Bachelorarbeit, 2015
49 Seiten, Note: 1,15
1 Einleitung
2 Gewaltdarstellung In Kill Bill
2.1 Aufbau und Handlung von Kill Bill
2.2 Analyse der Gewaltdarstellung in Kill Bill
2.2.1 O-Ren vs. Matsumoto
2.2.2 Kiddo vs. O-Ren
2.2.3 Kiddo vs. Elle
2.2.4 Kiddo vs. Vernita
3 Intertextualität In Kill Bill
3.1 Übersicht an zitierten Werken
3.2 Zitation von Gewalt
3.3 Der Zusammenhang zwischen Ästhetik und Zitation
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Darstellung und der Zitation von Gewalt in Quentin Tarantinos zweiteiligem Film Kill Bill. Das primäre Ziel ist es, zu ergründen, wie das Motiv der Rache und filmische Inszenierungsmethoden mit intertextuellen Bezügen korrespondieren, wobei der Film ohne seinen expliziten Regisseur-Kultstatus betrachtet wird.
2.2.1 O-Ren vs. Matsumoto
In Kapitel 3 von Kill Bill erfahren die Zusehenden den Werdegang von O-Ren Ishii alias „Cottonmouth“ (Kill Bill Vol. 1: 00:33:45). Die Biografie wird, erzählt von Kiddo aus dem Off, im Stil eines japanischen Animes gezeigt. Eingestiegen wird mit einer Lokalisierung von O-Rens Kindheit. Sie, die eine „halb japanisch und halb chinesisch-amerikanische“ (ebd.: 00:33:52) Herkunft hat, wächst auf einer amerikanischen Militärbasis in Tokio auf. Viel mehr von ihrer Kindheit ist bis dahin nicht zu erfahren. Es folgt die Ermordung ihrer Eltern durch den Yakuza-Boss Matsumoto und seine Handlanger. O-Ren versteckt sich unter dem Bett und muss mitansehen, wie erst ihr Vater, dann ihre Mutter durch das Schwert Matsumotos sterben. Zu diesem Zeitpunkt ist sie erst neun Jahre alt. Einer der Handlanger Matsumotos legt ein Feuer und O-Ren muss fliehen, nachdem alle verschwunden sind. Vor den Flammen ihres Zuhauses schwört sie Rache. Zwei Jahre später tötet sie Matsumoto im Bett, da dieser pädophil ist und sie sich so einen Weg zu ihm bahnen konnte.
Sie tötet ihn ebenso mit einem Schwert, wie er ihre Eltern umbrachte. Das Aufeinandertreffen mit zwei Schergen Matsumotos, die sie angreifen, zeigt uns die Fähigkeiten O-Rens. Sie besiegt die Zwei spielend. Mit zwanzig ist sie Auftragskillerin, wir sehen, wie sie von einem Dach her einen Mann in den Kopf schießt, während er sich in einem Auto mit zwei Damen vergnügt. Fünf Jahre später passiert das Massaker in der Hochzeitskapelle in El Paso, Texas, bei dem Bill Kiddo in den Kopf schießt. O-Ren wird später, als das Squad nicht mehr existiert, zur Yakuza-Chefin in der Tokioer Unterwelt. Ihre Hintergrundgeschichte erzählt uns zwei Dinge über ihren Charakter: Sie ist durch die grausame Hinrichtung ihrer Eltern traumatisiert und sie ist (höchstwahrscheinlich) deswegen auch kriminell geworden. O-Ren ist durch dieses Kapitel im Film die einzige Gegnerin mit einer mehr oder weniger ausgebauten Hintergrundgeschichte, welche zur Charakterzeichnung beiträgt.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Gewaltdarstellung in Kill Bill ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Darstellung und Zitation von Gewalt.
2 Gewaltdarstellung In Kill Bill: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Gewaltdarstellungen in Kill Bill, ihre filmischen Ursprünge und wie sie durch Motivationen wie Rache und den Ehrenkodex der Figuren geprägt sind.
2.1 Aufbau und Handlung von Kill Bill: Der Unterabschnitt erläutert die nicht-chronologische Kapitelstruktur des Films und wie diese dramaturgische Höhepunkte schafft.
2.2 Analyse der Gewaltdarstellung in Kill Bill: Hier werden spezifische Szenen, etwa die Kämpfe gegen O-Ren Ishii, Elle Driver und Vernita Green, filmwissenschaftlich untersucht.
2.2.1 O-Ren vs. Matsumoto: Analyse der animierten Hintergrundgeschichte von O-Ren Ishii und ihrer Gewaltdarstellung im Stil japanischer Animes.
2.2.2 Kiddo vs. O-Ren: Untersuchung des Finales von Kill Bill Vol. 1 und des Schwertkampfes gegen O-Ren Ishii sowie die Crazy 88.
2.2.3 Kiddo vs. Elle: Analyse des Kampfes zwischen Beatrix Kiddo und Elle Driver unter besonderer Berücksichtigung der Räumlichkeit.
2.2.4 Kiddo vs. Vernita: Analyse des ersten Kampfes der Braut gegen Vernita Green und dessen Bedeutung für die Exposition der Fähigkeiten Kiddos.
3 Intertextualität In Kill Bill: Untersuchung der zahlreichen cineastischen Anspielungen und der Funktion der Zitation innerhalb des filmischen Eklektizismus.
3.1 Übersicht an zitierten Werken: Darstellung der Einflüsse von Western, Eastern und verschiedenen anderen Filmgenres auf Kill Bill.
3.2 Zitation von Gewalt: Erörterung der Frage, wie Gewalt als Teil des intertextuellen Bezuge-Systems fungiert.
3.3 Der Zusammenhang zwischen Ästhetik und Zitation: Synthese der Erkenntnisse aus der Gewaltdarstellung und der Intertextualität.
4 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei betont wird, dass Kill Bill primär ein Film über Filme ist, bei dem Gewalt als eines der Zitationsmittel dient.
Kill Bill, Quentin Tarantino, Gewaltdarstellung, Rache, Intertextualität, Filmwissenschaft, Beatrix Kiddo, Filmästhetik, Zitation, Actionfilm, Eastern, Western, Genrekonventionen.
Die Arbeit analysiert die filmische Darstellung von Gewalt in Quentin Tarantinos Kill Bill unter besonderer Berücksichtigung intertextueller Bezüge und filmästhetischer Einflüsse.
Die zentralen Themen sind die Inszenierung körperlicher Gewalt, das Motiv der Rache, die Rolle von Genrezuordnungen (Western/Eastern) und der filmische Eklektizismus.
Ziel ist es, einen Zusammenhang zwischen der spezifischen Gewaltdarstellung im Film und der umfangreichen Intertextualität zu belegen.
Es werden gängige filmwissenschaftliche Analysemethoden (z. B. nach Hickethier) angewendet, um Kameraführung, Schnitttechnik, Mise-en-scène und die filmische Narration zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Gewaltdarstellung in ausgewählten Kämpfen (Kapitel 2) sowie eine Untersuchung der intertextuellen Bezüge und deren Bedeutung (Kapitel 3).
Kernbegriffe sind Rache, Intertextualität, Filmästhetik, Gewaltdarstellung, Genremix und filmisches Zitat.
Der Animestil ermöglicht eine Abkehr vom Realismus und nutzt Übersteigerungen wie extreme Blutfontänen und stilisierte Bewegungen, um O-Rens Trauma zu visualisieren.
Er bricht mit der stilsicheren Ästhetik des ersten Teils durch Komik, Groteske und die Nutzung eines alltäglichen, engen Raumes, was ihn von den rituellen Schwertkämpfen abhebt.
Der Kodex, beeinflusst durch die Ausbildung bei Pai Mei und Hattori Hanzo, rechtfertigt Kiddos Handeln und verleiht dem Töten einen über die reine Rache hinausgehenden, rituellen Charakter.
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