Bachelorarbeit, 2011
41 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Analytischer Rahmen
3. Theoretische Ansätze
3.1. „Weak and strong ties“ und „Embeddedness“
3.2. Das „Traders' Dilemma“
3.3. Der Einfluss des Staates
3.4. Familiennetzwerke als Arenen der Aushandlung
4. Empirische Beispiele aus Subsahara-Afrika
4.1. Kenianische Businessmen und ihre Familien
4.2. Weak and strong ties im informellen Sektor von Nairobi und Harare
4.3. Netzwerke namibischer Kleinunternehmer
4.4. Ergänzende Beispiele
4.5. Zentrale Erkenntnisse der empirischen Beispiele aus Afrika
5. Empirische Beispiele aus den USA
5.1. Die Kenjinkai japanischer Migranten
5.2. Die spezialisierten Netzwerke mexikanischer Migranten
5.3. Gypsies und koreanische Kye
5.4. Ergänzendes Beispiel
5.5. Zentrale Erkenntnisse der empirischen Beispiele aus den USA
6. Abschließender Vergleich
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Familie und sozialen Netzwerken auf den wirtschaftlichen Erfolg von Kleinunternehmern. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage gestellt, ob die Einbettung in solche Strukturen in einem wirtschaftlichen Kontext vorteilhaft ist oder ob soziale Verpflichtungen den Erfolg eher behindern.
3.1. „Weak and strong ties“ und „Embeddedness“
Mark Granovetter konzentriert sich, bezogen auf den euro-amerikanischen Kontext, auf die Stärke von sozialen Bindungen. Diese definiert er wie folgt:
„The strength of a tie is a (probably linear) combination of the amount of time, the emotional intensity, the intimacy (mutual confiding), and the reciprocal services which characterize the tie.“ (Granovetter 1973: 1361).
Laut dieser Definition sind zum Beispiel Familie und Freunde als starke Bindungen einzuordnen. Seine These, mit der sich viele der nachfolgenden wissenschaftlichen Beiträge auseinandersetzen, besagt, dass gerade die schwachen Bindungen für den wirtschaftlichen Erfolg von Individuen förderlich seien. Je mehr schwache Bindungen ein Akteur habe, desto wahrscheinlicher sei es, dass er relevante Informationen erhalte (ebd. 1371). Der Grund dafür ist, dass Personen, zu denen wir nur schwache Bindungen haben, sich in der Regel in anderen Kreisen bewegen als wir (ebd. 1371). Nur über schwache Bindungen ließen sich Brücken („bridges“) zwischen unterschiedlichen Gruppen herstellen (ebd. 1376). Anhand der folgenden empirischen Beispiele werde ich diskutieren, in wie weit sich dieses Konzept auf afrikanische Unternehmer übertragen lässt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das interdisziplinäre Forschungsfeld der Verbindung von wirtschaftlichem Handeln und sozialen Beziehungen ein und skizziert das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau des Vergleichs zwischen Subsahara-Afrika und den USA.
2. Analytischer Rahmen: Das Kapitel definiert grundlegende Konzepte wie Informalität, Sozialkapital, Kleinunternehmer und soziale Netzwerke, um eine wissenschaftliche Basis für die weiteren Analysen zu schaffen.
3. Theoretische Ansätze: Es werden zentrale Theorien von Granovetter, Evers, Meagher und Steinwachs vorgestellt, die verschiedene Perspektiven auf die Einbettung von Unternehmertum in soziale Netzwerke bieten.
4. Empirische Beispiele aus Subsahara-Afrika: Dieses Kapitel präsentiert und analysiert verschiedene Fallstudien aus Kenia, Namibia, Tansania und anderen afrikanischen Ländern im Hinblick auf ihre Netzwerke und wirtschaftliche Erfolgsfaktoren.
5. Empirische Beispiele aus den USA: Hier werden Fallstudien zu Migrantennetzwerken in den USA diskutiert und mit den afrikanischen Erkenntnissen kontrastiert, um Generalisierbarkeit und Unterschiede herauszuarbeiten.
6. Abschließender Vergleich: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Rolle der Familie sowie die Motivationen der Unternehmer und bewertet die Kontroverse um die Nützlichkeit sozialer Einbettung.
Kleinunternehmer, Soziale Netzwerke, Sozialkapital, Embeddedness, Subsahara-Afrika, USA, Traders' Dilemma, Reziprozität, Migration, Ethnische Bindungen, Informeller Sektor, Familiennetzwerke, Wirtschaftlicher Erfolg, Unternehmertum, Profitmaximierung
Die Arbeit untersucht, inwieweit soziale Netzwerke und familiäre Bindungen den wirtschaftlichen Erfolg von Kleinunternehmern beeinflussen und ob diese Einbettung eine Ressource oder ein Hindernis darstellt.
Die Themen umfassen die soziologische Einbettung wirtschaftlichen Handelns, das Konzept des Sozialkapitals, die Analyse informeller Sektoren und die Rolle kultureller Faktoren bei der Unternehmensführung.
Die zentrale Frage ist, ob die Einbettung in soziale Strukturen für den wirtschaftlichen Erfolg von Kleinunternehmern von Vorteil ist oder ob sie durch Erwartungen zur Reziprozität das Wachstum einschränkt.
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die auf einer Zusammenführung und Diskussion verschiedener empirischer Studien und theoretischer Ansätze zur Wirtschaftssoziologie basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung gefolgt von einer detaillierten Analyse empirischer Beispiele aus Subsahara-Afrika und den USA, um regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Soziale Netzwerke, Kleinunternehmer, Embeddedness, Sozialkapital und informelle Wirtschaft definieren.
Das Dilemma, bei dem sozialer Druck zur Reziprozität den ökonomischen Erfolg mindert, wird von einigen Autoren für afrikanische Familiennetzwerke diskutiert, jedoch von anderen relativiert oder auf andere Faktoren zurückgeführt.
Die Einschätzung der Rolle der Familie variiert stark: Während sie in manchen Studien als notwendige Stütze für Startkapital und Sicherheit gesehen wird, gilt sie in anderen als Ineffizienzquelle, die durch Verpflichtungen das Unternehmenswachstum hemmt.
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