Bachelorarbeit, 2015
88 Seiten, Note: 1,0
1 Grundlagen und Ziele der Arbeit
2 Die Wohn - bzw. Pflegeformen
3 Determinanten der Entscheidungsfindung
3.1 Die Stakeholder als Entscheidungskriterium
3.1.1 Der Einfluss der Stakeholder als Entscheidungskriterium
3.1.2 Stakeholder der alten Menschen
3.2 Die Lebenslage als Entscheidungskriterium
3.2.1 Grundlegendes zur Lebenslage
3.2.2 Die Bedeutung der Lebenslage als Entscheidungskriterium
3.3 Der Einfluss der Systeme
3.3.1 Grundlegendes zu Systemen
3.3.2 Der Einfluss des Gesellschaftssystems
3.3.3 Der Einfluss des Systems der sozialen Sicherung
3.3.4 Der Einfluss des politischen Systems, der Sozialpolitik und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern
3.4 Niedrigschwellige Organisationsstrukturen und Prozesse
3.5 Kulturelle Einflüsse
4 Probleme und Aufgaben bei der Umsetzung einer verbesserten Teilhabe – Die Rolle der Beteiligten
5 Auswirkungen der Kundenorientierung auf das Management sozialer Dienstleistungsunternehmen
5.1 Kundenorientierung und Managementbereiche
5.1.1 Marketing sozialer Organisationen
5.1.2 Der Einsatz der Instrumente des (sozialen) Marketings als Hilfsmittel zu einer umfassenden Kundenorientierung
5.1.3 Umsetzung der Kundenorientierung mit den Methoden des Marketings unter Beachtung der Einflusskriterien - Beispiele
5.1.4 Einfluss des Marketings auf andere Managementbereiche (Beispiele)
5.2 Die Prozesse des Marketing-Managements sozialer Organisationen
5.2.1 Die Grundlagen betrieblicher Prozesse
5.2.2 Die Gestaltung betrieblicher Prozesse aus Kundensicht
5.3 Grenzen des Marketings und der Kundenorientierung
6 Die Auswahl: Ambulant, Stationär oder neue Wohnform?
6.1 Wohnformen im Alter – Vor- und Nachteile
6.2 Die Auswahl der Wohnform – Ein Fazit
7 Kundenorientierung, eigene Erfahrungen und Reflexion der Arbeit
7.1 Vorschläge des Autors zu Verbesserung der Teilhabe
7.2 Ein Fazit zur Erstellung der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Einflussfaktoren, die bei der Entscheidung alter Menschen für eine bestimmte Wohn- und Pflegeform eine Rolle spielen. Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Steigerung der Kundenorientierung im sozialen Dienstleistungssektor aufzuzeigen, um die Teilhabe und Selbstbestimmung älterer Menschen zu verbessern.
3.1.1 Der Einfluss der Stakeholder als Entscheidungskriterium
Einheitliche Definitionen über Stakeholder - und wer überhaupt ein Stakeholder ist - liegen nicht vor (vgl. Achterkamp, Voss 2008: 749 ff.). Nach einer Sichtung der Literatur kann folgende Zusammenfassung vorgenommen werden:
Der Begriff des Stakeholders ist ein bereits „eingedeutschter“ Begriff, der in vielen Bereichen genutzt wird, z.B. im Sozialwesen oder in der Wirtschaft. Er wird im Sinne von „Anspruchsgruppen“ verwendet. Stakeholder weisen ein berechtigtes Interesse an der Entwicklung und Manifestation von gewissen Sachverhalten auf. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn diese betroffen sind (vgl. Hentze, Thies 2014: 11 ff.; Mitchell et al.: 853 ff.). In unserem Fall geht es um die Anspruchsgruppen, die ein berechtigtes Interesse an der Pflege und Betreuung alter Menschen haben z.B. Angehörige, Pflegekräfte etc. Ursprünglich stammt der Begriff des Stakeholders aus der Betriebswirtschaftslehre (vgl. Freeman 1984). Der Autor ist aber der Ansicht, dass diese Sichtweise nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit widerspiegelt.
Nicht nur Unternehmen haben „Stakeholder“. Diese hat jeder von uns und jeder Mensch ist auch – während seiner gesamten Lebenszeit – ein Stakeholder. Stetig versuchen einzelne Personen, diverse Gruppen und Organisationen jeglicher Art unser aller Leben mit zu bestimmen. Das gilt auch für die umgekehrte Richtung, sowohl bewusst, als auch unbewusst.
Grundlagen und Ziele der Arbeit: Einführung in die Thematik der Pflegeentscheidung im Alter und Definition der Ziele zur Steigerung der Kundenorientierung.
Die Wohn - bzw. Pflegeformen: Überblick über die bestehenden Betreuungsmöglichkeiten sowie die Komplexität der Fördermöglichkeiten.
Determinanten der Entscheidungsfindung: Untersuchung der Faktoren Stakeholder, Lebenslage, Systeme, Organisationsstrukturen und kulturelle Aspekte.
Probleme und Aufgaben bei der Umsetzung einer verbesserten Teilhabe – Die Rolle der Beteiligten: Analyse des notwendigen Zusammenwirkens von Gesellschaft, Politik und Anbietern sozialer Dienstleistungen.
Auswirkungen der Kundenorientierung auf das Management sozialer Dienstleistungsunternehmen: Erörterung der Marketingbereiche und der Auswirkungen auf betriebliche Prozesse.
Die Auswahl: Ambulant, Stationär oder neue Wohnform?: Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen der verschiedenen Wohnformen und ein Fazit zur Auswahl.
Kundenorientierung, eigene Erfahrungen und Reflexion der Arbeit: Anregungen zur Verbesserung der Teilhabe durch den Autor sowie eine kritische Reflexion des Erstellungsprozesses.
Wohnen im Alter, Pflege, Kundenorientierung, Stakeholder, Lebenslage, soziale Sicherung, Marketing, Teilhabe, Dienstleistungsmanagement, ambulante Pflege, stationäre Pflege, Selbstbestimmung, Lebensqualität, Sozialpolitik, Altenhilfe.
Die Arbeit analysiert, wie alte Menschen ihre Wohn- und Pflegesituation wählen und welche Faktoren – wie Stakeholder, Lebenslagen und Systeme – diese Entscheidungen beeinflussen.
Die zentralen Felder umfassen die Entscheidungsdeterminanten, das Marketing für soziale Organisationen und die Herausforderungen bei der Umsetzung einer echten Kundenorientierung in der Altenpflege.
Das Hauptziel ist es, die Einflussfaktoren auf die Pflegeentscheidung zu identifizieren und aufzuzeigen, wie alle Akteure die Kundenorientierung für ein selbstbestimmtes Leben alter Menschen steigern können.
Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse sowie eigene Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Arbeit und der Altenhilfe, ergänzt durch eine qualitative Befragung von Managern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Lebenssituation, die Rolle des Marketings in sozialen Unternehmen und die Vor- sowie Nachteile verschiedener Wohnformen.
Wohnen im Alter, Kundenorientierung, Teilhabe, Stakeholder-Management und soziale Dienstleistungen bilden das Kernvokabular der Arbeit.
Stakeholder wie Angehörige, Medien, Politik und Leistungsträger üben einen teils bewussten, teils unbewussten Einfluss auf die Entscheidungsfindung und Selbstbestimmung alter Menschen aus.
In sozialen Institutionen gibt es Vorbehalte gegenüber betriebswirtschaftlichen Methoden, da die Sorge besteht, dass finanzielle Ziele die soziale Verantwortung verdrängen könnten.
Es beschreibt, dass die Erstellung und der Konsum einer Dienstleistung (wie der Pflege) gleichzeitig stattfinden, was die Einbeziehung und Mitwirkung des Kunden für die Qualität unverzichtbar macht.
Der Autor warnt vor einer Pauschalisierung des Mottos "alt, zu Hause - und glücklich sein" und betont, dass eine realistische Einschätzung der Ressourcen und Bedürfnisse notwendig ist, um Überforderung und Einsamkeit zu vermeiden.
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