Masterarbeit, 2015
119 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Thematische Eingrenzung
1.2 Zentrale Fragen und Thesen
1.3 Vorgehensweise
2 Vorgeschichte: Zum Motiv des Schlachtens
2.1 Fleisch und Moral
2.2 Mitleid und Ekel
2.3 Fazit – Was ist der Mensch, wie soll er sein?
3 Schauplatz Schlachthof
3.1 Raumtheoretische Vorbemerkungen
3.2 Themenkomplexe und erzählte Welt
3.2.1 Alltag I: Gefahr für Leib und Leben
3.2.2 Alltag II: Männer, Männlichkeit, Stolz
3.2.3 Alltag III: Frauen, Weiblichkeit, Sexismus
3.2.4 Alltag IV: ‚Fremdarbeiter‘ und Fremdenfeindlichkeit
3.2.5 Konsequenz I: Entmenschlichung und Hoffnungslosigkeit
3.2.6 Konsequenz II: Widerstand und Hoffnung
3.2.7 System und Systemkritik
3.2.8 Zur Sinnbildlichkeit des Schlachthofs
3.3 Zusammenfassung
4 Tier und Tierethik im Schlachthof
4.1 Grundlagen der Tierethik
4.2 Rolle und Darstellung der Tiere
4.3 Der Schlachthof als Resonanzraum tierethischer Reflexionen
4.4 Zusammenfassung
5 Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht den Schlachthof als literarischen Schauplatz und Resonanzraum für tierethische Reflexionen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Themenkomplexe und Motive in der "Schlachthofliteratur" vorkommen, wie diese den Ort konstituieren und welche Rolle Tiere sowie die menschliche Arbeitswelt darin spielen, um letztlich das Wesen des Menschen durch den Umgang mit dem Lebewesen Tier zu hinterfragen.
1 Einleitung
Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann ist dort ein Schlachthof hinter meiner Stirn – und friedlich liegt er da zwischen grünen Hügeln und Wäldern, über denen die Sterne prangen, satt und zufrieden. Aber hinter den Mauern des Schlachthofs kreischen die Knochensägen durch die Wirbel der Wirbeltiere und das Blut zehntausender Körper fließt Stunde um Stunde die Abgüsse hinunter, sammelt sich in den Edelstahltanks, die unter unserer Kulturlandschaft begraben liegen. Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann ist dort ein Schlachthof hinter meiner Stirn – denn jede Gesellschaft erzeugt ihre ganz spezifischen Symbole und eines der schaurigsten, beklemmendsten Bilder für das, was Deutschland und unsere modernen Industrienationen beschreibt, das ist der Schlachthof und seine Geschichte.
Moderne Schlachtfabriken sind ein wichtiger Bestandteil verschiedener globaler Märkte. Sie erzeugen große Mengen eines konsumierbaren Produkts, indem sie ‚Rohstoffe‘ umwandeln. Damit folgen sie den selben Prinzipien wie beispielsweise die Automobil- oder die Unterhaltungsindustrie: Auf der einen Seite kommt etwas hinein und auf der anderen kommt es, in eine neue, konsumgerechte Form gebracht, wieder heraus. Dabei muss dieses Produkt, um nicht gegen die Gesetze des Marktes zu verstoßen, derjenigen Form entsprechen, welche den größtmöglichen Profit abwirft. Ein Unterschied aber besteht zwischen einem Schlachthof und jedem anderen Warenproduzenten: Im Schlachthof werden Lebewesen – empfindsame, leidensfähige, intelligente Lebewesen – getötet und zu Nahrungsmitteln oder Gebrauchsgegenständen verwertet.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Symbolkraft des Schlachthofs als Ort der industriellen Tötung und der Ausbeutung von Mensch und Tier ein und skizziert die methodische Ausrichtung der Arbeit.
2 Vorgeschichte: Zum Motiv des Schlachtens: Dieses Kapitel betrachtet das literarische Motiv des Schlachtens vor der Industrialisierung, insbesondere in religiösen und rituellen Kontexten, und identifiziert einen Wandel von der Aufklärung hin zu individuellen, mitleidsbasierten Darstellungen im 19. Jahrhundert.
3 Schauplatz Schlachthof: Der Hauptteil analysiert raumtheoretische Konzepte und thematische Komplexe der modernen Schlachthofliteratur, wobei Machtstrukturen, Arbeitsalltag, Sexismus und Widerstand im Fokus stehen.
4 Tier und Tierethik im Schlachthof: Das Kapitel untersucht die Rolle der Tiere in der Literatur, ihre Darstellung als passive Masse oder individuelles Gegenüber und ob der Schlachthof als Resonanzraum für tierethische Reflexionen fungieren kann.
5 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert das Potenzial der Literatur, durch die Darstellung menschlicher und tierischer Ausbeutung zu moralischer Sensibilisierung beizutragen.
Schlachthof, Literaturwissenschaft, Tierethik, Mitleidsethik, Fleischindustrie, Entmenschlichung, Arbeitsalltag, Schlachthofliteratur, Sozialkritik, Tierdarstellung, Mensch-Tier-Beziehung, Raumtheorie, Arbeitsverhältnisse, Symbolik, Identität.
Die Masterarbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung des Schlachthofs als Schauplatz und seiner Funktion als Symbolraum, in dem gesellschaftliche und ethische Machtverhältnisse verhandelt werden.
Zentrale Themen sind die menschliche Arbeit unter Bedingungen der Entfremdung, die Transformation des Individuums, systemkritische Aspekte der Fleischindustrie sowie die ethische Stellung des Tieres.
Ziel ist es, das Themenfeld "Schlachthof in der Literatur" systematisch zu erschließen und zu klären, ob und in welcher Form diese Literatur tierethische Reflexionen anstößt oder ermöglicht.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf raumtheoretische Konzepte, die Erzähltheorie (nach Genette) sowie tierethische Ansätze (insbesondere Schopenhauers Mitleidsethik).
Der Hauptteil gliedert sich in eine raumtheoretische Untersuchung, eine thematische Analyse der erzählten Welten (Alltag, Geschlechterrollen, Migration) und eine tierethische Betrachtung der Rollen und Darstellungsmöglichkeiten von Tieren.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Schlachthofliteratur, Tierethik, Entmenschlichung, Systemkritik und die Ambivalenz der Mensch-Tier-Beziehung aus.
Der Roman gilt als besonders innovativer Text, da er durch die individuelle Charakterisierung eines Tieres (einer Kuh) und dessen Widerstand gegen die Verwertung eine einzigartige ethische Perspektive eröffnet.
Das Konzept hilft dabei, den Schlachthof als einen gesellschaftlichen "Gegenort" oder isolierten Bereich zu verstehen, der außerhalb der normalen öffentlichen Wahrnehmung existiert, aber gleichzeitig tief in die kulturelle Ordnung eingreift.
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