Bachelorarbeit, 2012
45 Seiten, Note: 3,0
Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie
1. Einleitung
2. Stadtklima: Definition und Einteilung
3. Faktoren des Stadtklimas
3.1 Urbane Energiebilanz
3.2 Thermische und Hydrologische Eigenschaften von urbanen Räumen
4. Städtische Wärmeinsel
4.1 Meteorologische Faktoren
4.2 Stadtgestalt und Stadtgröße
4.3 Anthropogene Faktoren
5. Klimaschutz in Städten
5.1 Klimatologische Stadtplanung
5.2 Mitigation und Adaption
5.3 Klimatologische Stadtkonzepte: „Stadt der kurzen Wege“
6. Klimatologische Stadtplanung: Beispiele aus Süddeutschland
6.1 Stadtklima und Klimaschutz in Stuttgart
6.1.1 Das Klima in Stuttgart
6.1.2 Stadtklima in Stuttgart: Konflikte und Maßnahmen
6.1.3 Schaffung von Grünflächen zur Verbesserung des Stadtklimas
6.1.4 Stadtklima Stuttgart 21
6.2 Freiburg: Quartier Vauban
6.2.1 Mobilitätskonzept
6.2.2 Städtebauliches Konzept
6.2.3 Energiekonzept
6.3 Ausblick: Heidelberg Bahnstadt
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen des Stadtklimas im Kontext des globalen Klimawandels und analysiert, wie moderne Stadtplanung durch nachhaltige Strategien und bauliche Maßnahmen klimagerechte Lösungen in urbanen Räumen schaffen kann. Dabei stehen die Reduzierung der städtischen Wärmeinsel und die Verbesserung lufthygienischer Bedingungen im Fokus.
3.1 Urbane Energiebilanz
Die urbane Energiebilanz besteht aus der Strahlungs- und Wärmebilanz. In Städten ist die Energiebilanz neben makroklimatischen Bedingungen vor allem von Oberflächenbeschaffenheit bzw. dem Versieglungsgrad abhängig. Als Versieglungsgrad wird hierbei das Verhältnis der versiegelten Fläche zur entsprechenden Gesamtstadtfläche bezeichnet (Kuttler 2004(1), S.194). Da sich versiegelte und nicht versiegelte Flächen in ihrer thermischen und hydrologischen Reaktion stark voneinander unterscheiden, haben sie Auswirkungen auf die Energiebilanz und beeinflussen damit die klimatischen Verhältnisse in Siedlungsgebieten (ebd.). Zudem werden die Strahlungsverhältnisse durch bauliche Stadtstrukturen beeinflusst. Oßenbrügge & Bechtel (2010, S.103) sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Strahlungsfalle“ in urbanen Räumen (Abb.1). Damit ist gemeint, dass Straßenschluchten mit dicht aneinander stehenden Gebäuden die langwellige Ausstrahlung verringern können und somit die Strahlungs- und Energiebilanz erhöht wird. Desweiteren kann der vermehrte Ausstoß von Luftschadstoffen eine Trübung der Atmosphäre (Dunstglocke) bewirken. Dadurch wird die auftreffende kurzwellige Globalstrahlung reduziert und gleichzeitig die langwellige Gegenstrahlung erhöht. Insgesamt resultiert daraus ein etwas niedrigerer Wert für die versiegelten als für die nicht versiegelten Gebiete in der Strahlungsbilanz (Kuttler 2004(2), S.264).
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz des Themas Stadtklima angesichts zunehmender Urbanisierung und des globalen Klimawandels sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Stadtklima: Definition und Einteilung: Definiert den Begriff Stadtklima als modifiziertes Klima in Siedlungsräumen und unterteilt es in eine thermische und eine lufthygienische Komponente.
3. Faktoren des Stadtklimas: Untersucht makro- und mikroklimatische Einflussgrößen, die städtische Strukturen und die Energiebilanz prägen.
4. Städtische Wärmeinsel: Analysiert meteorologische und anthropogene Ursachen für die städtische Überwärmung und deren Auswirkungen.
5. Klimaschutz in Städten: Diskutiert Ansätze der klimagerechten Stadtplanung, die Unterscheidung zwischen Mitigation und Adaption sowie das Leitbild der „Stadt der kurzen Wege“.
6. Klimatologische Stadtplanung: Beispiele aus Süddeutschland: Vergleicht reale Fallbeispiele, darunter Stuttgart, das Quartier Vauban in Freiburg und die Heidelberger Bahnstadt, hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzungen.
7. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit individuell angepasster planerischer Maßnahmen zur Klimaanpassung in urbanen Gebieten.
Stadtklima, Klimawandel, Stadtplanung, städtische Wärmeinsel, Mitigation, Adaption, Stadt der kurzen Wege, Stuttgart, Quartier Vauban, Bahnstadt Heidelberg, Energiebilanz, Luftreinhaltung, Grünflächen, Nachhaltigkeit, Klimaschutz
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen städtischer Strukturen auf das lokale Klima und untersucht, wie die Stadtplanung durch gezielte Maßnahmen den Herausforderungen des Klimawandels begegnen kann.
Die zentralen Themen umfassen die urbane Energiebilanz, die Entstehung städtischer Wärmeinseln, Klimaschutzkonzepte sowie die praktische Anwendung von Planungsstrategien in realen Fallbeispielen.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine klimagerechte und nachhaltige Gestaltung von Siedlungsgebieten negative klimatische Folgen minimiert oder gar vermieden werden können.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Grundlagen sowie die Fallstudienanalyse ausgewählter Städte, um die Wirksamkeit stadtklimatischer Konzepte zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung der Klimafaktoren und Strategien sowie die detaillierte Untersuchung konkreter Projekte in Stuttgart, Freiburg und Heidelberg.
Die wichtigsten Begriffe sind Stadtklima, städtische Wärmeinsel, Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung, „Stadt der kurzen Wege“ und stadtklimatologische Planung.
Das Vauban dient als Modellprojekt, da es bereits in der Planungsphase umfassende Nachhaltigkeits- und Klimaschutzkonzepte integriert hat und somit Vorbildcharakter für klimagerechte Stadtteile besitzt.
Es wird der Zielkonflikt zwischen der städtebaulichen Nachverdichtung zur Wohnraumsicherung und der notwendigen Freihaltung klimarelevanter Frischluftschneisen für die Innenstadt diskutiert.
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