Examensarbeit, 2009
71 Seiten, Note: 2,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Zweitsprache, DaZ
1. Einleitung
2. Zweitspracherwerb theoretisch gesehen
2.1 Begrifflichkeiten und Definitionen
2.1.1. Erstsprache und Zweitsprache
2.1.2. Zwei- und Mehrsprachigkeit
2.1.3. Bilingualer Erstspracherwerb vs. Zweitspracherwerb
2.1.4. Deutsch als Zweitsprache vs. Deutsch als Fremdsprache
2.2. Theoretische Ansätze zum Zweitspracherwerb
2.2.1. Die Kontrastivhypothese
2.2.2. Die Identitätshypothese
2.2.3. Die Interlanguagehypothese
2.2.4. Die Interdependenz- und Schwellenniveauhypothese
2.3. Rahmenbedingungen des Zweitspracherwerbs
2.3.1. Biologische Voraussetzungen: Gehirn und Alter
2.3.2. Individuelle Einflussfaktoren: Einstellung, Motivation, Persönlichkeitsfaktoren
2.3.3. Soziale Einflussfaktoren und Zugang zur Sprache
3. Sprachauffälligkeiten der Zwei- bzw. Mehrsprachigen in DaZ
3.1. Sprachmischungen: Code-Mixing, Code-Switching, Transfer
3.2. Sprachinterferenzen
3.2.1. Phonetisch-phonologische Interferenzen
3.2.2. Semantisch-lexikalische Interferenzen
3.2.3. Syntaktisch-morphologische Interferenzen
4. Diagnosemöglichkeiten
4.1. Lernbiografie
4.2. Profilanalyse
4.3. C-Test
5. Sprachförderung
5.1. Förderung der Erstsprache(n)
5.2. Immersion vs. Submersion
5.3. Schulsprache und fächerübergreifende DaZ-Förderung im Sekundarbereich
5.4. Das Programm FörMig - „Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“
5.5. Schulexterne Sprachförderung im Sekundarbereich: Das Projekt „Förderunterricht von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ der Stiftung Mercator GmbH
Die vorliegende Arbeit untersucht den Erwerb, die Diagnose und die Förderung von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) bei zwei- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen in der Sekundarstufe I, um zu erklären, wie Kompetenzmängel in der deutschen Sprache entstehen und wie diese effektiv festgestellt und behoben werden können.
2.2.1. Die Kontrastivhypothese
Die Kontrastivhypothese ist die älteste Hypothese zum Zweitspracherwerb und wurde erstmals von Fries (1945) und später von Lado (1957) formuliert. Sie basiert auf behavioristischen Lerntheorien und geht davon aus, dass der Erwerb der Zweitsprache von der Struktur der Erstsprache bestimmt wird (vgl. Koch 2007, 36). So greift das Kind beim Erwerb einer zweiten Sprache auf seine Kenntnisse aus der Erstsprache zurück und wendet diese im Laufe des Lernprozesses auf die Zweitsprache an. Dabei werden die erlernten Strukturen der Erstsprache auf die Zweitsprache übertragen. Dieser Transferprozess wird in einen positiven und einen negativen Transfer unterschieden. Wenn die Strukturen und Regeln der Erst- und Zweitsprache ähnlich sind, führt dies zu positiven Ergebnissen und erleichtert dem Erwerber den Lernprozess. Bei großen Unterschieden sind negative Ergebnisse zu erwarten. Man spricht demzufolge von einem positiven Transfer, wenn der Lerner in seiner Übertragung von Strukturen der Erstsprache auf die Zweitsprache erfolgreich ist, und von einem negativen Transfer, wenn die Übertragung nicht gelingt und Übertragungsfehler und Interferenzen auftreten (vgl. Jeuk 2003, 15). Daraus ergibt sich, dass eine Zweitsprache umso leichter erworben werden kann, je mehr sie der Erstsprache gleicht. Je unterschiedlicher die Strukturen sind, desto größere Schwierigkeiten bereiten sie dem Lerner (vgl. Rauch 2007, 46).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der Mehrsprachigkeit an deutschen Schulen und definiert das Ziel, den DaZ-Erwerb, die Ursachen für Kompetenzmängel sowie Diagnose- und Fördermöglichkeiten zu beleuchten.
2. Zweitspracherwerb theoretisch gesehen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten, stellt theoretische Erwerbshypothesen vor und analysiert die biologischen, individuellen sowie sozialen Rahmenbedingungen des Zweitspracherwerbs.
3. Sprachauffälligkeiten der Zwei- bzw. Mehrsprachigen in DaZ: Hier werden konkrete sprachliche Phänomene wie Code-Mixing, Code-Switching und verschiedene Formen der Sprachinterferenz (phonetisch, semantisch, syntaktisch) analysiert.
4. Diagnosemöglichkeiten: Das Kapitel stellt verschiedene Verfahren zur Feststellung des Sprachstandes vor, darunter die Lernbiografie, die Profilanalyse und den C-Test, und bewertet deren Einsatz in der schulischen Praxis.
5. Sprachförderung: Abschließend werden Strategien der Sprachförderung, wie die Erstsprachenförderung, Immersion, Submersion und spezifische Projekte wie FörMig oder der Förderunterricht der Stiftung Mercator, diskutiert.
Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Zweitspracherwerb, Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Sprachauffälligkeiten, Sprachinterferenzen, Sprachstandsdiagnose, Profilanalyse, C-Test, Sprachförderung, Immersion, Submersion, Migrationshintergrund, Schulerfolg.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von zwei- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der deutschen Sekundarstufe I und wie diese erfolgreich Deutsch als Zweitsprache erwerben können.
Zentrale Themen sind die theoretischen Hintergründe des Zweitspracherwerbs, verschiedene Einflussfaktoren auf den Lernprozess, die Analyse von Sprachauffälligkeiten sowie Methoden der Diagnose und Förderung.
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Ansätze zu erklären, wie Kinder und Jugendliche ihre Zweitsprache Deutsch erwerben, warum Kompetenzmängel entstehen und wie diese festgestellt und behoben werden können.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Darstellung bewährter Diagnoseverfahren wie der Profilanalyse und des C-Tests sowie pädagogischer Förderkonzepte.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hypothesen zum Zweitspracherwerb, die Auswirkungen von Herkunftssprache und sozialen Faktoren sowie die Diagnose und praktische Förderung im schulischen Kontext.
Wichtige Schlagworte sind Deutsch als Zweitsprache, Mehrsprachigkeit, Sprachdiagnose, Sprachförderung, Interferenzen und Migrationshintergrund.
Laut der Interdependenzhypothese dient die Erstsprache als notwendiges Fundament für den Erwerb der Zweitsprache; eine gut ausgeprägte Erstsprache wirkt sich demnach positiv auf den Zweitspracherwerb aus.
Da DaZ-Lernende oft in den ersten Schuljahren durch alltägliche Kommunikationsfähigkeiten unauffällig sind, aber bei anspruchsvollen schriftsprachlichen Anforderungen versagen, ist eine durchgehende Förderung vom Kindergarten bis zum Schulabschluss entscheidend.
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