Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Umgang der DDR mit der nationalsozialistischen Vergangenheit
2.1 Gründung der DDR
2.2 Zum Selbstverständnis und zur Legitimationsgrundlage der DDR
2.3 Erinnerungskultur der DDR
3. Zur Kulturpolitik und Literatur der DDR
4. Ideologisierung nach Plan: Instrumentalisierung von Nackt unter Wölfen
4.1 Narration im Sinne des sozialistischen Realismus
4.1.1 Formale Gestaltung
4.1.2 Sprachliche Gestaltung
4.2 Zwischen Fakten und Fiktion: Fiktionalisierung im Sinne des sozialistischen Realismus
4.2.1 Die Rettung des Kindes
4.2.2 Das Lagerleben und der antifaschistische Widerstand
4.3 Vorbilder und Feindbilder im Sinne des sozialistischen Realismus
4.3.1 Die politischen Häftlinge
4.3.2 Die SS
5. Die Entstehung von „Nackt unter Wölfen“
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den außergewöhnlichen Erfolg des Romans „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz im Kontext der DDR-Erinnerungskultur. Dabei wird der These nachgegangen, inwiefern der Roman durch seine Instrumentalisierung durch die SED, die Heroisierung des kommunistischen Widerstands sowie gezielte Fiktionalisierungen und Auslassungen historischer Fakten bewusst zur Stärkung der Gründungslegitimation der DDR eingesetzt wurde.
4.1.2 Sprachliche Gestaltung
„Nackt unter Wölfen“ wurde über 2 Millionen Mal verkauft – ein Bestseller, nicht zuletzt, weil er einem breiten Publikum zugänglich konzipiert und geschrieben worden ist.
Wie bereits im Kapitel zur Literatur der DDR erläutert, gilt der sozialistische Realismus als Leitlinie für Literaturschaffende der DDR, somit ist es nicht verwunderlich, dass Bruno Apitz, dieser Doktrin folgend, in „Nackt unter Wölfen“ großen Wert auf die inhaltliche Ausschmückung des Romans legte, seine sprachliche Gestaltung allerdings in den Hintergrund rückte. Deshalb wurde der Roman in der Bundesrepublik Deutschland als „rührselige Geschichte mit Lesebuchdidaktik“ kritisiert, galt doch DDR-Literatur in der BRD aufgrund seiner „Propaganda“-Funktion ohnehin als „Unkunst“.
Marcel Reich-Ranicki ging sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnete ihn als „anspruchslosen Unterhaltungsroman[...]“:
„Bei der Beurteilung eines derartigen Buches verliert zwar die Frage nach der künstlerischen Qualität ihre Dringlichkeit, doch muß erwähnt werden, daß der Verfasser mit besonders großen sprachlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat[...]“
Syntax und Vokabular sind recht simpel gehalten, immer die Zielgruppe, der der Roman zugänglich gemacht werden sollte, im Hinterkopf – die 'einfache' Arbeiter- und Bauernklasse, die in der DDR einen hohen Stellenwert hatte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die enorme Popularität des Romans „Nackt unter Wölfen“ ein und formuliert die Forschungsfrage, ob der Erfolg maßgeblich durch die politische Instrumentalisierung seitens der SED beeinflusst wurde.
2. Der Umgang der DDR mit der nationalsozialistischen Vergangenheit: Das Kapitel erläutert, wie die DDR ihre Legitimation als „antifaschistischer Staat“ durch die Konstruktion von Gründungsmythen, insbesondere durch die Stilisierung des kommunistischen Widerstands in Buchenwald, zu festigen suchte.
3. Zur Kulturpolitik und Literatur der DDR: Hier werden die kulturpolitischen Strategien der SED, insbesondere die Doktrin des sozialistischen Realismus und der Kampf gegen den Formalismus, als Rahmenbedingungen für die literarische Produktion dargestellt.
4. Ideologisierung nach Plan: Instrumentalisierung von Nackt unter Wölfen: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die ideologische Lenkung im Roman durch Form, Sprache, Charakterisierung und die gezielte Fiktionalisierung historischer Ereignisse, um ein heroisches Bild des kommunistischen Widerstands zu zeichnen.
5. Die Entstehung von „Nackt unter Wölfen“: Dieser Abschnitt beleuchtet den Entstehungsprozess des Romans unter Berücksichtigung von Zensur, redaktionellen Eingriffen und der beratenden Funktion parteinaher Gremien.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass der Roman als Paradebeispiel für die Erinnerungskultur der DDR fungierte und durch die bewusste Verdrängung des Holocaust sowie die Heroisierung der Kommunisten maßgeblich als Propagandamittel instrumentalisiert wurde.
Nackt unter Wölfen, Bruno Apitz, DDR-Literatur, Sozialistischer Realismus, Antifaschismus, Buchenwald, Widerstandskampf, Instrumentalisierung, Erinnerungskultur, SED, Fiktionalisierung, Heldenbild, Kindsrettung, Propaganda, Literaturpolitik
Die Arbeit untersucht den Roman „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz im Kontext der kulturpolitischen Vorgaben und der staatlich verordneten Erinnerungskultur in der DDR.
Die Analyse konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Literatur und Politik, die ideologische Instrumentalisierung des Widerstandsmythos und die Stilisierung von Helden- und Feindbildern.
Es wird untersucht, ob der Erfolg des Romans maßgeblich durch die gezielte Instrumentalisierung durch die SED und die Anpassung an die Doktrin des sozialistischen Realismus zustande kam.
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans in einen historischen und kulturpolitischen Kontext stellt und mit zeitgenössischen Quellen und Forschungsliteratur abgleicht.
Der Hauptteil befasst sich mit der formalen und sprachlichen Gestaltung, der Fiktionalisierung historischer Ereignisse (wie der Kindsrettung) sowie der Charakterisierung von Protagonisten (Häftlinge) und Antagonisten (SS-Mitglieder) im Sinne des sozialistischen Realismus.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nackt unter Wölfen, Antifaschismus, Sozialistischer Realismus, Instrumentalisierung und DDR-Erinnerungskultur.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Roman nicht nur nachträglich zensiert wurde, sondern bereits während der Konzeption und Überarbeitung durch Ratschläge von ehemaligen Buchenwaldhäftlingen und SED-nahen Komitees massiv in Richtung der Parteidoktrin gelenkt wurde.
Die Autorin verdeutlicht, dass die rettende Tat der Kommunisten im Roman heroisch überhöht wird und dabei historische Fakten (z.B. das Ziel der Transporte) oder die Tatsache, dass es sich um ein jüdisches Kind handelte, zur Stärkung des kommunistischen Mythos verschleiert oder ausgeblendet wurden.
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