Masterarbeit, 2015
144 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil – Formen, verwandte Begriffe, Funktionen und Potenziale des Nichtwissens
2.1 Eine Einführung zum Nichtwissen
2.2 Nichtwissen und verwandte Begriffe
2.3 Die Pionierarbeit in der Wissenssoziologie von Jerome Ravetz
2.4 Noch-nicht-wissen-Können und Noch-nicht-wissen-Wollen und ihre Bedeutung für den OBP
2.5 Die Potenziale des Nichtwissens für Organisationsberatungsprozesse
2.6 Voraussetzungen und Funktionen der Haltung des Nichtwissens im OBP
3 Praktischer Teil
3.1 Methodisches Vorgehen
3.1.1 Zugang zum Feld – der Expertenbegriff
3.1.2 Datenerhebung mittels Fragebogen
3.1.3 Auswertungsprozess
3.2 Ergebnisdarstellung
3.2.1 Vorstellung der Expertinnen und Experten
3.2.2 Ergebnisdarstellung nach Kategorien
3.2.2.1 OK „Botschaft über das Nichtwissen
3.2.2.2 OK „Haltung des Nichtwissens als wertvolle Ressource“
3.2.2.3 OK „Stabilisierungs- und Sensibilisierungsfunktion“
3.2.2.4 OK „Ermöglichungs- und Orientierungsfunktion“
3.2.2.5 OK „Noch-nicht-Wissen“
3.2.2.6 OK „Begriff des Nichtwissens“
3.3 Diskussion
3.3.1 Beantwortung der Fragestellung und Operationalisierung der Forschungshypothese
3.3.2 Zusammenführung von Theorie und empirischen Ergebnissen
3.3.3 Kritische Betrachtung des methodischen Vorgehens
4 Fazit
Die Masterarbeit untersucht die Rolle des Nichtwissens in Organisationsberatungsprozessen und geht der Fragestellung nach, inwiefern eine entsprechende Haltung des Beraters eine wertvolle Ressource zur Unterstützung des Klienten bei der Problemlösung darstellt.
Die systemische Haltung des BS
Eine Haltung kann basierend auf der kommunikativen Beziehung grundsätzlich als Grundeinstellung einer Person definiert werden. Die systemische Haltung des BS greift diesen Grundtenor auf (gepunktete Linie von BS zur Figur). Sie geht davon aus, dass v. a. durch eine Organisationsanalyse [verdeutlicht durch das Symbol der Lupe in der Grafik] Hypothesen gebildet werden müssen, um den Kontext einer Handlung bzw. eines Verhaltens verstehen zu können: „Es geht darum, für mehrere Perspektiven Raum zu schaffen (Mehrbrillenprinzip).“ Und weiter: „Widerstand wird als Energie interpretiert und Konflikte sind Entwicklungschancen.“ Bezogen auf die geforderte Teamentwicklung im einführend geschilderten Telefonat hieße das, das eigentliche Anliegen hinter dieser Anfrage aus verschiedenen Blickwinkeln zu ergründen. Erst dadurch wird das KS zum Nachdenken, Entscheiden und Handeln angeregt [Zahnradsymbol in der Grafik].
Ein weiteres wichtiges Element der systemischen Haltung ist daher die sogenannte Entdramatisierung. Konkret bedeutet das für die Teamentwicklung die Beantwortung der Frage: Was steckt „eigentlich“ dahinter? Systemische Berater wollen laut Königswieser und Hillebrand „zuerst verstehen, welche Funktion, welcher Sinn hinter den typischen Mustern im System liegen“. Des Weiteren ist das Erkennen und Verändern von Strukturen, Beziehungsmustern und Denkprozessen ein wesentlicher Bestandteil der systemischen Haltung. Systemische Berater verstehen sich daher als Impulsgeber und Begleiter, um „eine höhere Problemlösungskompetenz des Systems zu entwickeln“.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, definiert die zentrale Fragestellung zur Rolle des Nichtwissens in der systemischen Beratung und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretischer Teil – Formen, verwandte Begriffe, Funktionen und Potenziale des Nichtwissens: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Nichtwissens, seine soziologische Verortung, verschiedene Nichtwissensformen und deren Bedeutung für Organisationsberatungsprozesse.
3 Praktischer Teil: Hier wird das methodische Vorgehen der explorativen Vorstudie dargelegt, die Ergebnisse der Expertenbefragung nach Kategorien aufbereitet und in den Kontext der systemischen Theorie eingeordnet.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, relativiert die ursprüngliche Annahme zur Rolle des Nichtwissens und zeigt auf, unter welchen Bedingungen die Haltung als Metamodell zur Prozesssteuerung dienen kann.
Nichtwissen, Systemische Beratung, Organisationsberatung, Prozessberatung, Experteninterview, Nichtwissensformen, Noch-nicht-Wissen, Systemtheorie, Reflexion, Dialog, Organisationsanalyse, Beratungspraxis, Wissensmanagement, Lernprozesse, Berater-Klienten-System
Die Arbeit untersucht, wie systemische Berater gezielt mit ihrem Nichtwissen umgehen und inwiefern diese Haltung als wertvolle Ressource in Organisationsberatungsprozessen genutzt werden kann.
Die zentralen Themen sind das systemische Beraterverständnis, die theoretische Fundierung des Nichtwissens (z.B. nach Ravetz, Wehling, Brodbeck) und die praktische Anwendung der Haltung des Nichtwissens in Veränderungsprozessen.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern ist die Haltung des Nichtwissens des Beraters eine wertvolle Ressource im Organisationsberatungsprozess, um den Klienten bei der Problemlösung sinnvoll zu unterstützen?
Es wurde ein qualitatives, exploratives Forschungsdesign gewählt, das auf einer schriftlichen Befragung von vier erfahrenen Experten basiert, deren Antworten mittels qualitativer Inhaltsanalyse (anhand eines Kategoriensystems) ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Nichtwissenskonzepte und deren Übertragung auf die Beratungsarbeit diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Ergebnisdarstellung, in der die Expertenantworten zu verschiedenen Kategorien (z.B. Botschaft des Nichtwissens, Stabilisierungsfunktion) analysiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nichtwissen, systemische Beratung, Prozessberatung, Wissenszurückhaltung, Noch-nicht-Wissen und Beratungsarchitektur beschreiben.
Dieser Begriff beschreibt das Spannungsfeld des Beraters zwischen der Notwendigkeit, Fachwissen für Vertrauen und Augenhöhe einzubringen, und der methodischen Haltung, durch Wissenszurückhaltung Räume für die Selbstorganisation des Klienten zu schaffen.
Die Theorie U von Scharmer dient als Modell, um zu erklären, wie durch die Haltung des Nichtwissens Lern- und Veränderungsprozesse (insbesondere ab Ebene E3, dem Reframing) initiiert werden können, um nachhaltige Lösungen zu generieren.
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