Bachelorarbeit, 2014
117 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
2. 1 Sozialpolitische Zustände
2.1.1 Warum wandern immer mehr Menschen nach Deutschland aus?
2.1.2 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
2.1.3 Fluchtgründe von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
2.2 Psychosoziale Situation
2.2.1 Adoleszenz, Flucht und die Persönlichkeitsentwicklung
2.2.2 Trauma und Flucht
2.2.2.1 Trauma
2.2.2.2 Die sequenzielle Traumatisierung und ihre Übertragung auf Flüchtlinge
2.3 Rechtliche Grundlagen
2.3.1 Das nationale Recht
2.3.1.1 Das Kinder- und Jugendhilfegesetz
2.3.1.2 Das Zuwanderungsgesetz
2.3.2 Das Recht der Europäischen Union
2.3.2.1 Die Dublin-Verordnung
2.3.2.2 Die Bedeutung des Dublin-Verfahrens
2.3.2 3 Die verschiedenen Richtlinien
2.3.3. Das Völkerrecht
2.3.3.1 Das Haager Minderjährigenschutzabkommen
2.3.3.2 Genfer Flüchtlingskonvention:
2.3.3.3 Kinderrechtskonvention
3. Empirischer Teil:
3.1 Schwierige Momente in der empirischen Forschung mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
3.2 Forschungsmethode:
3.2.1 Auswahl und Begründung der Forschungsmethode:
3.2.2 Das problemzentrierte Interview:
3.2.3 Qualitative Inhaltsanalyse als Auswertungsverfahren
3.2.4 Die Phase der Umsetzung der Untersuchung:
3.2.4.1 Das Erreichen der Zielgruppe
3.2.4.2 Die Stichprobe
3.2.4.3 Durchführung und Transkription der Interviews
3.2.4.4 Der Interviewleitfaden
3.2.4.5 Datenauswertung
3.3 Darstellung der Ergebnisse
3.3.1 Asylbewerberlager
3.3.2 Religionsfreundliche Struktur
3.3.3 Förderung
3.3.3.1 Deutschlernen
3.3.3.2 Schule
3.3.4 Anforderungen an die Betreuer
3.3.4.1 Pädagogische Ausbildung
3.3.4.2 Interkulturelle Kompetenz
3.3.5 Erkennen von Trauma:
3.3.6 Beziehung förderndes Verhalten
3.3.6.1 Respekt
3.3.6.2 Akzeptanz
3.3.6.3 Sicherheit ausstrahlen
3.3.6.4 Nonverbale Kommunikation:
3.3.6.5 Menschliche statt Brotbeziehungen:
3.3.7 Verurteilen gefährdet die Beziehung:
3.3.8 Alltag
3.3.8.1 Tagesabläufe
3.3.8.2 Ruhe
3.3.9 Partizipation:
3.3.10 Perspektivlosigkeit
3.4 Diskussion der Ergebnisse
4. Grundpfeiler der professionellen Hilfebeziehung in der Arbeit mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
4.1 Strukturelle Rahmenbedingung der professionellen Hilfebeziehung:
4.1.1 Die gesellschaftliche Funktion
4.1.2 Die institutionalisierte Hilfe
4.1.3 Der Zugang zu den Angeboten
4.2 Professionelle Hilfebeziehung
4.3 Psychosoziale Unterstützung
4.3.1 Vermittlung von Sicherheit und haltgebender Beziehung
4.3.2 Die Resilienzförderung
4.3.3 Traumatologisches Wissen
4.3.3.1 Typische Symptome bei Traumafolgestörungen
4.3.3.2 Traumafolgestörungen
4.3.3.3 Störungsmodelle der traumatischen Belastungsstörung
4.3.3.4 Die trauma-fokussierte kognitiv-behaviorale Therapie
4.4 Kernkompetenzen des Sozialarbeiters:
4.5 Methodische Aspekte zum Arbeitsbeziehungsaufbau:
4.5.1 Dialogische Haltung:
4.5.2 Die personenzentrierte Haltung:
4.5.2.1 Echtheit (Kongruenz):
4.5.2.2 Positive Wertschätzung:
4.5.2.3 Einfühlendes Verstehen
4.5.3 Systemische Ansätze:
4.5.4 Empowerment
4.5.5 Die Supervision
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Lebenssituation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) aus sozialpolitischer, rechtlicher und psychosozialer Perspektive. Das primäre Ziel ist es, Anforderungen an eine professionelle Hilfebeziehung zu identifizieren und zu definieren, wie diese gestaltet werden muss, um den speziellen Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht zu werden.
1. Einleitung
Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern oder andere Sorgeberechtigte nach Deutschland geflohen sind, nennt man Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (im Folgenden UMF). Sie suchen Schutz vor Krieg, Verfolgung, Naturkatastrophen, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt oder sind auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben. In Deutschland angekommen stehen die jungen Menschen vollkommen neuen gesellschaftlichen Verhältnissen gegenüber, müssen sich in einer neuen Umgebung orientieren. Oftmals sind sie gefährdet, als Prostituierte, Diebe, Bettler oder Drogenkuriere arbeiten zu müssen. In stabilen Lebensverhältnissen aufzuwachsen, die für eine psychosoziale gesunde Entwicklung für junge Menschen gut und wichtig ist, diese Chance haben sie eher selten. Hinzu kommt, dass Jugendliche ohne Pass häufig traumatisiert sind (vgl. Busch, F. u. Flieseler, G. 2006). Der Start in der neuen Heimat, unter fremden Menschen, die das Schicksal und die Motivation zur Flucht nicht kennen, deren Sprache sie nicht verstehen, ist mit vielen Herausforderungen versehen und eine ebensolche Herausforderung für die Professionellen der Kinder- und Jugendhilfe.
In dieser Arbeit wird der Akzent auf die Herausforderungen für die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe gelegt, die sich aus der Arbeit mit UMF ergeben. Um diese Frage zu beantworten, wird die Situation von UMF aus sozialpolitischer, rechtlicher sowie psychosozialer Sicht behandelt, dabei werden Aspekte, die bei anderen Formen der Migration anzutreffen sind, wie Sprachschwierigkeiten, Integrationsprobleme etc. nicht berücksichtigt. Einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Frage: Wie muss eine professionelle Hilfebeziehung zu UMF gestaltet werden? Hier werden neben Ressourcen zum Beziehungsaufbau, über die der Sozialarbeiter verfügen soll, traumatologische sowie entwicklungspsychologische Fachkenntnisse behandelt. Denn dieses Fachwissen trägt dazu bei, dass die Fachkräfte das Verhalten und die Bedürfnisse der Jugendlichen verstehen (vgl. Weiß, W. 2008, S. 102) und somit wird der Beziehungsaufbau leichter.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ein, definiert das Forschungsziel und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Die Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen: Dieses Kapitel analysiert die sozialpolitische, psychosoziale und rechtliche Lage der Flüchtlinge unter Berücksichtigung von Fluchtursachen, traumatisierenden Sequenzen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
3. Empirischer Teil: Der Teil präsentiert die qualitative Forschung, inklusive der Schwierigkeiten bei Befragungen, der angewandten Methoden und der detaillierten Ergebnisse zur Lebenssituation und Betreuung.
4. Grundpfeiler der professionellen Hilfebeziehung in der Arbeit mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen: Hier werden strukturelle Rahmenbedingungen, psychosoziale Unterstützung, Kernkompetenzen und methodische Aspekte für den Beziehungsaufbau theoretisch fundiert dargestellt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten, fachlich fundierten Betreuung sowie weiterführender Angebote für die Jugendlichen.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, UMF, Hilfebeziehung, Sozialarbeit, Trauma, Flucht, Kindeswohl, Jugendhilfe, Resilienz, Empowerment, Integration, Clearingverfahren, Vormundschaft, Pädagogische Ausbildung, Supervision.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMF) und den Anforderungen, die dieser Arbeitsbereich an die professionelle Hilfebeziehung in der Kinder- und Jugendhilfe stellt.
Die zentralen Felder umfassen sozialpolitische Zustände, rechtliche Grundlagen, die psychosoziale Situation der Jugendlichen sowie die methodische Gestaltung der Betreuungsarbeit.
Die zentrale Frage der Arbeit lautet: Wie muss eine professionelle Hilfebeziehung zu UMF gestaltet werden, um den Jugendlichen bestmöglich zu unterstützen?
Die Autorin verwendet eine qualitative Forschungsmethode, basierend auf dem problemzentrierten Interview (PZI) und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Rahmenbedingungen, die empirische Untersuchungsergebnisse aus Heimen sowie die methodischen Aspekte des professionellen Arbeitsbeziehungsaufbaus.
Die wichtigsten Schlagworte sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Trauma, professionelle Hilfebeziehung, Empowerment und Resilienz.
Das Clearingverfahren dient als wichtiges Instrument, um die Gründe der Inobhutnahme abzuklären, den Gesundheitszustand zu ermitteln und notwendige Hilfeplanungen einzuleiten.
Die Arbeit betont, dass Fachkräfte über traumatologisches Fachwissen verfügen sollten, um Symptome zu erkennen, wobei der Fokus primär auf dem Aufbau einer verlässlichen und stabilen Beziehung zur Unterstützung des Heilungsprozesses liegt.
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