical Datasets
7.5. Konstruktion der Erkenner
7.5.1. Diskursanalytische Größen
7.5.2. Bewertung der Erkennerqualität
7.5.3. Erkennerlogiken
7.6. Auf der Suche nach dem Sinn
IV. Analyseteil
8. Allgemeine Diskursanalyse
8.1. Allgemeines zu den Quellen und Diskursen
8.1.1. Thematische Präferenzen der Quellen
8.1.2. Diskursqualität und Komplexität
8.1.3. Zusammenfassende Charakterisierung der Quellen
8.2. Die Diskursverläufe im Vergleich
8.2.1. Der Internetdiskurs im Zeitverlauf
8.2.2. Der Gentechnikdiskurs im Zeitverlauf
8.2.3. Der Klimawandeldiskurs im Zeitverlauf
9. Identifikation globaler Frames
9.1. Frames beim Thema Gentechnik
9.1.1. Identifikation von Frame-Kandidaten
9.1.2. Beispiel einer Frame-Identifikation im Gentechnikdiskurs
9.1.3. Frames im Gentechnikdiskurs
9.2. Die Frames der Themen Internet und Klimawandel
9.3. Anreicherung des ADS um Frames
10. Strukturanalysen
10.1. Die Frame-Abdeckung der Quellen
10.1.1. Die Frame-Abdeckung im Gentechnik-Diskurs
10.1.2. Die Frame-Abdeckung im Internet-Diskurs
10.1.3. Die Frame-Abdeckung im Klimawandel-Diskurs
10.2. Frame-Analysen nach Themen und Qualität
10.2.1. Größe und Qualität der Frames in der Textkollektion
10.2.2. Frame-Verläufe nach Themen
11. Der Existenz-Frame in der Tiefenanalyse
11.1. Netzwerkanalyse des Existenz-Frames
11.2. Detailanalysen des Existenz-Frames
11.2.1. Die Würde des Menschen
11.2.2. Die göttliche Schöpfung
V. Abschluss und Resümee
12. Bewertung des Forschungsdesigns
12.1. Zur Identifikation von Diskurskonstrukten
12.2. Zu den methodischen Grundlagen
12.3. Zur Bildung der Erkenner
12.4. Zu den Diskursanalysen
12.5. Zur Frame-Identifikation
12.6. Zu den Strukturanalysen
13. Ausblick
14. Literaturverzeichnis
A. Anhang
A.1. STTS Tagset
A.2. Präzision der Erkenner
A.3. Frame-Definitionen
A.3.1. Gentechnik-Frames
A.3.2. Internet-Frames
A.3.3. Klimawandel-Frames
Das Hauptziel der Arbeit ist es, einen methodischen Beitrag zur Analyse von textbasierten Mediendiskursen zu leisten, indem skalierbare computerlinguistische Verfahren auf komplexe Textkollektionen angewendet werden, um inhaltliche Strukturen und Dynamiken wissenschaftlicher Berichterstattung offenzulegen.
Der Tag nach Morgen
Die Zukunft war schon immer eine dankbare Projektionsfläche für all jene Hoffnungen und Ängste, die den Menschen mit Vorliebe im Angesichte wissenschaftlicher oder technologischer Revolutionen heimsuchen. Wie wird es sein, wenn alles anders ist? Welche faszinierenden Möglichkeiten tun sich auf? Welches Unheil könnte bevorstehen? Und was sollen wir jetzt tun?
Es beginnt eine Suche nach Antworten, die man sich lange Zeit von orakelnden Auguren, ausgestattet mit allerlei Werkzeugen der Wahrsagungskunst, oder etwa durch göttliche Offenbarungen erhoffte. Wer sich damit nicht anfreunden mochte, konnte bald aus einem reichhaltigen Fundus utopischer Literatur oder einer Vielzahl von Science Fiction Filmen wählen. Seit der Entzauberung der mystischen Welten sind solche Varianten der Zukunftsbewältigung allerdings doch eher dem Unterhaltungsgenre zuzuordnen.
Der Bedeutung wissenschaftlicher Wissenserschaffung gemäß dienen heute dagegen idealerweise gut bestätigte Theorien und Gesetze zur Auflösung der Unwägbarkeiten, die sich aus der menschlichen Gefangenschaft in der 4. Dimension ergeben. Und so ruhen die Erwartungen auf den Experten aus Wissenschaft und Forschung, auf das sie Orientierung und Aussicht zu geben vermögen. Und zugegeben: ihre Trefferquoten sind besser als jene der Propheten. Zumindest, solange sich ihre Prognosen nicht auf chaotische Systeme wie das Wetter, Politik oder die Entwicklung einer Volkswirtschaft beziehen. Denn hier kann eigentlich immer alles oder nichts passieren, im Nachhinein gut zu analysieren, im Vorfeld unvorhersehbar.
1. Motivation und Forschungsdesign: Diese Einleitung positioniert die Arbeit an der Schnittstelle von Medienwissenschaft und Computerlinguistik mit dem Ziel, Mediendiskurse methodisch skalierbar zu analysieren.
2. Medienöffentlichkeit: Das Kapitel reflektiert theoretische Grundlagen der Öffentlichkeit und beschreibt die Bedeutung von Mediendiskursen als Orte, an denen Bewertungskonflikte sichtbar werden.
3. Fortschritt und Visionen in Medien und Gesellschaft: Es wird untersucht, wie Zukunftsprojektionen als Darstellungsmittel in den Medien fungieren und wie wissenschaftliche Prognosen medial verarbeitet werden.
4. Resümee des theoretischen Teils: Das Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und leitet die für die empirische Analyse zentralen „Mediendiskurskonstrukte“ ab.
5. Methodische Grundlagen: Dieser Teil legt die methodische Basis, indem er klassische Inhaltsanalysen kritisch würdigt und computerlinguistische Ansätze als moderne Alternative einführt.
6. Erhebung der Datenbasis: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, wie ein qualitativ hochwertiges Mediensample zu den Themen Gentechnik, Klimawandel und Internet für die Analyse erhoben wurde.
7. Erstellung des Analytical Dataset: Das Kapitel erläutert die Transformation der erhobenen Medientexte in ein strukturiertes „Analytical Dataset“ zur quantitativen und qualitativen Auswertung.
8. Allgemeine Diskursanalyse: Dieser erste Analyseteil widmet sich der deskriptiven Untersuchung des Publikationsvolumens und der thematischen Präferenzen der berücksichtigten Qualitätsmedien.
9. Identifikation globaler Frames: Es wird dargelegt, wie mittels Netzwerkanalysen globale Frames identifiziert und diese zur weiteren Analyse operationalisiert werden können.
10. Strukturanalysen: Dieser Teil bietet vertiefende Analysen zur Frame-Abdeckung der Quellen sowie zu den zeitlichen Verläufen der Diskurse.
11. Der Existenz-Frame in der Tiefenanalyse: Das Kapitel bietet eine exemplarische Tiefenanalyse des „Existenz-Frames“ am Beispiel des Gentechnik-Diskurses, um die Tiefe der Untersuchung aufzuzeigen.
12. Bewertung des Forschungsdesigns: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der gewählten methodischen Vorgehensweise und ihrer Tragfähigkeit für die Analyse komplexer Diskursdaten.
Medienöffentlichkeit, Diskursanalyse, Computerlinguistik, Framing, Wissenschaftskommunikation, Mediendynamik, Qualitätsmedien, Analytical Dataset, Netzwerkanalyse, Zukunftsbezug, Digitalisierung, Inhaltsanalyse, deliberative Leistung, Klimawandel, Gentechnik.
Die Arbeit untersucht, wie wissenschaftliche Themen wie Klimawandel, Gentechnik und das Internet medial verarbeitet werden, und entwickelt dafür ein computergestütztes methodisches Analyseinstrumentarium.
Die Untersuchung fokussiert auf die drei Themengebiete Klimawandel, Gentechnik und Internet, die jeweils mit spezifischen gesellschaftlichen Visionen und technologischen Revolutionen verbunden sind.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung und Anwendung skalierbarer Diskursanalyseverfahren, um komplexe Medieninhalte strukturell und inhaltlich transparent zu machen.
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der medienwissenschaftliche Theorien mit computerlinguistischen Verfahren (NLP, Information Retrieval, Netzwerkanalysen) verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Medienöffentlichkeit, einen methodischen Teil zur Erhebung und Modellierung der Daten sowie einen ausführlichen Analyseteil mit Strukturanalysen und Tiefenanalysen.
Zentrale Begriffe sind Medienöffentlichkeit, Diskursanalyse, Computerlinguistik, Framing, Mediendynamik und Analytical Dataset.
Die Datenbasis besteht aus einer systematischen Erhebung von Artikeln führender Qualitätsmedien, die durch computergestützte Tokenisierung und Annotation in einheitliche, tabellarische Formate (Satzebene) überführt wurden.
Netzwerkanalysen werden eingesetzt, um mittels der Software „Gephi“ sprachliche Muster zu visualisieren, Begriffsbeziehungen zu berechnen und daraus „Frames“ (Interpretationsschemata) zu identifizieren.
Der Autor stellt fest, dass Qualitätsmedien eine zentrale Orientierungsfunktion in der Gesellschaft erfüllen, wobei sie durch ihre spezifische „redaktionelle Linie“ Diskurse prägen und strukturieren.
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