Bachelorarbeit, 2015
57 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen des Neuromarketing
2.1 Definition des Neuromarketing
2.2 Abgrenzung zur klassischen Marktforschung
2.3 Aufbau und Funktionsweise des Gehirns
2.3.1 Präfrontaler Kortex
2.3.2 Limbisches System
2.3.3 Botenstoffe
2.4 Apparative Erhebungsmethoden im Neuromarketing
2.4.1 Funktionelle Magnetresonanztomographie
2.4.2 Elektroenzephalographie
2.4.3 Magnetenzephalographie
2.4.4 Weitere Methoden
3 Forschungserkenntnisse des Neuromarketing
3.1 Unbewusste Kaufentscheidungen
3.2 Codes
3.2.1 Sprache
3.2.2 Geschichten
3.2.3 Symbole
3.2.4 Sensorik
3.3 Limbic Map
3.3.1 Die drei Grundmotive
3.3.2 Limbic Types
3.4 Einfluss der Spiegelneuronen
3.5 Preiswahrnehmung
4 Anwendungsmöglichkeiten im Online-Marketing
4.1 Preispolitik
4.1.1 Preiswahrnehmung bei Zalando
4.1.2 Flash Sales
4.2 Distributionspolitik
4.3 Produktpolitik
4.3.1 Sortimentsgestaltung
4.3.2 Customer Journey bei Amazon
4.4 Kommunikationspolitik
4.4.1 Storytelling
4.4.2 Multisensorische Kundenansprache bei Mustafas.de
5 Kritische Betrachtung des Neuromarketing
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Neuromarketings für das Online-Marketing. Ziel ist es, biologische und psychologische Grundlagen der Hirnforschung auf konkrete Marketingmaßnahmen zu übertragen, um Kundenbedürfnisse besser zu verstehen und effektiv anzusprechen.
3.1 Unbewusste Kaufentscheidungen
Viele volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Modelle und Konzepte basieren auf der Annahme, dass der Mensch rational handelt und bewusst Kaufentscheidungen trifft. Das Schlagwort dazu lautet „Homo oeconimcus“. Nach diesem Modell ist der Konsument ein reiner Nutzenmaximierer. Dies lässt sich in der Wirklichkeit jedoch nicht beobachten.42
Die bekannteste und am meisten zitierte Studie im Rahmen des Neuromarketing ist die sogenannte „Coca Cola vs. Pepsi“ Studie. Im ersten Versuchsaufbau wurde ein Blindtest mit Coca Cola und Pepsi gemacht. Dabei wurde das Gehirn der Probanden gescannt. Anschließend wurden die Probanden gefragt welches Getränk ihnen besser geschmeckt hat. Eine Mehrheit der Probanden entschied sich für Pepsi und auch das Bild des fMRT bestätigte diese Aussage. Pepsi aktivierte den Nuccleus Accumbens (Teil des Belohnungssystems) stärker. Dieses Ergebnis ist insofern überraschend als das Coca Cola einen weitaus größeren Marktanteil hat.
Im zweiten Versuchsaufbau wurde den Probanden vorher mitgeteilt welche Cola sie tranken. Das Ergebnis unterschied sich grundlegend. Nun bevorzugten die meisten Probanden Coca Cola. Der Hirnscann zeigte, dass nun Coca Cola das Belohnungszentrum stärker stimulierte. Hinzu kam das plötzlich Regionen aktiv waren, in denen Erinnerungen und Emotionen verarbeitet werden. Die Aktivierung dieser Regionen führte dazu, dass die Probanden Coca Cola bevorzugten. Das Ergebnis der Studie zeigt das unbewusste Emotionen und Assoziationen mit der Marke einen sehr starken Effekt auf die Wahrnehmung des Konsumenten hat.43
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die wachsende Bedeutung des Online-Marketings ein und stellt das Neuromarketing als innovativen Ansatz zur tiefergehenden Analyse von Konsumentenverhalten vor.
2 Grundlagen des Neuromarketing: Dieses Kapitel erläutert die Definitionen des Neuromarketings, grenzt es von der klassischen Marktforschung ab und beschreibt die relevanten biologischen Grundlagen sowie Untersuchungsmethoden.
3 Forschungserkenntnisse des Neuromarketing: Hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse über unbewusste Entscheidungsprozesse, die Rolle von "Codes" sowie das Motivationsmodell der "Limbic Map" detailliert dargestellt.
4 Anwendungsmöglichkeiten im Online-Marketing: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Neuromarketing-Konzepte auf konkrete Maßnahmen in der Preis-, Distributions-, Produkt- und Kommunikationspolitik im Internet.
5 Kritische Betrachtung des Neuromarketing: Eine Auseinandersetzung mit den aktuellen Grenzen der Neurowissenschaft, methodischen Problemen und ethischen Bedenken bezüglich der Manipulierbarkeit von Konsumenten.
6 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Neuromarketing wertvolle Erkenntnisse für die strategische Ausrichtung im Online-Marketing bietet, sofern die Konzepte kongruent im Marketing-Mix eingesetzt werden.
Neuromarketing, Online-Marketing, Hirnforschung, Konsumentenverhalten, Limbic Map, unbewusste Kaufentscheidungen, fMRT, Codes, Preiswahrnehmung, Spiegelneuronen, Kundenansprache, Online-Handel, Marketingstrategie, Zielgruppenanalyse, limbische System.
Die Arbeit analysiert, wie Erkenntnisse aus dem Neuromarketing genutzt werden können, um Strategien und Maßnahmen im Online-Marketing effektiver und konsumentengerechter zu gestalten.
Die zentralen Felder umfassen die neurobiologischen Grundlagen des Konsumentenverhaltens, die Funktionsweise des Gehirns bei Entscheidungen, Untersuchungsmethoden und die praktische Anwendung auf klassische Marketing-Instrumente.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Verständnis unbewusster Prozesse und emotionaler Motive des Kunden konkrete Potenziale zur Optimierung von Online-Marketing-Strategien freisetzen kann.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Literaturanalyse von Ergebnissen aus der apparativen Hirnforschung (wie fMRT, EEG, MEG) sowie auf verhaltenswissenschaftliche Theorien.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen (Limbic Map, Bedeutungsträger/Codes) konkrete Praxisbeispiele wie Zalando, Amazon und Mustafas Gemüsekebap analysiert, um die Anwendung zu verdeutlichen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Neuromarketing, Limbic Map, unbewusste Entscheidungsprozesse, Spiegelneuronen und die vier Bedeutungsträger (Codes) in der Markenkommunikation.
Die Limbic Map dient als Instrument zur Einordnung und zielgruppenspezifischen Ansprache von Konsumenten basierend auf deren emotionalen Grundmotiven und Persönlichkeitstypen.
Der Autor greift die kritische Debatte auf, dass Konsumenten durch Gehirnscans potenziell manipuliert werden könnten, und vergleicht dies mit historischen Bedenken gegenüber unterschwelliger Werbung.
Diese Begriffe beschreiben das explizite bewusste System (Pilot) und das implizite, schnelle, unbewusste System (Autopilot) des Gehirns, wobei der Autopilot bei den meisten Kaufentscheidungen dominiert.
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