Masterarbeit, 2015
87 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Definition von Yoga
2.1 Die Ursprünge des Yoga
2.2 Heilige Schriften
2.2.1 Bhagavad Gita
2.2.2 Yoga-Sutras von Patañjali
2.3 Die acht Phasen des Yoga-Weges von Patañjali (Ashtanga-Yoga)
2.3.1 Yama
2.3.2 Niyama
2.3.3 Asanas
2.3.4 Pranayama
2.3.5 Pratyahara
2.3.6 Dharana
2.3.7 Dhyana
2.3.8 Samadhi
2.4 Hatha-Yoga
2.5 Die Entwicklung des Yoga in den westlichen Ländern und in Deutschland
3 Notwendigkeit und Argumente für Yoga mit Kindern und Jugendlichen
3.1 Belastung bei Kindern und Jugendlichen – Yoga als Bewältigungsstrategie
3.2 Yoga und seine Wirkungen bei Kindern und Jugendlichen
3.2.1 Wie Yoga wirkt
3.2.2 Untersuchungen zu Yoga und Wirkungen bei Kindern und Jugendlichen
3.3 Yoga als Chance der Entwicklung eines Körperkonzeptes
3.4 Yoga als Chance der Entwicklung von Identität und Persönlichkeit
4 Yoga mit geistig beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen
4.1 Definition von Kinder-Yoga mit Ergänzungen
4.2 Schwerpunkte im Yoga mit geistig beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen
4.2.1 Körper
4.2.2 Atem und Stimme
4.3 Methodische Besonderheiten
4.3.1 Allgemeine übungsmethodische Hinweise
4.3.2 Anpassungen der Asana-Übung
4.3.3 Geeignete Yogastufen
4.3.4 Ablauf der Yoga-Praxis
4.3.5 Besondere „Vorsichtsmaßnahmen“
4.4 Yoga bei Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung
5 Umsetzbarkeit von Yoga in der Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung
5.1 Yoga als Philosophie
5.2 Yoga als Sport
5.3 Yoga als Therapie
5.4 Yoga als Fach oder integriert in den Unterricht
6 Versuch einer praktischen Durchführung von Yoga in der Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung
6.1 Fragestellungen
6.2 Analyse der Voraussetzungen
6.3 Trainingskonzeption
6.3.1 Ankommen/Regeln
6.3.2 Anfangsentspannung im Liegen und Atemübung
6.3.3 Asanas
6.3.4 Abschlussteil
6.4 Evaluationsmethodik
6.5 Ergebnisdarstellung und Interpretation
6.5.1 Ergebnisse zur Beantwortung der ersten Fragestellung
6.5.2 Ergebnisse zur Beantwortung der zweiten Fragestellung
6.6 Fazit
7 Schluss
Die Arbeit untersucht, inwiefern Yoga ein geeignetes und notwendiges Angebot für Kinder und Jugendliche, insbesondere mit geistiger Beeinträchtigung, an Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung darstellt. Im Fokus steht die methodische Umsetzung zur Förderung des Wohlbefindens und der Persönlichkeitsentwicklung.
3.1 Belastung bei Kindern und Jugendlichen – Yoga als Bewältigungsstrategie
Das Leben in der „Gesellschaft von Heute“ ist geprägt von Leistungsdruck, Wettbewerb und Schnelllebigkeit. Im „Erwachsenen-Leben“ haben Programme zur Bewältigung und zur Prävention von Stress mehr an Bedeutung gewonnen. Doch nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche unterliegen zunehmendem Stress. Erhöhte schulische Anforderungen stellen nicht selten eine psychische Belastung für junge Heranwachsende dar. Diese „wirken sich auch auf den Freizeitbereich von Kindern aus; die Zeit für das ‚einfach nur Kind sein‘ wird immer knapper“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend [Bmfsfj] 2008, 116).
Zudem verschwindet in der Gesellschaft das Muster einer „arbeitsteiligen Familie“ immer mehr. Eine erhöhte Scheidungsrate lässt eine steigende Anzahl alleinerziehender Eltern in der Gesellschaft antreffen. Aber auch wenn keine Scheidung vorliegt, gilt es als gewöhnlich, dass beide Elternteile arbeiten. Der Spagat zwischen Beruf und Familie erweist sich dabei als stressig (vgl. Bmfsfj 2005, 45-48). Es herrscht häufig Zeitdruck für Eltern und Kinder in der Freizeit. Einige Kinder besuchen in der außerschulischen Zeit Kurse, Musikstunden, Förderangebote oder Ähnliches (Freizeitstress). Für manche kommen Stressfaktoren wie familiäre Schwierigkeiten oder Geldsorgen hinzu (vgl. Stück 2011b, 11-22 & Bbf 2015).
Und was bedeutet es, wenn wir nicht mehr zur Ruhe kommen? „Jede Anforderung an den Menschen, egal ob in geistiger, nervlicher, psychischer oder körperlicher Form, bewirkt einen Aufbau von Spannung. Diese steigert sich der Aufgabe entsprechend zur Höchstspannung und stellt die nötigen Energien zur Verfügung, um die entsprechende Leistung zu erbringen. Die Anspannung wird durch Ermüdung abgebaut, und diese leitet Ruhe und Entspannung ein“ (Crisand & Lyon 1981, 15). Ein Wechsel von Anspannung und Entspannung wird als natürlicher Stress bezeichnet und entspricht dem natürlichen Lebensrhythmus. Unnatürlicher (ungesunder) Stress entsteht, wenn es zu einer Dauerbelastung kommt – also wenn der Mensch nicht mehr zur Ruhe kommt. Dabei wird die andauernde Anspannung der Muskeln zur Verspannung. Die Gefäße verengen sich und blockieren eine gute Blut- und Nährstoffversorgung.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Stressbelastung junger Menschen und stellt Yoga als ganzheitliches, bewegungsorientiertes Entspannungsangebot zur Diskussion.
2 Definition von Yoga: Dieses Kapitel definiert Yoga als indische Lebensphilosophie und erläutert Ursprünge, heilige Schriften sowie das Acht-Stufen-Modell nach Patañjali.
3 Notwendigkeit und Argumente für Yoga mit Kindern und Jugendlichen: Es werden die Lebenssituation und der steigende Leistungsdruck analysiert, wobei Yoga als wertvolle Bewältigungsstrategie und Chance zur Persönlichkeitsbildung hervorgehoben wird.
4 Yoga mit geistig beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel widmet sich der Anpassung von Yoga-Inhalten, Schwerpunkten wie Körper und Stimme sowie speziellen methodischen Hinweisen für diese Zielgruppe.
5 Umsetzbarkeit von Yoga in der Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung: Hier wird diskutiert, wie Yoga als Philosophie, Sport oder Therapie in den schulischen Alltag und das Curriculum integriert werden kann.
6 Versuch einer praktischen Durchführung von Yoga in der Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung: Das Kapitel dokumentiert einen Praxisversuch, beschreibt die Trainingskonzeption und evaluiert die Ergebnisse der methodischen Vorgehensweise.
7 Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass Yoga ein hoch motivierendes und anpassungsfähiges Konzept für den Förderschwerpunkt bietet und empfiehlt eine weitere Erforschung in inklusiven Settings.
Yoga, Schule, Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung, Kinder-Yoga, Stressbewältigung, Körperkonzept, Persönlichkeitsbildung, geistige Beeinträchtigung, Entspannung, Atmung, Asanas, Inklusion, Gesundheitsförderung, Schulpädagogik, Bewegungsförderung.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und den Nutzen von Yoga an Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Yoga, die Auswirkungen von Stress bei Kindern sowie die praktische Umsetzung von Yoga-Übungen für Schüler mit geistiger Beeinträchtigung.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Yoga als wirksame Methode zur Stressbewältigung und Persönlichkeitsförderung bei beeinträchtigten Schülern fungieren kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem praktischen durchgeführten Projekt mit einer Oberstufenklasse, das mittels Beobachtung und Videoaufzeichnung evaluiert wurde.
Der Hauptteil analysiert methodische Anpassungen, die Einbettung in den Lehrplan sowie konkrete Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Yoga, Stressbewältigung, ganzheitliche Entwicklung, Inklusion und Schulpädagogik definiert.
Die größte methodische Herausforderung war, in der Gruppe Ruhe und Entspannung zu erzeugen und dabei den individuellen Bedürfnissen jedes Schülers gerecht zu werden.
Die Atmung dient als zentrales Element zur Konzentration und Beruhigung; besonders das Verbinden der Ausatmung mit Tönen unterstützte die Schüler dabei, den Atemfluss bewusster zu steuern.
Yoga wird als äußerst wertvolle Erweiterung des Bildungsangebots gesehen, wobei die Autorin für eine weitere praxisnahe Erforschung und Entwicklung in inklusiven Settings plädiert.
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