Bachelorarbeit, 2015
52 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Ernährungssituation von Grundschulkindern in Deutschland und Ernährungsforschung
2.1 Übergewicht und Adipositas bei Grundschulkindern und Folgen
2.2 Ergebnisse der Ernährungsstudie EsKiMo als Modul von KiGGS
2.2.1 Kernaussagen zur Energie- und Nährstoffzufuhr
2.2.2 Obst- und Gemüseverzehr bei Grundschulkindern
2.3 Wissenschaftliche Erkenntnisse der Ernährungsforschung
2.3.1 Die optimierte Mischkost "optiMIX®"
2.3.2 "5 am Tag", die internationale Empfehlung zum Obst- und Gemüseverzehr
3 Die salutogenetische Sichtweise
4 Bedeutende Settings im Grundschulalter
4.1 Definition Setting
4.2 Das Setting Familie
4.2.1 Schutz- und Risikofaktoren
4.2.2 Ernährung und Ernährungsbildung als Teil familialer Alltagsbewältigung
4.3 Das Setting Schule
4.3.1 Bedeutung für die Schülergesundheit
4.3.2 Ernährung und Ernährungsbildung in der Schule
4.4 Verzahnung von Familie und Schule - Ein Weg, um Eltern zu erreichen
5 Partizipation
5.1 Begriffsdefinition
5.2 Partizipation und Gesundheitsförderung
5.3 Modelle von Partizipation
5.4 Partizipation von Eltern im Setting Schule
5.4.1 Rechtliche Grundlagen für Elternarbeit
5.4.2 Elternpartizipation - Standards von Elternarbeit
6 Das Schulobstprogramm als Intervention zur Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern
6.1 Historie
6.2 Umsetzungsstand in Deutschland
6.3 Das Schulobstprojekt „Naschen ausdrücklich erlaubt“ in der GS S.
7 Methode
7.1 Das Leitfadeninterview als Methode
7.2 Vorgehensweise
Die Arbeit untersucht, wie Elternpartizipation im Rahmen des Schulobstprojekts an der Grundschule S. gefördert werden kann, um eine nachhaltige Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs zu erreichen und positive schulische Effekte in das häusliche Umfeld der Kinder zu übertragen.
7.1 Das Leitfadeninterview als Methode
Das Interview als Forschungsinstrument versteht sich als ein planmäßiges Vorgehen mit wissenschaftlicher Zielsetzung (Dieckmann, 2010, S. 439). Im Gespräch knüpft es an die alltägliche Situation des Fragenstellens und sich Informierens an. Dennoch ist es als künstliche asymmetrische Interaktion zu sehen (ebenda). Das bedeutet, der Interviewer nimmt eine neutrale Position ein und versucht etwas zu erfragen, ohne es zu bewerten. Qualitative Forschung rekonstruiert Sinn, einen subjektiven Sinn, die Forschungsfrage zu verstehen (Helfferich, 2011, S. 21).
Das Leitfadeninterview erschien als die Methode der Wahl, da es das Thema in einem gewissen Rahmen hält. Zum einen gibt der Leitfaden den offenen Äußerungsraum, wo der Befragte alles erzählen kann, was ihm zum Thema wichtig ist. Zum anderen kann ein Leitfaden aber auch Anregungen und Stichworte für Fragen vorgeben (ebenda). Da Ernährung ein weitgefasster Begriff ist, gelingt es durch Orientierungsfragen die Informationen zur Beantwortung der Forschungsfrage herauszufiltern. Durch die persönliche Befragung kann bei Unklarheit auch im Einzelfall nachgefragt werden.
Die qualitative Methode wurde auch gewählt, weil im Vordergrund nicht eine mengenmäßige Abbildung von Häufigkeiten steht, sondern vielmehr ging es um einen tieferen Einblick in das jeweilige Setting, um das Typische oder Einzigartige zu ergründen. Gezielt geht es um die Perspektive aller Beteiligten. Hierbei ist es wichtig festzuhalten, dass sowohl die Pädagogen als auch die Eltern für ihr jeweiliges Setting als Experten anzuerkennen sind. Der Schule als Ort kommt eher ein Status als Ort der Begegnung zuteil. Die Erfahrungen der einzelnen Experten bilden die Grundlage für die Entwicklung von möglichst effektiven Handlungsstrategien.
1 Einleitung: Einführung in die gesundheitliche Herausforderung durch ungesunde Ernährung bei Grundschulkindern und Darlegung der Zielsetzung der Bachelorarbeit.
2 Ernährungssituation von Grundschulkindern in Deutschland und Ernährungsforschung: Analyse aktueller Daten zum Ernährungsverhalten und wissenschaftliche Grundlagen zur Bedeutung nährstoffreicher Lebensmittel für Kinder.
3 Die salutogenetische Sichtweise: Theoretische Herleitung des salutogenetischen Modells zur Stärkung gesundheitsförderlicher Ressourcen und Lebenswelten.
4 Bedeutende Settings im Grundschulalter: Untersuchung der Rollen von Familie und Schule als prägende Umwelten für die Gesundheitsbildung von Kindern.
5 Partizipation: Darstellung der Konzepte und theoretischen Modelle zur aktiven Teilhabe von Eltern an schulischen Prozessen.
6 Das Schulobstprogramm als Intervention zur Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern: Beschreibung der historischen Entwicklung und praktischen Umsetzung des Schulobstprojektes an der Grundschule S.
7 Methode: Methodische Erläuterung der qualitativen Vorgehensweise und der leitfadengestützten Experteninterviews.
Ernährungsbildung, Grundschule, Elternpartizipation, Gesundheitsförderung, Schulobstprojekt, Salutogenese, Ernährungsverhalten, Setting, Prävention, Grundschulkinder, Leitfadeninterview, Elternarbeit, Ernährungserziehung, Familienumfeld, Partizipationsmodell.
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung gesunder Ernährung bei Grundschulkindern durch eine stärkere Einbindung der Eltern in schulische Präventionsmaßnahmen.
Die zentralen Felder sind die Ernährungsforschung im Kindesalter, der salutogenetische Ansatz, die Bedeutung von Bildungs-Settings (Schule/Familie) und die praktische Umsetzung von Elternpartizipation.
Das Ziel ist es, Bedingungen an der Grundschule S. zu identifizieren, unter denen Elternpartizipation so gelingen kann, dass die gesundheitsförderlichen Wirkungen des Schulobstprogramms nachhaltig bis in das Elternhaus wirken.
Die Arbeit nutzt die qualitative Methode des leitfadengestützten Interviews mit Pädagogen und Eltern, um tiefe Einblicke in die Einstellungen und Hindernisse bei der Umsetzung von Ernährungsprojekten zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Ernährung und Partizipation sowie eine empirische Untersuchung, in der die Expertenmeinungen der betroffenen Akteure systematisch ausgewertet werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Elternpartizipation, Setting Schule, Gesundheitsförderung, Ernährungsbildung und Schulobstprogramm.
Das Projekt dient als Praxisbeispiel, da es an der Grundschule S. bereits etabliert ist, jedoch eine mangelnde Rückkoppelung zum Elternhaus aufweist, was eine Optimierung durch Partizipation sinnvoll macht.
Zu den Haupthindernissen zählen personelle Ressourcenengpässe, mangelnde zeitliche Kapazitäten bei Eltern und Pädagogen, eine fehlende einheitliche Konsenskultur sowie der hohe Aufwand bei teilweise unklarem Nutzen.
Die Pädagogen werden als wichtige Experten und Impulsgeber für die Gestaltung des Schullebens gesehen, tragen aber gleichzeitig die Hauptlast bei der Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen.
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