Bachelorarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 2.7
1. Einleitung
2. Staatsverschuldung
2.1. Was ist das und wie entsteht sie?
2.2 PIIGS
3. Von der Staatsschuldenkrise zur Eurokrise
3.1 Ursachen der Eurokrise
3.2 durchgeführte Maßnahmen
4. Lösungsansätze
4.1 Eurobonds
4.2 Austritt aus dem Euro
4.3 Schuldentilgungspakt
5 Diskussion und Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die Staatsschuldenkrise in den PIIGS-Staaten, untersucht die systemischen Ursachen der Eurokrise und bewertet kritisch verschiedene Lösungsvorschläge unter Berücksichtigung ihrer ökonomischen Mehrwerte und politischen Umsetzbarkeit.
Red Bonds und Blue Bonds
Eine Ausgestaltung der Euro-Bonds wurde besonders intensiv diskutiert. Der Vorschlag stammte von Jacques Delpla und Jakob von Weizsäcker. Bei der Ausarbeitung verfolgte man zwei zentrale Ziele. Zum einen sollte eine zinsgünstige Refinanzierung der Staatsverschuldung über den Kapitalmarkt gewährleistet werden und zum anderen die Eigenverantwortlichkeit der Staaten der Eurozone für die eigene Staatsverschuldung im Sinne des Artikel 125 im AEU-Vertrag gesichert werden.84
Der Vorschlag besagt, dass die Staatsverschuldung in zwei Teile aufgeteilt werden soll. Beim ersten Teil werden die Schulden bis zur Maastricht-Schuldengrenze von 60 Prozent des BIP von der Eurozone gemeinsam emittiert. Diese Bonds nennt man Blue Bonds, sie funktionieren genauso wie Euro-Bonds, d.h. die Staaten der Eurozone haften für diese Anleihen gemeinschaftlich.85 Die Staatsverschuldung, die über den 60 Prozent der Schuldengrenze liegt, soll von den jeweiligen Staaten weiterhin selbst emittiert und verantwortet werden. Außerdem soll dem Blue Bond ein Vorrangstatus gegenüber dem Red Bond eingeräumt werden. 86 Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz von beispielsweise Griechenland die Blue Bonds vor den Red Bonds aus der Insolvenzmasse bedient werden. Durch diese Besicherung können sehr günstige Refinanzierungszinsen für die Blue Bonds erwartet werden, da ein Ausfall dieser Anlagetitel praktisch ausgeschlossen ist.87
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Staatsverschuldung und Definition der zentralen Zielsetzung der Arbeit.
2. Staatsverschuldung: Theoretische Grundlagen der Staatsverschuldung sowie Vorstellung der PIIGS-Staaten und deren Ausgangslage zu Krisenbeginn.
3. Von der Staatsschuldenkrise zur Eurokrise: Analyse des Verlaufs von der Staatsschuldenkrise zur systemischen Eurokrise sowie Darstellung bereits implementierter EU-Maßnahmen.
4. Lösungsansätze: Kritische Untersuchung noch nicht umgesetzter Lösungsmodelle wie Eurobonds, Red/Blue Bonds, Austrittsszenarien und der Schuldentilgungspakt.
5 Diskussion und Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse, Bewertung der Lösungsansätze anhand formulierter Mindestanforderungen und Ausblick auf künftige Stabilitätsmechanismen.
Staatsverschuldung, PIIGS, Eurokrise, Eurobonds, Schuldentilgungspakt, Fiskalpakt, Blue Bonds, Red Bonds, Haushaltsdefizit, Maastricht-Kriterien, Finanzkrise, Währungsunion, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Refinanzierung, Schuldenquote.
Die Arbeit befasst sich mit der hohen Staatsverschuldung in den PIIGS-Staaten und den damit verbundenen Herausforderungen für die Stabilität der Eurozone.
Schwerpunkte sind die Ursachen der Verschuldung, die Entwicklung zur Eurokrise, die Analyse von Lösungsmodellen sowie die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, unter Abwägung definierter Komponenten den geeignetsten Lösungsvorschlag herauszuarbeiten und die Risiken sowie den Mehrwert verschiedener Optionen zu identifizieren.
Es erfolgt eine deskriptive Darstellung und kritische Analyse bestehender wirtschaftspolitischer Vorschläge und Konzepte auf Basis relevanter Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse der Krisenursachen in den PIIGS, die Beschreibung bisheriger Gegenmaßnahmen sowie die Prüfung neuer Lösungsansätze.
Wesentliche Begriffe sind Staatsverschuldung, Eurokrise, PIIGS-Staaten, Eurobonds, Schuldentilgungspakt, Fiskaldisziplin und Systemrelevanz.
Aufgrund seiner klaren Ausgestaltung und zeitlichen Begrenzung erscheint er rechtlich am ehesten mit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und EU-Recht in Einklang zu bringen.
Während Eurobonds kurzfristig die Finanzmärkte beruhigen könnten, bergen sie die Gefahr, Anreize zu weiterer Neuverschuldung zu setzen und notwendige Strukturreformen zu untergraben.
Durch die Aufteilung in Blue Bonds (gemeinschaftliche Haftung bis 60% BIP) und Red Bonds (nationale Haftung darüber hinaus) soll ein Anreiz für fiskalische Disziplin geschaffen werden.
Nein, die Arbeit beschränkt sich auf die Bewertung und kritische Hinterfragung bereits diskutierter, noch nicht umgesetzter Lösungsvorschläge.
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