Bachelorarbeit, 2015
57 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Einleitung
1. Funktionen der Medien und des Journalismus
1.1. Informationsfunktion
1.2. Soziale Funktionen
1.3. Politische Funktionen
1.4. Ökonomische Funktionen
2. „Boulevardzeitung“ vs. „Qualitätszeitung“
2.1. Boulevardjournalismus
2.2. Qualitätsjournalismus
2.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3. Das Verhältnis zwischen Politik und Medien
4. Erläuterung der Analysemethodik
5. Die „Wulff-Affäre“
5.1. Privatkredit zum Kauf eines Hauses
5.2. Veröffentlichung der Mailboxnachricht und TV-Interview
5.3. Der Rücktritt Christian Wulffs
5.4. Wandel der Berichterstattung
5.5. Prozessbeginn im Fall „Wulff“
5.6. Das Urteil
6. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über die Presseberichterstattung zur sogenannten „Wulff-Affäre“ in verschiedenen regionalen und überregionalen Zeitungen und Magazinen zu gewinnen. Dabei wird untersucht, wie die Medien über den Skandal berichteten, ob sich Tendenzen zu positiven oder negativen Darstellungen Christian Wulffs zeigten und inwieweit Rücktrittsforderungen das mediale Bild prägten.
Die „Wulff-Affäre“ – Privatkredit zum Kauf eines Hauses
Die Medienberichterstattung zur „Wulff-Affäre“ begann Mitte Dezember 2011. Am 12. Dezember sprach Christian Wulff auf die Mailbox des „BILD“-Chefredakteurs Kai Dieckmann. Einen Tag später berichteten bereits viele Medien über den Privatkredit. Die „BILD“ stellte bereits am 12. Dezember um 22.02 Uhr den Artikel „Wirbel um Privat-Kredit über 500.000 Euro – Hat Wulff das Parlament getäuscht?“ auf ihre Homepage. Derselbe Artikel erschien einen Tag später auch in der Printausgabe. Für „BILD“-Verhältnisse fiel dieser jedoch klein aus. Allein auf der Titelseite erschien das Thema nur am rechten Bildrand und verwies nur mit einem einzigen Satz auf die zweite Seite.
Die „BILD“ informierte damit über etwas Neues, berichtete allerdings mit Distanz und untypisch emotionslos. Der Akteur „BILD“ versteckte geradezu, dass er den Skandal weitestgehend aufgedeckt hat. So wurde dies auf Seite 1 überhaupt nicht erwähnt und auf Seite 2 nur beiläufig. Die Boulevardzeitung berichtete distanziert über den Privatkredit, einen Urlaub in Florida, für welchen nicht der volle Preis für Flugtickets gezahlt werden musste und über den Unternehmer Egon Geerkens. In den nachfolgenden Tagen blieb die „BILD“ diesem Stil treu und zitierte dazu andere Medien (Beispiel: 30.12.11: “Die Wulff-Debatte“: BILD dokumentiert wichtige Stimmen) und verwendete deren Schlagzeilen sogar als Bilder.
1. Funktionen der Medien und des Journalismus: Erläutert die grundlegenden Aufgaben der Medien in einer Demokratie, wie Informationsvermittlung sowie Kritik- und Kontrollfunktionen.
2. „Boulevardzeitung“ vs. „Qualitätszeitung“: Differenziert zwischen den Charakteristika, Arbeitsweisen und Zielen von Boulevard- und Qualitätsmedien.
3. Das Verhältnis zwischen Politik und Medien: Analysiert das Spannungsfeld und die gegenseitige Abhängigkeit zwischen politischen Akteuren und Medienvertretern.
4. Erläuterung der Analysemethodik: Definiert die Forschungsfrage und die Kriterien für die Auswahl der untersuchten Printmedien.
5. Die „Wulff-Affäre“: Dokumentiert chronologisch den Verlauf der Affäre von den ersten Vorwürfen bis zum Freispruch im Jahr 2014.
6. Fazit und Ausblick: Bewertet die Ergebnisse der Analyse hinsichtlich der ursprünglichen Thesen und reflektiert die Rolle der Medien bei der Skandalisierung.
Wulff-Affäre, Presseberichterstattung, Qualitätsjournalismus, Boulevardjournalismus, Medienanalyse, politische Kommunikation, Christian Wulff, Medienkampagne, Pressefreiheit, Vierte Gewalt, Skandalberichterstattung, Kontrollfunktion, Medienkritik, journalistische Sorgfalt, Interdependenz.
Die Arbeit analysiert die Presseberichterstattung verschiedener deutscher Zeitungen und Magazine während der sogenannten „Wulff-Affäre“.
Im Fokus stehen die Rollen und Funktionen der Medien, die Unterschiede zwischen Boulevard- und Qualitätsjournalismus sowie das komplexe Verhältnis zwischen Politik und Medien.
Ziel ist es, einen Überblick über die Berichterstattung zu gewinnen und zu prüfen, ob die Medien ihre Informations- und Kontrollpflicht objektiv wahrgenommen haben oder eine einseitige Stimmungsmache gegen Christian Wulff betrieben haben.
Es wird eine Medienanalyse durchgeführt, die Artikel von überregionalen Qualitätszeitungen, Boulevardmedien sowie regionalen Blättern in den Kontext ihrer Berichterstattung zum Skandal um Wulff setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Medienfunktionen und -typen sowie eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der „Wulff-Affäre“ bis hin zum Gerichtsurteil.
Wichtige Begriffe sind Medienanalyse, Boulevardjournalismus, Pressefreiheit, Skandalberichterstattung und politische Kommunikation.
Obwohl die BILD als Aufdecker des Skandals gilt, zeigt die Analyse, dass sie sich zu Beginn überraschend zurückhielt und distanziert berichtete, wohl aufgrund ihres vormals guten Verhältnisses zum damaligen Bundespräsidenten.
Der Freispruch führte zu einer kritischen Selbstreflexion bei einigen Medien, die nun die Verhältnismäßigkeit der zuvor betriebenen Berichterstattung und die Arbeit der Staatsanwaltschaft hinterfragten.
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