Bachelorarbeit, 2014
36 Seiten, Note: 2,1
1 EINLEITUNG
2 FORMAT UND GENRE
3 REALITY TV
3.1 URSPRUNG
3.2 DEFINITION REALITY-TV
3.3 SUBGENRES
3.4 DER VERSUCH EINER DEFINITION DES HYBRIDGENRES REALITY-TV
4 FIKTION ODER NON-FIKTION?
5 INSZENIERUNGSSTRATEGIEN
5.1 INSZENIERUNGSSTRATEGIEN AM BEISPIEL VON „ICH BIN EIN STAR, HOLT MICH HIER RAUS!“, FOLGE FÜNF, STAFFEL ACHT
5.1.1 Personalisierung und Intimisierung
5.1.2 Darstellung von Gewalt und Dramatisierung
5.1.3 Stereotypisierung und Reduktion von Komplexität
5.2 AUSWERTUNG
6 RESÜMEE
10 FILMOGRAPHIE
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Inszenierungsstrategien von Reality-TV-Sendungen, um aufzuzeigen, wie Produktionsfirmen Zuschauer binden und Authentizität simulieren. Am Beispiel der Reality-Soap „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ wird analysiert, inwiefern klassische wissenschaftliche Inszenierungsmodelle auf moderne Produktionen übertragbar sind und ob das Genre des Reality-TVs überhaupt noch als non-fiktional bezeichnet werden kann.
5.1.1 Personalisierung und Intimisierung
In Anlehnung an Wegeners Definition der Inszenierungsstrategien werden diese anhand von einzelnen Aspekten der genannten Folge überprüft.
Als Beispiel für die Personalisierung eignet sich die 21-jährige Kandidatin Larissa Marolt. Sie entwickelt sich im Laufe der Zeit als eine der auffälligsten Teilnehmer dieser Staffel. In jeder Folge, wie auch in dieser, eckt sie durch ihr Verhalten an. Ihre Camp-Mitbewohner und auch die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich deuten immer wieder an, dass Larissas Verhalten nicht ernst zu nehmen ist, so beispielsweise mit Kommentaren wie: „Zugegeben, Larissa wirkt manchmal mental nicht so ganz voll auf der Höhe (…).“91 und „Larissa mag den Campern wirr erscheinen (…).“92
Durch die ständigen Kommentare, die sich auf Larissa beziehen, wird das Hauptaugenmerk des Zuschauers auf sie gerichtet. In dieser Folge beispielsweise erfährt der Rezipient etwas von Larissas Vergangenheit und ihren Zielen: Sie nahm 2009 an einem Modelwettbewerb teil, den sie nicht gewann. Gegenwärtig lebt sie in New York, um dort, ihrer Aussage nach, ein „Actionstar wie Angelina Jolie“93 zu werden. Sie beschreibt sich selbst als eine kreative, taffe und emotionale Persönlichkeit94. Mit ihrem Verhalten unterstreicht sie jedoch ihre Naivität und Unsicherheit. Auffallend ist, dass Szenen, in denen Larissa von ihrem Vorhaben, ihren Ängsten und Stärken berichtet, besonders häufig gezeigt und teilweise auch zusammen geschnitten werden.95 Auch dieses Vorgehen bewirkt, dass die Aufmerksamkeit des Rezipienten explizit auf Larissas Charakter gelenkt wird.96
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema Reality-TV und die Relevanz des Formats im heutigen Fernsehprogramm sowie Formulierung der zentralen Forschungsfragen.
2 FORMAT UND GENRE: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Format und Genre sowie Erläuterung der ökonomischen Beweggründe hinter der Etablierung von Reality-Formaten.
3 REALITY TV: Detaillierte Betrachtung des Ursprungs, der verschiedenen Definitionsversuche sowie eine Kategorisierung in die unterschiedlichen Subgenres des Reality-TVs.
4 FIKTION ODER NON-FIKTION?: Philosophische und medienwissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Begriffen Realität, Fiktion und Authentizität im Kontext der Massenmedien.
5 INSZENIERUNGSSTRATEGIEN: Anwendung theoretischer Inszenierungsmodelle auf das Beispiel der Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ und kritische Auswertung der Ergebnisse.
6 RESÜMEE: Abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Vereinbarkeit von Inszenierung und Reality-TV.
10 FILMOGRAPHIE: Auflistung der im Rahmen der Analyse verwendeten Sendungsinformationen und Produktionsdetails.
Reality-TV, Inszenierungsstrategien, Non-Fiktion, Authentizität, Fernsehformat, Dschungelcamp, Personalisierung, Dramatisierung, Stereotypisierung, Komplexitätsreduktion, Unterhaltungsfernsehen, Medienwissenschaft, Zuschauerbindung, RTL, Reality-Soap
Die Arbeit untersucht, mit welchen Mitteln Reality-TV-Sendungen produziert werden, um trotz des hohen Inszenierungsgrades den Anschein von Authentizität zu wahren und Zuschauer langfristig zu binden.
Die zentralen Themen sind die Definition von Reality-TV, die Abgrenzung zu fiktionalen Formaten, sowie die Analyse von Personalisierung, Dramatisierung und Stereotypisierung als gezielte Strategien der TV-Produzenten.
Das Ziel ist zu prüfen, ob die 1994 von Claudia Wegener entwickelten Inszenierungsstrategien heute noch aktuell sind und wie diese konkret bei modernen Formaten wie dem Dschungelcamp angewendet werden.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse von ausgewählten Folgen des Formats „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“, basierend auf einem theoretischen Fundament bestehend aus medienwissenschaftlicher Fachliteratur.
Der Hauptteil widmet sich der Überprüfung der Inszenierungsstrategien – Personalisierung, Gewalt/Dramatisierung und Stereotypisierung – am konkreten Beispiel der fünften Folge der achten Staffel.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reality-TV, Inszenierungsstrategien, Authentizität, Dschungelcamp und Komplexitätsreduktion am besten beschreiben.
Da es sich hierbei um ein besonders prominentes Beispiel für Reality-Soaps handelt, das durch hohen quotentechnischen Erfolg und starke mediale Präsenz ideale Voraussetzungen für eine Untersuchung von Inszenierungstechniken bietet.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das untersuchte Format kaum noch als non-fiktional bezeichnet werden kann, da die Sendung durch eine Fülle von arrangierten Elementen, Moderatoren-Kommentaren und Schnitttechniken eine durchgehend inszenierte Konstruktion darstellt.
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