Masterarbeit, 2015
151 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gewalt – Begriffsbildung und Begriffsverwendung
2.1 Definition
2.2 Formen
2.3 Ursachen
3. Präventionsmaßnahmen bei Gewalt gegen zu Pflegende
3.1 Prävention entsprechend den Zielgruppen
3.1.1 Universelle Ansätze
3.1.2 Selektive Ansätze
3.1.3 Indizierte Ansätze
3.2 Prävention entsprechend den Gewaltformen
3.3 Kritik
4. Fallanalysen zur Gewaltprävention
4.1 Methodisches Vorgehen
4.2 Das Analyseinstrument
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Fallanalyse 1: Das ist immer so bei alten Leuten, die im Sterben liegen
4.3.2 Fallanalyse 2: Der Zustand auf dieser Station ist unbeschreiblich unwürdig
5. Diskussion und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, präventive Maßnahmen gegen die Gewalt an älteren zu Pflegenden in Institutionen mittels systematischer Fallanalysen zu eruieren, um bestehende Ansätze kritisch zu überprüfen und durch fallbezogene Erkenntnisse zu erweitern.
1. Einleitung
„Das Problem des Missbrauchs und der Vernachlässigung älterer Menschen ist eine präsente und zunehmende Bedrohung in der heutigen Gesellschaft, zugehörig zum exponentiellen Wachstum in der älteren erwachsenen Bevölkerung.“
Dabei ist insbesondere die ältere Bevölkerungsgruppe eine sehr vulnerable, da „[h]ohes Lebensalter, Krankheit, Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit tendenziell mit erhöhter Anfälligkeit der Person gegenüber etwaigen Viktimisierungsversuchen einher(gehen)“. Dazu betont Wilms, dass es diese Bevölkerungsgruppe verdient habe, dass ihr der gleiche würdevolle Umgang zu Teil wird, wie alle anderen Menschen auch.
Allerdings zeigt sich in der Realität, dass der Umgang mit älteren Menschen diesem angedachten Prinzip nicht immer gerecht wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte bei der Recherche europäischer Literatur fest, dass die Prävalenz bezüglich der Misshandlung älterer Menschen im Jahr 2010 in der europäischen Region hoch ist. Sie geht in Europa davon aus, dass 2,7% der älteren Menschen körperliche Gewalt erfahren, was circa 4 Millionen Menschen in Europa im Alter von 60 Jahren und älter entspricht. Des Weiteren erleben laut WHO 0,7% bzw. 1 Million der Älteren sexuelle, 19,4% bzw. 29 Millionen der Älteren psychische und 3,8% bzw. 6 Millionen der Älteren finanzielle Gewalt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedrohung durch Missbrauch und Vernachlässigung älterer Menschen und definiert die Zielsetzung der Arbeit, präventive Maßnahmen durch Fallanalysen zu identifizieren.
2. Gewalt – Begriffsbildung und Begriffsverwendung: In diesem Kapitel werden komplexe Definitionen von Gewalt im pflegerischen Kontext sowie deren Formen und Ursachen dargelegt, um eine theoretische Grundlage für die Fallanalyse zu schaffen.
3. Präventionsmaßnahmen bei Gewalt gegen zu Pflegende: Dieses Kapitel stellt existierende präventive Ansätze vor, systematisiert diese nach Zielgruppen und Gewaltformen und unterzieht sie einer kritischen Reflexion.
4. Fallanalysen zur Gewaltprävention: Das Kernkapitel präsentiert das methodische Vorgehen, das entwickelte Analyseinstrument (Analysematrix) und führt detaillierte Fallanalysen zu spezifischen Gewaltsituationen durch.
5. Diskussion und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse diskutiert, der Nutzen der Fallanalysen hervorgehoben und Forschungsdesiderata sowie ein Ausblick für die Weiterentwicklung präventiver Strategien formuliert.
Gewalt in der Pflege, Gewaltprävention, ältere Pflegebedürftige, Institutionelle Gewalt, Fallanalyse, Systemintervention, Pflegesetting, Pflegequalität, Gewaltformen, Präventionsmaßnahmen, Interventionsinstrument, Systemanalyse, Pflegebeziehung, Schutzkonzepte, Versorgungsqualität.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gewalt gegen ältere Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen und sucht nach effektiven Präventionsmöglichkeiten.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Einordnung von Gewaltbegriffen, die Systematisierung bestehender Präventionsansätze sowie die praktische Anwendung von Fallanalysen zur Identifikation spezifischer Lösungen.
Das primäre Ziel ist es, durch die Analyse authentischer Fälle präventive Maßnahmen zu identifizieren, die über allgemeine Empfehlungen hinausgehen und die Komplexität pflegerischer Settings berücksichtigen.
Die Autorin nutzt eine qualitative Methode in Form von Fallanalysen, für die eigens ein Analyseinstrument auf Basis der "rekonstruktiven Systemintervention" und bestehender Planungsmodelle entwickelt wurde.
Den Schwerpunkt bilden die theoretische Reflexion von Gewaltformen, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Stand der Gewaltprävention sowie die systematische Auswertung von zwei ausführlichen Fallbeispielen.
Gewaltprävention, Institutionelle Gewalt, fallbezogene Analyse, Systemintervention und Pflegequalität sind die zentralen Begriffe, die den roten Faden der Arbeit bilden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ansätzen, die oft nur allgemein oder deduktiv vorgehen, legt diese Arbeit einen starken Fokus auf eine induktive, fallbezogene Systemanalyse, die auch Ressourcen und individuelle Kontexte einbezieht.
Die Analysen zeigen, dass Angehörige eine zentrale Rolle spielen – sowohl als Betroffene, die unter der Gewalt leiden, als auch als Akteure, die durch ihr Handeln (z.B. Beschwerden oder zusätzliche Versorgungsaufgaben) Einfluss auf das Pflegesystem nehmen.
Die Autorin schlussfolgert, dass "Patentrezepte" nicht funktionieren und Prävention zwingend fallbezogen, systemisch und ressourcenorientiert gestaltet werden muss, um wirksam zu sein.
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