Masterarbeit, 2015
70 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. MIGRATION IN DEUTSCHLAND
3. MIGRANTEN IM BERUFSKOLLEG
3.1 INSTITUTIONELLE BENACHTEILIGUNG
3.2 SCHULISCHE UND BERUFSVORBEREITENDE QUALIFIKATIONEN
3.3 SPRACHKOMPETENZEN
3.4 TEILNAHME UND INTERESSE AM DUALEN BERUFSAUSBILDUNGSSYSTEM
3.5 RELIGION UND SCHULISCHE TEILHABE
4. EINSTELLUNGEN
4.1 EINSTELLUNGEN – IHRE ENTSTEHUNG
4.2 FUNKTIONEN VON EINSTELLUNGEN
4.3 INHALTLICHE KOMPONENTEN VON EINSTELLUNGEN
4.5 KOGNITIVE PROZESSE IN DER EINSTELLUNGSBILDUNG
4.6 EINSTELLUNG-VERHALTENS-BEZIEHUNG – MODE-MODELL
4.7 MESSMÖGLICHKEITEN VON KOGNITIVEN EINSTELLUNGEN
5. FORSCHUNGSBEFUNDE ZU EINSTELLUNGEN VON LEHRERN GEGENÜBER SCHÜLERN AUS ETHNISCHEN MINDERHEITEN
6. ABLEITUNG DER HYPOTHESEN
7. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
7.1 STICHPROBE
7.2 ERHEBUNGSINSTRUMENTE UND STIMULUSMATERIAL
7.3 PLANUNG UND ABLAUF DER UNTERSUCHUNG
7.4 AUSWERTUNG
8. ERGEBNISDARSTELLUNG
9. DISKUSSION UND AUSBLICK
10. FAZIT
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, welche impliziten und expliziten Einstellungen Lehrkräfte an Berufskollegs gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Schülern ohne Migrationshintergrund aufweisen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Diskrepanz zwischen bewussten und unbewussten Beurteilungen sowie deren mögliche Auswirkungen auf die schulische Benachteiligung.
4.5 Kognitive Prozesse in der Einstellungsbildung
Um zu erkennen, weshalb sich eine bestimmte Einstellung bei einer Person ausprägt und bei einer anderen Person nicht, ist es wichtig zu erfahren, welche zugrunde liegenden kognitiven Prozesse sich hinter einer Einstellungsbildung verbergen. Es geht dabei um die gedankliche Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen innerhalb einer Wissensstruktur (Hofbauer, Körner, Nikolaus & Poost, 2009; Greenwald & Banaji, 1995) und der damit verbundenen sozialen Wahrnehmung, mit deren Hilfe der Mensch sich und seine Umwelt wahrnimmt (Pendry, 2014; Wänke & Bohner, 2006).
Mit Hilfe des Modells der Assoziativen Netzwerke (Smith, 1998) – einem aus der sozialen Kognitionsforschung bekanntem Modell der Repräsentation von Wissensstrukturen – sollen kognitive Prozesse, die im Zusammenhang mit der Entwicklung von Einstellungen relevant sind, im Detail erklärt werden. Das Modell beruht auf der Vorstellung von Konzepten und Assoziationen, die in einer Netzwerkstruktur miteinander verbunden sind (Strohner, 2013). Konzepte bestehen dabei aus bereits gespeicherten oder neuen Informationen von Eigenschaften oder Merkmalen über ein Einstellungsobjekt, die im Modell als Knoten dargestellt werden (Smith, 1998). Assoziationen dienen dabei der Verlinkung zwischen zwei oder mehreren Konzeptknoten (ebd.). Ein Link entsteht, wenn unterschiedliche Konzepte (zum Beispiel Türken und Kopftuch) gemeinsam aktiviert und mental verarbeitet werden (Smith, 1998). Je öfter sie aktiviert werden, desto mehr verstärken sich die Links. (ebd.). Je mehr Verknüpfungen ein Knoten besitzt, umso stärker prägt sich dieser aus im Gesamtbild gegenüber einem Einstellungsobjekt aus (ebd.).
1. EINLEITUNG: Einführung in die Migrationsproblematik im deutschen Schulsystem und die Relevanz der Lehrereinstellungen für den Bildungserfolg.
2. MIGRATION IN DEUTSCHLAND: Begriffsdefinition von Migration und Darstellung der aktuellen Situation von Migranten im deutschen Schulsystem.
3. MIGRANTEN IM BERUFSKOLLEG: Beleuchtung der komplexen Situation von Migranten am Berufskolleg unter Berücksichtigung institutioneller Benachteiligung und Qualifikationshürden.
4. EINSTELLUNGEN: Theoretische Grundlagen zu Entstehung, Funktionen, Komponenten und kognitiven Prozessen bei der Einstellungsbildung.
5. FORSCHUNGSBEFUNDE ZU EINSTELLUNGEN VON LEHRERN GEGENÜBER SCHÜLERN AUS ETHNISCHEN MINDERHEITEN: Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Lehrereinstellungen und deren Limitationen.
6. ABLEITUNG DER HYPOTHESEN: Herleitung der untersuchungsleitenden Annahmen basierend auf der Literatur und dem MODE-Modell.
7. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Darstellung des methodischen Vorgehens, der Stichprobe und der eingesetzten Erhebungsinstrumente (IAT und Fragebogen).
8. ERGEBNISDARSTELLUNG: Präsentation der erhobenen statistischen Daten zur expliziten und impliziten Einstellungsbewertung.
9. DISKUSSION UND AUSBLICK: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen sowie Reflexion der methodischen Vorgehensweise.
10. FAZIT: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Implikationen für die bildungspolitische Praxis.
Einstellungen, Migrationshintergrund, Berufskolleg, Lehrereinstellungen, IAT, implizite Messung, explizite Messung, Bildungsbenachteiligung, MODE-Modell, kognitive Prozesse, soziale Wahrnehmung, Integration, Schulerfolg, Stereotype, Assoziative Netzwerke.
Die Arbeit untersucht die kognitiven Einstellungen von Lehrkräften an Berufskollegs gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund, um festzustellen, ob vorurteilsbehaftete Haltungen existieren, die den Bildungserfolg beeinflussen könnten.
Zentrale Themen sind die Migrationssituation in Deutschland, die Herausforderungen für Migranten am Berufskolleg, psychologische Einstellungsmodelle sowie die empirische Erforschung von Lehrereinstellungen.
Das Ziel ist die Überprüfung, ob sich implizite und explizite Einstellungen der Lehrkräfte in Bezug auf Schüler mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden und ob Lehrkräfte diese Unterschiede auf das Schulsystem oder die Schüler selbst zurückführen.
Es wird ein Methodenmix verwendet: Ein fragebogenbasierter Ansatz zur Messung expliziter Einstellungen und ein Single Target Implicit Association Test (ST-IAT) zur Erfassung impliziter Assoziationen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Einstellungsforschung und einen empirischen Teil, der die Untersuchung an drei Berufskollegs sowie die Analyse und Diskussion der gewonnenen Daten darstellt.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Einstellungen, Berufskolleg, Migrationshintergrund, IAT (impliziter Assoziationstest), Bildungsbenachteiligung und MODE-Modell charakterisieren.
Nein, die Daten zeigten keine signifikant negativen oder positiven impliziten Einstellungen gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund, was die ursprüngliche Hypothese nicht bestätigte.
Die befragten Lehrkräfte führen den Erfolg bzw. Misserfolg primär auf institutionelle Rahmenbedingungen des Schulsystems und Sprachbarrieren zurück, weniger auf ein mangelndes Interesse der Schüler.
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